Mam Mam schnapp dir de Pann, mir wolle Rievkooche hann….

am

früher hahahaha, ja früher sei alles besser gewesen sagen die einen. Andere, manchmal aber auch dieselben Leute, behaupten, seit froh, dass ihr das nicht erleben musstet, das Früher. Je nach Anlass entscheidet man sich für den einen oder für den anderen Ausspruch. Fakt ist, dass ich heute auch schon mit einem „Früher“ diesen Beitrag beginne. Mir wird bewusst, dass auch ich von einem  gelebten Leben mit Wandel, Veränderung, aber auch Kontinuität und Bestand erzählen kann.

Wenn ich so durch Köln ziehe, komme ich immer wieder an Orten vorbei, die waren schon genauso wie sie heute sind in meiner Kindheit gewesen. Ich muss lachen, wenn meine Kinder in die Clubs gehen, in die ich schon ging. Während ich mich frage, ob sie da vielleicht… wie ich damals, na dann wollen sie das lieber alles gar nicht so genau wissen.  Die Mama ist irgendwie doch etwas heiliges, Mama eben. Andere Orte wiederum wandeln sich schneller, als ich gucken kann, mal vorteilhaft, mal eher nicht. In meinem Früher, an das ich gerade denke, da gab es keine Dönerbuden. Der Döner war da noch nicht einmal erfunden, die Idee von ihm nicht angedacht. Es gab auch keine Sushi-Bars. Heute zählen sie zu meinen liebsten Fast-Foods, ein Wort, das ich in dem Früher, von dem ich hier schreibe, auch nicht kannte.  Burger kannte ich da nur, wenn überhaupt, aus Hollywoodfilmen. Der erste McDonald wurde vor 40 Jahren in Köln eröffnet, als ich von der Grundschule auf die weiterführende Schule wechselte. Und es war was ganz besonderes dort anzustehen.

Dafür gab es an fast jeder Ecke die Imbissbuden und -wagen mit Pommes, Currywurst und Schaschlikspießchen, Ädäppelschlot, Frikadellen und Zigeunerschnitzeln. Vor allem aber gab es die Rievkooche Büdche, die heute so gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden zu sein scheinen. Meine Liebste war an der Venloerstroß in Köln Ehrenfeld ziemlich direkt gegenüber vom Strohuteck. Die Zweitliebste war die vorm Bahnhof. Und wenn ich über den Wochenmarkt bummelte, egal zu welcher Jahreszeit, ja dann machte ich jedes mal ein kleines Päuschen vorm Reibekuchenstand.

Heute schmachtete ich aus welchem Grund auch immer schon den ganzen langen Tag lang nach Reibekuchen und endlich konnte ich dann eben

  • 1 große Kartoffel von um die 200 g schälen und reiben
  • 1 kleine Zwiebel schälen und dazureiben
  • die Masse absieben und die aufgefangene Stärke an die Kartoffelzwiebelmasse zurück geben
  • 1 Teelöfelchen voll Mehl vergessen
  • 1 Ei unterschlagen
  • alles mit Salz, Pfeffer und Beschot abschmecken
  • Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen
  • und meine Reibekuchen darin ausbacken – übrigens, so richtig gute Reibekuchen, die müssen im heißen Öl schwimmen.
  • 1 Scheibe Schwarzbrot mit etwas Butter bestreichen
  • 1 EL saure Sahne mit 1 TL Frischkäse verühren
  • und alles mit ein paar Scheibchen geräucherten Lachs anrichten.

Dazu gönnte ich mir ein Gläschen leichten fruchtigen Sommerwein…

IMG_4044ein köstliches kleines Feierabendmahl war das!

Der runde Abschluss eines guten Sommertages

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Ich reihe mich ein in den Club…werde demnächst auch mal wieder welche machen 🙂

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  2. wiltrud sagt:

    da können wir ja eine Reibekuchen-Challenge ausrufen 😀

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  3. Es Marinsche kocht sagt:

    🙂

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  4. Schnippelboy sagt:

    deine sehen besser aus

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    1. wiltrud sagt:

      nein, nur anders 🙂

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      1. wiltrud sagt:

        mit und ohne Süßkartoffel
        geraspelt und gerieben
        mit Mehl und mit Mehl vergessen
        wenig Öl in der Pfanne und viel Öl in der Pfanne
        …. also anders und verschieden, aber einfach nur gut. Und bald sehen wir noch die Variante von Marinsche 🙂

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      2. Schnippelboy sagt:

        ja warten wir es ab 🙂

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  5. Corinna sagt:

    Bei uns in Ostbrandenburg nennt man die Reibekuchen „Kartoffelpuffer“ und die von meiner Mama sind natürlich die besten. 🙂

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    1. wiltrud sagt:

      klar, keine Frage 🙂

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      1. Corinna sagt:

        Man isst sie bei uns traditionell mit Apfelmus, aber so mit Lachs und Frischkäse kann ich sie mir auch gut vorstellen. Mhmmm… jetzt habe ich total Appetit darauf bekommen. Da muss Luigi heute Nachmittag wohl noch einmal los und Kartoffeln kaufen. ;)))

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      2. wiltrud sagt:

        hihihi…. ich sag doch, dass wir eine Kartoffelpuffer-Challenge machen sollen 😉

        Bei uns isst man sie auch traditionell mit Apfelmus oder mit Rübenkraut, aber eben auch mit Schwarzbrot, Schmand oder ähnlichem und geräucherten Lachs. Das ist dann die Festags- oder Reiche-Leute-Variante 😉

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      3. Corinna sagt:

        Jetzt bin ich aber neugierig: Was ist denn Rübenkraut? Die Blätter von Möhren? Und wie bereitet man sie zu?

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      4. wiltrud sagt:

        Zuckerrübensirup sagt man glaube ich auch.

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