Pergedel jagung – Maisbratlinge

am

mit Sambal kelapa an Mango-Papaya-Salat

Pergedel jagung, Maisbratlinge, gab es immer und irgendwie konnten wir uns nie und niemals daran satt essen. Egal wie pleite wir mal gerade wieder waren, für Reis und die Basiszutaten zu Pergedel jagung reichte es doch.  Manchmal gab es dann noch pfannengerührtes Gemüse dazu, manchmal auch Hähnchen, Tempe oder Tahu.

Manchmal bereiteten wir die Pergedel jagung aus frischem Mais zu. Das war  eine aufwendige Angelegenheit, denn die Maiskörner ließen sich nicht so einfach von den Maiskolben streifen. Deshalb griffen wir in der Regel – so wie ich heute – auf den Dosenmais zurück. Manchmal bekamen wir frischen Koriander oder Petersilie. Manchmal peppten wir sie mit Erdnüssen auf oder zu besonderen Gelegenheiten  mit Garnelen.

Nach einem genauen Rezept hatten wir sie nie zubereitet. Es war einfach und selbstverständlich: 1 Dose Mais, 1 Ei, manchmal auch 2, 1 Schalotte oder kleine Zwiebel, 1 – 2 EL Mehl zum binden, Knoblauch, Salz, Pfeffer und weitere Gewürze und Kräuter, so wie wir sie zur Verfügung hatten. Alles vermengt, fritiert und fertig.

Jahre später, Ril hatte schon längst das Studium abgeschlossen und war wieder nach Indonesien zrück gekehrt, da machte ich immer noch Pergedel jagung. Im Sommer, wenn nicht 3, sondern 8, 9, 10 hungrige Kinder die Küche stürmten, waren sie in Nullkommanichts fertig gemacht. Eine willkommene Abwechslung zu den ewigen Spaghetti. Mit einem milden Joghurtdip, Paprika-, Karotten- und Gurkenstreifen wurde daraus ein Fingerfoodrabatz. Ich hatte anschließend satte, zufriedene Kiddies und keinen Abwasch.

Viele viele Jahre später, nämlich jetzt vor ein paar Tagen, bat mich meine erwachsen gewordene Tochter doch einmal aufzuschreiben, wie ich Maisbratlinge mache. Also dann:

Sambal kelapa

1

Als erstes habe ich ein Kokosnusssambal aus frischen Kokosnussraspeln hergestellt. Dazu brauchte ich:

2ca 100 g frische Kokosraspel (kann man auch tiefgekühlt im Asialaden kaufen, wenn man nicht selbst raspeln will.)

in Wasser aufgelöste Tamarinde, ca 1-2 EL von dem fertigen Brei (oder den Saft von 1/2 Limette oder Zitrone)

1 kleine Schalotte, 2 Knoblauchzehen, Chili nach Geschmack

ca 1/4 TL Trassi (Krabbenpaste), 1 TL Palmzucker (oder Zucker)

Zubereitung

3

Zunächst alle Gewürze im Mörser zu einer Paste verarbeiten.

Dann die Kokosnussraspel untermengen.

Zügig aufbrauchen, es ist nicht  sehr haltbar.

Mango-Papaya – Salat

4

Zutaten

5

  • 1/2 Papaya
  • 1 grüne Mango
  • 3 Cocktailtomaten
  • 2 kleinere Karotten
  • 3-4 Stängel Koriander
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • Chilis nach Geschmack
  • 1/4 TL Trassi
  • 1 TL Palmzucker
  • 2 EL Erdnüsse
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 2 TL Traubenkernöl (oder anderes Öl)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

6Die halbe Papaya und die Mango schälen, die Karotten gut abwaschen.

Dann alles in feine Streifen schneiden. Ich habe dazu einen Julienne Schneider genommen. Dabei hatte ich dieses Mal aber das Problem, dass sowohl die Papaya, als auch die grüne Mango bereits etwas nachgereift waren. Das gab dann meinem Salat eine gewisse Schlotzigkeit, die wunderbar zu den knusprigen Perkedel jagung harmonierte, so aber eigentlich nicht vorgedacht war.

Die Tomaten abwaschen, halbieren, entkernen und in Streifchen schneiden.

Die Schalotte in feine Ringe schneiden und die Korianderblätter nach dem waschen abzupfen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Die bisherigen Zutaten auf einem Teller oder einer Platte behutsam vermengen.

Aus den übrigen Zutaten im Mörser eine sämige Vinaigrette herstellen und über den Salat verteilen.

Pergedel jagung

7

Zutaten

  • 82 EL geröstete Erdnüsse (kann, muss aber nicht sein)
  • 1 kl Dose Mais (140 g)
  • 1 1/2 El (Reis-)Mehl
  • 1 Ei
  • 1 Schalotte (oder kleine Zwiebel)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Chili nach Geschmack, ebenso Koriandergrün oder Petersilie
  • Öl zum fritieren

Küchengeräte

1 Schneidebrett, 1 Messer, 1 Schüssel, 1 Mörser, 1 Pfanne, 1 Löffel, 1 Pfannenwender, 1 Teller, Küchenpapier

Zubereitungszeit:

max. 15 Minuten

Zubereitung

Zunächst einmal werden die Erdnüsse grob zerkleinert. Ihr könnt direkt die abgezogene Knoblauchzehe und Chili mit in den Mörser geben.

Die Schalotte wird in feine Würfelchen und der Koriander in feine Streifen geschnitten.

Dann kommen alle Zutaen in eine Schüssel und werden miteinander vermengt.

9Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen und

mit einem Eßlöffel kleine Häufchen von der Maismasse in das Öl geben und flach drücken. Dabei müsst ihr vorsichtig sein, damit das Öl nicht spritzt oder sich nicht zu viele einzlne Maiskörner verselbstständigen. Se können auch aufpuffen, wenn das Öl zu heiß geworden ist.

Die Maisbratlinge sollen im Öl schwimmen und werden rasch braun.

Einmal wenden und dann gut auf dem Küchenpapier das überschüssige Fett absaugen lassen.

Macht nur so viele Pergedel jarung, wie auch gegessen werden. Kalt schmecken sie nicht mehr so gut und sie lassen sich auch nur unbefriedigend aufwärmen. Dafür sind aber schnell frische nachgemacht.

* *.

„Enak enak“ würde Ril dazu sagen, „aber wo ist der Reis?“

„Den habe ich vergessen…“

„Ui, du schon wieder!“ höre ich ihn lachen, „aber schmeckt!“

Und deshalb habe ich dann dieses leichte Beilagenmahl mit einem Kopi Luwak abgerundet!

10

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Ja, der Nachwuchs fixiert die Rezepte für die Ewigkeit. Und das ist auch gut so, ich bedaure bis heute, dass ich Oma zu Lebzeiten weder ihr Rezept für süßsaure Sauce noch für Frankfurter Kranz entlockt habe … Am Kranz bastel ich nämlich immer noch herum.

    Gefällt mir

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