Röggelchen

am

Seit ich diesen wundervollen dirty Veggie-Burger gemacht habe, spukt mir der Gedanke durch den Kopf, Röggelchen zu backen. Viele Jahre buken meine Freundin Cordula und ich regelmäßig unser Brot selber. Wir hatten einen festen Tag in der Woche, an dem wir bei ihr oder bei mir zusammen kamen, um gemeinsam Brote zu backen. Damals kauften wir gleich säckeweise das Getreide, hatten unsere eigenen Kornmühlen und lachten und herzten oder aber erörterten ernsthafte Angelegenheiten, während wir stundenlang den Brotteig kenteten. Wir blieben damals bei Hefebroten. An Sauerteig hatte ich mich bisher nicht herangewagt, seit gestern Abend ist das anders:

Auf meiner Suche nach einem Rezept für Röggelchen entdeckte ich den PlötzBlog mit einem Rezept für Kölner Röggelchen aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das habe ich dann gestern und heute ausprobiert:

 

1Heut nacht

ohne Geliebten wie viele,

bake ich Brot,

senke die Fingerknöchel

in den weichen Teig

(Patricia Donegan)

7Ich hielt mich nicht akribisch an die Gramm-Angaben, dachte mir, so eine genaue Küchenwaage hatten sie doch früher auch gar nicht.

Ich hielt mich auch nicht so ganz akribisch an die Zeitangaben:

Die Vorteige setzte ich gestern, nach dem nach Hause kommen an und ließ ihnen die Nacht.

Da ich gar keine entsprechende Knetmaschine habe, machte ich gleich alles in Handarbeit. Da gibt es bei mir nur eine Stufe. Das Gefühl zwischen meinen Fingerkuppen, wenn sie sich in den Teig eingruben, verriet mir die Qualität des Teiges.

Die Ruhephasen des Teigs – in denen er ja gar nicht ruht,  sondern sich sacht und verschwiegen dehnt und wächst und quillt – orientierten sich bei mir nicht nach der Uhr, sondern nach meinen weiteren Beschäftigungen wie: Frühstücken, Einkaufen gehen, den Sonntagsbraten vorbereiten, etc.

3

Schade, dass man mit einem Blog noch keine Düfte übermitteln kann! Denn meine Küche duftet so verheißungsvoll, wie mancher Ablüfter beim Bäcker mit dem erfreulichen Unterschied, dass meine Röggelchen halten, was ihr Duft verspricht.

Ein bissel hell und recht zart, die knusprige Kruste, sind sie eine kleine Köstlichkeit geworden.

Ich empfehle euch nicht, es nachzumachen. Es kann eine gefährliche Leidenschaft werden oder eine zwingende Notwendigkeit.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tring sagt:

    Hach, herrlich. Leider können das die Bäcker hier alle nicht. Koblenz ist halt nicht mehr Köln.. Muss meinem Onkel (der war mal Bäcker) mal sein Röggelchen Rezept abluchsen 😉

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    1. wiltrud sagt:

      Hand auf’s Herz, ich habe auch noch nie so leckere Röggelchen gegessen und die hier sind erst meine ersten Gehversuche auf diesem Gebiet…
      … ich habe schon bei den Buns bemerkt, das selber Backen echt gefährlich ist. Danach geht gekauft nur noch schwer 😉

      würdest du mir das Rezept deines Onkels dann verraten…? Vielleicht hat er ja eins mit etwas mehr Roggenanteil?

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      1. Tring sagt:

        Ich weiß ja nicht, ober er’s mir verrät 😉 Ich liege ihm schon seit ewigen Zeiten in den Ohren, er soll mal einen familieninternen Backkurs geben… 😉

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      2. wiltrud sagt:

        ja, wäre echt schade um schöne Traditionen, wenn er es nicht täte… Ich drücke dir mal die Daumen! 🙂

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