Reis kochen – iranische Art

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Um ein Tschelo zuzubereiten braucht ihr im wesentlichen Zeit, Langkornreis, (Basmatireis eignet sich dazu sehr gut), einen großen Topf mit Deckel, ein sauberes Küchentuch oder 2-3 Lagen Küchenpapier, ein Sieb, einen Holzlöffel und evtl. mehrere Versuche, bis es richtig klappt. Wenn ihr den Dreh allerdings raus habt, ist es ein Kinderspiel.

Zutaten für 3-4 Personen bzw. ca. 1 Kilo gedämpften Reis

  • 500 g Basmatireis
  • 1 l Wasser
  • 1 Eiweiß
  • 1 EL Öl
  • 1 EL Butter
  • Salz

Zubereitung

Idealer Weise wascht ihr den Reis bereits am Vorabend gründlich indem ihr ihn in eine Schüssel gebt und mit kaltem Wasser bedeckt. Mit den Händen den Reis in kreisenden Bewegungen bearbeiten.

Das Wasser wird nun trüb. Ihr gießt es ab und wiederholt den Vorgang so oft, bis das Wasser klar bleibt. Das ist eine wichtige Vorbereitung, damit der Reis auch wirklich schön locker wird. Denn durch das Waschen entfernt ihr überschüssige Stärke neben eventuellen Verunreinigungen.

Jetzt füllt ihr die Schüssel mit frischem Wasser auf, so viel, dass das Wasser ca. 1 Fingerkuppe über den Reiskörnern steht und lasst den Reis über Nacht, mindestens aber 30 Minuten ruhen, damit er schön ausquellen kann.

Nochmals das Wasser abschütten und den Reis in einen Topf geben, mit ca.. 1 – ½ Liter Wasser und 2 EL Salz auffüllen und sprudelnd aufkochen lassen.

Nach 5 – 7 Minuten prüft ihr bitte, ob der Reis „al dente“ ist: Ihr nehmt ein Reiskorn aus dem Topf und brecht es durch (ich mache das immer zwischen Daumen und Zeigefinger). Es sollte außen bereits weich sein, aber im Inneren noch einen undurchsichtig festen Kern haben.

Dann schüttet ihr den Reis in ein Sieb und braust in kalt ab, um so den Garprozess zu stoppen. Das ist wichtig. Wenn ihr es unterlasst, kann euch der Reis matschig werden.

Einen Teil des Reises füllt ihr in ein Schüsselchen (ich nehme immer ca. 1/3) und quirlt das Eiweiß darunter. Das Eiweiß bewirkt, dass die Reiskruste besser bindet (es geht auch ohne Eiweiß)

Jetzt spült ihr den Topf kurz aus, bedeckt den Topfboden mit einer dünnen Schicht Wasser und gebt 1 EL Öl (oder Ghee) dazu. Das Ganze erhitzt hier auf höchster Stufe.

Wenn die Wasser-Öl-Mischung kocht gebt ihr die Reiseiweißmischung dazu und verteilt sie schnell und gleichmäßig mit einem Holzlöffel auf dem Topfboden.

Das Kochfeld oder die Herdplatte auf die niedrigste Temperaturstufe herunterschalten (mit Induktion kenne ich mich nicht aus). Wenn die Temperatur zu heiß bleibt, wird euch das Tadik anbrennen! Bei zu geringer oder zu kurzer Hitze wird es kein Tadik.

Jetzt gebt ihr den übrigen Reis in den Topf und türmt ihn mit dem Holzlöffel zu einer kleinen spitz zulaufenden „Sandburg“ auf. Mit dem Löffelstiel bohrt ihr 4-5 Löcher in eure Reisburg, über die der Dampf abweichen kann.

1 El Butter in Flöckchen zerteilt auf der Reisspitze verteilen (das ist ein KANN, welches den Geschmack äusserst positiv beeinflusst).

Schlagt das Küchentuch oder das Küchenpapier um den Topfdeckel und deckt damit den Topf zu. Zum einen sorgt das dafür, dass der Deckel fest schließt. Zum anderen – und das ist wesentlich – wird so der Wasserdampf aufgefangen. Das kondensierte Wasser unter dem Deckel  kann so nicht auf den Reis zurücktropfen.

Mindestens 40 Minuten, idealer Weise 60 Minuten dämpfen lassen.

Das Spülbecken mit kaltem Wasser füllen und den noch ungeöffneten Topf kurz darin eintauchen. Es wird zischen und knacken und die Tadikplatte löst sich dabei vom Topfboden. – dieser Zwischenschritt ist ein KANN und kein MUSS SEIN.

Jetzt könnt ihr behutsam den Deckel vom Topf abheben. Achtet dabei darauf, dass das kondensierte Wasser unter dem Topfdeckel nicht zurück auf den Reis tropft. Durchmischt den Reis vorsichtig z.B. mit einem Schaumlöffel und hebt ihn auf einen Servierteller. Die Tadikkruste sollte sich jetzt einfach mit dem Schaumlöffel oder mit einem Messer im Ganzen vom Topfboden lösen lassen. Wenn nicht, ist das auch kein Problem, dann serviert ihr Tadikbruch.

Variationen:

Damit euer Tadik eine schöne goldorange Farbe bekommt, könnt ihr etwas Kurkuma oder Safran an die Reiseiweißmischung geben

Durch die Zugabe von 2-3 EL dicken Naturjoghurt (er darf nicht zu flüssig sein, am besten in einem Sieb noch etwas Molke abtropfen lassen) an die Reiseiweißmischung erhöht sich die Gewähr die Tadikplatte als Ganzes vom Topf lösen zu können

Ihr könnt den Topfboden aber auch statt mit Reis mit Lavash auslegen, das ist ein sehr dünnes Fladenbrot oder, was auch sehr beliebt und lecker ist, ihr legt den Topfboden mit rohen Kartoffelscheiben aus.

Ihr füllt in ein kleines Gläschen oder Schälchen ca. 3-4 El heißes Wasser und rührt 1-2 Messerspitzen Safran und 1 Meserspitze Zucker hinein. 10 – 15 Minuten bevor ihr den Reis servieren wollt, hebt ihr vorsichtig – wie oben beschrieben – den Deckel vom Topf, stellt das Gefäßchen auf die Reisspitze und legt den Deckel wieder auf. Das Safranaroma kann sich so voll entfalten. Vor dem Servieren färbt ihr einen Teil des Reises mit dem Safranwasser und hebt ihn dann unter den restlichen Reis oder aber verteilt ihn über den weißen Reis.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. kormoranflug sagt:

    Das liest sich wie die Anleitung zu einer Meditation….

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    1. Wili sagt:

      😂😂😂
      …. so entspannend geschrieben?

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  2. georgous sagt:

    Sehr schön, am Wochenende gibt es einen erneuten Versuch mit dem Reis. Ausserdem wollte ich noch Rosenblütenwasser reintun.
    Jetzt nur noch ein Kebabgericht bei dir suchen.
    LG Georg

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      hey, das freut mich 🙂 Das mit dem Reiskochen wirst du schnell raus haben. Hier habe ich auch ein Rezept für Rosenreis: http://wp.me/p67EOs-11N
      LG, Wili

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