grüne Monde zu Morning Glory – köstlich vegan

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Kichererbsen-Tahu-Klößchen an pfannengerührtes Morning Glory (Wasserspinat)

Morning Glory heißt ein nicht gerade unvergesslicher US-Amerikanischer Film aus dem Jahr 1933. Er ist erwähnenswert, weil die wundervolle Kathrine Hepburn für ihre schauspielerische Leistung in diesem Film ihren 1. Oskar bekam.

Morning Glory heißt im Englischen die Prunkwinde, weil sie in den frühen Morgenstunden ihre hübschen Blüten öffnet. Eine spezielle Gattung dieser Prunkwinde ist der kaliumreiche Wasserspinat, der schon seit über 2000 Jahren im tropischen Afrika, China, Indien und den Ländern Südostasiens kultiviert wird. Auf Indonesisch wird er Kangkung genannt. Kangkung hat ein mildes-nussiges Aroma und kann wie junger Blattspinat als Salat, gedünstet, gedämpft, gekocht oder gebraten zubereitet werden.

Und wenn ich schon Blumen mit Stiel und Blatt als Basisgemüse zu meinen veganen Gondi zubereitete, fügte ich auch noch ein wenig Speisechrysanthemen, die leicht nach Sellerie schmecken, etwas roten Blattsenf und schlussendlich noch ein wenig südostasiatischen Blattbroccoli hinzu. Alle diese Blattgemüse werden in den Küchen Südostasiens ähnlich zubereitet, wie Kangkung. Als Pfannengemüse im Wok gebraten werden sie klassischer Weise mit Trassi (Krabbenpaste) und/oder Austern- oder Fischsauce gewürzt und natürlich immer schön feurig scharf mit Sambal oder Chili.

Mein Morning Glory am Abend sollte vegan werden. Deshalb wandelte ich die Würzmischung, die ihr in jedem südostasiatischen Kochbuch und auch im Internet findet ein wenig ab und passte sie zudem an die orientalischen Aromen meiner „grünen Monde“ an.

Die veganen „grünen Monde“ orientieren sich in ihrer Rezeptur an Gondi  – گندی . Diese kleinen Metzeknödel aus geröstetem Kichererbsenmehl, Hühnchenfleisch und Kräutern sind eine Besonderheit der jüdischen Küche Irans, die traditionell am Sabbat zu einer fruchtig-limonigen Suppe serviert werden. Eine kleine, sehr feine Köstlichkeit, die meiner Erfahrung nach polarisiert: Man liebt sie und ist verrückt nach ihr oder man mag sie nicht. Dann mag man aber grundsätzlich kein geröstetes Kichererbsenmehl oder kein Kardamon, keinen Koriander oder kein Kumin.

Die Entscheidung das Geflügelfleisch durch Tahu (Tofu) zu ersetzen, war eine sehr gute. Es macht die Klößchen nicht nur grüner und feiner in ihrer Konsistenz. Es macht sie auch ein wenig frischer.

Doch nun zum Rezept, das für 2 – 3 Personen ausreicht:

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Zutaten für die Gondi

  • 100 g geröstetes Kichererbsenmehl
  • 200 g Tahu
  • 30 ml Rapsöl (oder anderes neutrales ÖL)
  • 1 Schalotte
  • 1 Handvoll glattblättrige Petersilienblätter
  • 1 Handvoll Koriandergrün
  • ½ TL Kurkuma
  • ½ TL Kumin
  • 4-5 grüne Kardamonkapseln
  • Salz nach Bedarf

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Zutaten für das Pfannengemüse

  • 1 Schalotte
  • 1Knoblauchzehe
  • 150 g Wasserspinat
  • 150 g Speisechrysanthemen
  • 100 g Blattbroccoli
  • 50 g roten Blattsenf
  • ½ rote Paprika
  • 2 EL helle Sojasauce
  • Saft ½ Limette
  • 1 EL Granatapfelsirup
  • 1 TL Palmzucker
  • 4 EL Kokosnussmilch (optional)
  • Öl zum anbraten

Küchengeräte

1 Schneidebrett, 1 Messer, Küchenblender, 1 Schaumlöffel, 1 Topf, 1 Wok (oder große Pfanne), 1 Holzrührlöffel

Vorbereitungszeit: 15 Minuten / Zubereitungszeit: 15  Minuten

Zubereitung

  • Für die Gondi Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen und in der Zwischenzeit die Schalotte schälen und grob zerkleinern.
  • Dann die Kardamonkapseln aufdrücken und die Samenkörner entnehmen. Diese mit allen übrigen Zutaten in dem Küchenblender zu einer festen, cremigen, grünen Paste zerkleinern lassen.
  • Daraus mit nassen Händen kleine Klößchen formen, die in das siedende Wasser gegeben werden.
  • Während die Klößchen garen, die Blattgemüse grob zerkleinern, sehr gut abwaschen. Und in einem Sieb noch eine kleine Weile Beiseite stellen. Schalotte und Knoblauchzehe schälen und fein würfeln, die Paprika grob würfeln.
  • Wenn mittlerweile die Gondi an der Wasseroberfläche schwimmen, werden sie mit dem Schaumlöffel abgeschöpft und zur Seite gestellt.
  • Im Wok 2-3 TL Öl erhitzen und darin die Schalotte und Knoblauch anbraten. Das ruhig noch nasse Gemüse dazugeben und kurz anrösten.
  • Dann die flüssigen Gewürze und den Zucker dazu geben und alles noch 3-4 Minuten simmern lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Eventuell noch ein wenig salzen und schon kann das Gemüse mit den Gondi serviert werden.

 

 

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lecker klingt das 😋

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    1. wiltrud sagt:

      danke 🙂
      Es war sehr lecker. besonders die Klößchen sind der Hit, finde ich ganz Bescheiden 😉

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      1. Die Klößchen finde ich auch extrem lecker aussehend 😊

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      2. wiltrud sagt:

        danke 🙂 ich würde dir gerne eins rüberreichen, aber mittlerweile sind sie alle verputzt… sorry.

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      3. Och 😟

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      4. wiltrud sagt:

        Ooooooh 😟
        nächstes Mal meldest du dich einfach einen Moment früher und dann klappt das auch 😉

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      5. Mach ich 👍😎

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