Bakso terung goreng, Lontong kuning, Salat, Saté kambing & Tahu goreng

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Die Rijstafel  ist eine Erfindung der holländischen Kolonisten in Indonesien. Sie bezeichneten damit ein riesiges langes Buffets mit bis zu 40 verschiedenen aromatischen Gerichten von Fisch, Fleisch und Gemüse der indonesischen Küche. Auch Salate werden dazu gereicht. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche Schalen mit gekochtem Reis. Jeder bedient sich selber am Reis und kostet dann die anderen Speisen dazu. Traditionell wird mit den Händen gegessen.

Bei dieser Erfindung orientierten sich die Europäer sicherlich an den zahlreichen Selamatans. Ein Selamatan – „Segnung“ –  wird  zu Hochzeiten, Geburten und anderen Ereignissen mit größerer oder auch geringerer Wichtigkeit veranstaltet. So ist auch jede Geburtstagsfeier ein Selamatan.

Absolut unverzichtbar ist bei einem Selamatan das Essen, egal, ob es nun opulent den Mittelpunkt der Veranstaltung darstellt oder fast unscheinbar und nebensächlich präsentiert wird. Das gemeinsame Mahl ist in jeder Religion ein fester traditioneller Bestandteil und verbindet die Menschen. Typische Speisen eines Selamatans sind „Lontong“ und „Saté“. Beide Speisen lassen sich in großen Mengen einfach vorbereiten und sind doch von so besonderer Art, dass sie einem feierlichen Anlass angemessen sind.

Mein Mittagessen war weder eine Rijstafel noch ein Selamatan, das ja auch sehr einsam gewesen wäre, so ohne Gäste. Es entsprach mehr einer üblichen Mahlzeit, bei der neben Reis 3 – 5 Beigaben gereicht werden. Wenn ihr mehr über die Essgewohnheiten in Indonesien lesen wollt, könnt ihr das hier. Die Kügelchen habe ich jetzt einfach mal „Bakso terung goreng“ getauft. Es sind gebratene Auberginen-Kichererbsenmehl-Klößchen, die ich mir so ausgedacht habe und sie sind eher orientalisch angehaucht, statt indonesisch. Ich würzte sie mit meinem selbstgemachten Advieh und so erinnerte ihr Geschmack doch eher an Gondi, aber auch an Falafel. Der Salat war eine erfrischende Resteverwertung.

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Und so habe ich es gemacht:

Das Tahu habe ich am Vorabend in dreieckige Scheiben geschnitten und diese in einer Marinade aus Wasser, 2 gepressten Knoblauchzehen, 1 TL Salz, ! TL Kurkuma und dem Saft 1 Zitrone eingelegt

Ebenfalls am Vorabend schnitt ich ca 200 g Lammfleisch in kleine Stückchen.

Aus 1/2 Schalotte, 1 Knoblauchzehe, 1 kleinen Chilischote, 1 Stückchen Ingwer, 1EL Ketjap Manis, 1 EL Sojasauce, 1 TL Rapsöl mixte ich mit dem Küchenblender eine Marinade, in der ich die Fleischstückchen einlegte.

Für das Lontong brachte ich einen Topf mit Wasser, Salz und Kurkuma zum kochen und gab einen Kochbeutel Basmatireis dazu. Ich ließ den Reis ca 90 Minuten kochen. Dabei füllte ich immer wieder Wasser nach, wenn der Reis nicht mehr bedeckt war.

Nachdem der Reisbeutel prall ausgefüllt war, fischte ich ihn vorsichtig aus dem Kochwasser, ließ ihn abtropfen  und legte ihn zum auskühlen. Anschließend kam auch der Reis mit seinem ihn umhüllenden Kochbeutel über Nacht in den Kühlschrank.

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Am nächsten Tag buk ich die Aubergine ca 30 Minuten bei 180° C im Backofen. Dann zog ich ihr die runzelig gewordene Haut ab und vermischte ihr Fruchtfleisch mit 100 g gerösteten Kichererbsenmehl, 1 Ei, 1 EL feingeschnittene Petersilienblätter, 1 klein geschnittene Knoblauchzehe und 1 TL Advieh zu einem festen, leicht klebrigen Brei. Mit nassen Händen formte ich daraus Kügelchen.

Wieder brachte ich einen Topf mit Salzwasser zum Kochen und gab die „Kügelchen“ hinein. Als sie an der Wasseroberfläche schwammen, fischte ich sie mit dem Schaumlöffel heraus.

Ich wässerte Holzspießchen und zündete den Holzkohlegrill an.

Die Tahuscheiben ließ ich auf Küchenpapier abtropfen

Dann wurden die Salatblätter gezupft, gewaschen, trocken geschleudert und mit ein paar weißen Bohnen, ein paar Gurkenscheiben und 1 in kleine Würfelchen geschnittenen Schalotte in eine Schüssel gegeben. Aus dem Saft 1/2 Limette, 1 TL Reisessig, 2 TL Rapsöl, etwas Salz und Zucker mischte ich eine süß-saure Salatsauce, die noch ein wenig neben dem Salat warten durfte.

Aus 1 gehackten Schalotte, 2 fein geschnittenen roten Chilischoten, 1 TL Reisessig, 1 EL Ketjap manis und 2 EL Sojasauce mischte ich den Dip für mein Saté und mein Lontong.

Die Fleischstückchen schob ich auf die Holzspießchen, so jeweils 4-5 Stückchen pro Spieß

Mein Lontong befreite ich aus dem Reisbeutel und schnitt ihn behutsam in dreieckige Stückchen

In einer Pfanne erhitzte ich Öl und briet zuerst die Auberginen-Kichererbsenkügelchen und anschließend die Tahudreicke.

Schlussendlich grillte ich meine Saté-Spießchen in wenigen Minuten über der Holzkohle, mischte das Salatdressing unter den Salat und richtete meine Mittagstafel an.

 

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19 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Sehr fein 😊 wie hat man das mit dem Schnitt-Reis denn zu früheren Zeiten gemacht, als es noch keinen Kochbeutel Reis gab?

    Ich habe die verschiedensten Reissorten erst in den letzten Jahren lieben gelernt, seitdem ich einen Reiskocher habe….früher habe ich selten Reis gegessen, dafür jetzt umso lieber und öfter 😋

    Aber Kochbeutel Reis war für mich schon immer irgendwie frevelhaft….😜😂

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    1. wiltrud sagt:

      hahaha…. ich meide normalerweise auch Kochbeutelreis. Aber mit Bananenblätter war es mir jetzt zu aufwendig und du bekommst Kochbeutelreis in Bioqualität, also kein Ding für den Reiskuchen

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Das es ihn in Bioquali gibt macht ihn für mich trotzdem nicht attraktiver 😜

        Aber ich finde die Idee mit dem Reis an sich gut…wobei…wenn es mal schön angerichtet werden soll bleibe ich bei meiner Variante mit der runden Ausstechform 😀

        Und das Drumherum entwickelt sich bei mir auch, ohne das ich danach gesucht habe….

        Ich hatte jahrelang keine eigene Küche mehr, durch Zwischenmiete, WG-Leben etc.

        Und seitdem ich wieder so einigermaßen gut equipted bin komme ich an meinen Ursprung heran….samt Faible für asiatische und orientalische Gerichte….

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      2. wiltrud sagt:

        du könntest ihn auch in Alufolie packen und zu Lontong garen. Finde ich aber auch nicht besser, als Reisbeutel. Oder du nimmst Bambuskörbchen 🙂

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      3. Es Marinsche kocht sagt:

        Alufolie habe ich nicht im Haus, Bambuskörbchen auch nicht….nur meine Miss Cuckoo….und die macht ihren Job gut….nur halt nicht obigen Reis 😀

        Aber wenn ich die andere Hälfte nach dem Essen raushole kann man es auch in „Tortenstückchen“ schneiden….

        In den nächsten Tagen werde ich mal lila Reis probieren….als Farbtupfer zu weißem Reis….bin gespannt… 😊

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      4. wiltrud sagt:

        womit färbst du ihn denn lila?

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      5. Es Marinsche kocht sagt:

        Der ist schon lila, eine Sorte aus Thailand…….ich habe ihn zum ersten Mal…

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      6. wiltrud sagt:

        Dann warte ich das mal ab…. 😉

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      7. Es Marinsche kocht sagt:

        Ja, ich bin selbst gespannt… 🙂

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      8. wiltrud sagt:

        Wann machst du ihn denn?

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      9. Es Marinsche kocht sagt:

        Vermutlich morgen 🙂

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  2. Ruhrköpfe sagt:

    sieht toll aus 🙂

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    1. wiltrud sagt:

      danke, ist nachahmenswert und nicht so aufwendig und kompliziert, wie das niederschreiben 😉

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  3. Ruhrköpfe sagt:

    das klingt gut 🙂 LG Annette

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  4. kowkla123 sagt:

    mein Magen sagt nein, gestern zum Geburtstag zu viel gegessen, ich wünsche ein schönes Wochenende

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    1. wiltrud sagt:

      Da habe ich aber Glück, denn ich könnte dir nichts mehr davon anbieten. Ist bereits alles weg 😀
      Dir auch ein sonniges Wochenende.

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      1. kowkla123 sagt:

        na, schade, aber richtig

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      2. wiltrud sagt:

        🙂

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