Das Pistazienmenü

am

Die erste Pistazie schenkte mir  ihr Lächeln 1982. Damals war ich Patientin in einem der vielen katholischen Krankenhäuser Kölns und auch Pari war  als Patientin dort. Unsere Freundschaft begann im Krankenzimmer.  Einmal brachte ihr Mann Pistazien mit und sie reichte mir einige davon.  Ich war zunächst skeptisch. Bis dahin kannte ich nur Pistazieneis und das mochte ich absolut nicht. Doch die erste kleine Pistazie in meiner Hand lächelte mich mit ihrer halb geöffneten Schale einladend freundlich an, so als forderte sie mich auf, ihr den grünen Kern zu entreißen. Ich folgte dieser Aufforderung und war von da an den Pistazien verfallen. Dieses milde nussig-süße Aroma, das doch auch feinwürzig und vor allem einzigartig war, machte mich fast süchtig.  Von da an schenkten mir Pari und ihr Mann jeden Tag ein kleines Glück. Denn sie flüsterte ihm jeden Abend zum Abschied zu, dass er mir am nächsten Tag wieder ein Schälchen Pistazien bringen solle und er tat das auch.

Ich bin sicher, die Pistazien damals hatten sich positiv auf meine Genesung ausgewirkt.  Sie sind  garm, also warm, mild und magenfreundlich. 88% des Fettgehaltes der Pistazie besteht aus ungesättigten  Fettsäuren und zu 34 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren.  Das wirkt sich sehr positiv auf den Cholesterinspiegel und das Herz aus. Ausserdem bietet diese edle Frucht, die eigentlich keine Nuss ist, Kalium, Kalzium und Magnesium sowie neben Vitaminen aus der B-Gruppe vor allem Vitamin A und E. Darüber hinaus hat die Pistazie eine ähnlich aphrodisierende Wirkung wie die Dattel. Und weil es so ein wohligsonniger Sonntag ist, gab es gleich ein ganzes Pistazienmenü und mit jedem Gang ging die Pistazie eine neue den Gaumen beglückende Liaison ein:

 

Rote-Bete-Carpaccio mit Ricotta salata und Pistazienöl

IMG_3427Zutaten für 2 Personen

  • 3 – 4 Rote Bete Knollen
  • 3 – 4 Stängel Knoblauchgras
  • 8 Pistazien
  • Ricotta salata
  • 3 TL Pistazienöl
  • 1 TL Olivenöl
  • 2 TL Balsamessig oder Balsamico

Zubereitung

Ideal sind frische Rote Bete, die ihr im Backofen backt. In Alufolie gewickelt brauchen sie ca. 2 Stunden.

Ich hatte sie gestern einfach mit in den Backofen gelegt, als ich einen Kuchen buk.

Die abgekühlten Rote Beten schälen und in dünnste Scheiben schneiden. Diese auf einem Teller auslegen

Das Knoblauchgras in kleine Röllchen schneiden, die Pistazien entschalen, grob zerstoßen und beides über die Rote Bete streuen. Etwas Ricotta salata über die Rote Bete raspeln.

Das Pistazienöl in einem Gläschen mit dem Olivenöl und dem süßlichen Balsamessig zu einer Emulsion verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Rote Bete träufeln.

Den Teller mit dem Carpaccio mit Frischhaltefolie abdecken und wenigstens 30 Minutern bei Zimmertemperatur marinieren lassen

Spaghetti mit Pesto aus Rucola, Kresse, Pistazien und Pecorino

IMG_3435Zutaten für 2 Personen

  • 1 gute Handvoll Rucola
  • 1 Handvoll Gartenkresse
  • 1 gute Handvoll Pistazien
  • 50 g trockener Pecorino
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Tl grobes Meersalz
  • 3 – 4 EL Pistazienöl
  • 2 – 3 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 125 g Spaghetti
  • 125 g Vollkornspaghetti

Zubereitung

Etwas vorab: Ein Blender ist ein Blender, auch in der Küche. Ich schätze diesen Küchenhelfer sehr. Er zerkleinert zuverlässig und schnell alles zu feinsten Pasten, Cremes oder Smoothies.  Doch manches indonesische Sambal oder Bumbu und manches italienische Pesto verliert, wenn es mit dem elektrischen Kraftpaket zubereitet wird. Wenn ich kleine Mengen herstellen oder aber eine ganz besondere Gaumenfreude  zubereiten möchte, greife ich auf den traditionellen Mörser zurück. Vielleicht bilde ich es mir ja auch nur ein, aber nicht nur die Konsistenz ist anders, auch die Aromen verbinden sich inniger. Und für diese Mühen werde ich  schon beim Zerreiben der Zutaten mit intensiven Düften belohnt.

Rucola und Kresse waschen, trocken schleudern und grob zerkleinern. Den Pecorino reiben, die Pistazien aus ihren Schalen pulen und die Knoblauchzehen abziehen und grob zerkleinern.

Den Knoblauch mit dem groben Salz im Mörser zu einer Paste zermahlen. Die Pistazienkerne dazugeben und weiter mit dem Stößel zerreiben. Nach und nach Kresse und Rucola dazugeben und weiterarbeiten, bis eine grüne, feste Paste entsteht. Nun unter ständigem weiteren zermahlen mit dem Stößel Öl und Pecorino einarbeiten und ggf. mit Salz und Pfeffer würzen.

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Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und Salz und Spaghetti dazu geben. Die Spaghetti ca 8 – 10 Minuten al dente garen, dann abgießen, kurz abtropfen lassen und mit dem Pesto servieren.

Pesto, das zu viel sein sollte hält sich bis zu 15 Tage im Kühlschrank. Es kann aber auch Portionsweise eingefroren werden. Das geht z.B. prima mit einem Eiswürfelbehälter.

Waldbeereneis mit Pistazien-Rosen-Blättchen

IMG_3443Ein schnell gezaubertes veganes Eis! Einfach Kokosmilch und Waldbeeren aus der Tiefkühltruhe miteinander mixen. Es ist dann bereits semigefroren mit leichtem Schmelz genießbar. Wenn ihr es fester haben möchtet, bereitet ihr es einfach ein paar Stunden vorher zu und gebt es in den Gefrierschrank.

Die Anleitung für die Pistazien-Rosen-Blättchen aus Filoteig findet ihr hier. Die knusprig-zarte Süße der Blättchen passt wunderbar zu der fruchtigfrischen Säure dieses Kokoseis‘.

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. wiwor sagt:

    danke, es freut mich, wenn er dir gefällt.

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  2. Wunderbar geschrieben!

    Gefällt 1 Person

    1. wiwor sagt:

      die Pistazie ist einfach wunderbar

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  3. Elham sagt:

    Das hast Du wunderbar geschrieben eine Geschichte aus 1001 Nacht!
    🙂 Ich bin Pistazien auch verfallen es ist wie eine Liebe. Man bekommt einfach nicht genug davon. Frische Pistazien sind auch traumhaft so zart süßlich aber doch sehr nussig. Genuss Pur.

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    1. wiwor sagt:

      Danke, liebe Elham.
      Ich kenne bisher nur die gerösteten knackigen Datteln, die frischen werden für mich noch eine Entdeckung sein.

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  4. wiwor sagt:

    Pistazien meine ich, Datteln kenne ich keine gerösteten 😀

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