Koofteh Noxodchi – کوفته نخودچی

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Eine vorangestellte Ergänzung: Ich habe gerade Das Ende des Schweigens und kalt servierte chinesische Nudeln von Mehlstaub & Ofenduft  gelesen und erfahren, dass mein heutiger Beitrag, wie mein gesamter Blog sich wunderbar in ein Blog-Event einfügt, das kein Event, sondern Ausdruck einer politischen und menschlichen Grundhaltung ist. Deshalb vernetze ich mich gerne unter dem #DeutschlandIsstBunt und weise auch auf  #bloggerfuerfluechtlinge hin.

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Bakso, Polpette, Köttbullar, Klößchen, Klopse, Köfte, Koofthe oder Gondi. Diese kleinen Bällchen aus oder mit Fleisch gibt es überall auf der Welt. Eines schmeckt köstlicher, als das andere. Wenn man sich für eine bestimmte Art oder einen Namen entscheiden konnte, stellt man fest, dass es hierzu wiederum unzählige verschiedene Rezepte gibt. Jede Familie, ja jeder Haushalt scheint wenigstens eine spezielle Hausrezeptur zu haben, die natürlich und ganz selbstverständlich die beste ist, verbunden mit Herzenswärme, Zuneigung und Erinnerungen. Schier unendlich und fast unglaublich sind diese fein nuancierten Unterschiede, die sich insbesondere in Textur und Geschmack ausdrücken.

Und als ich gestern Koofteh Noxodchi oder Gondi machte, die auf ihre ganz eigene Art die Aromen von Fleisch, Kichererbsen, Kardamon, Säure und Süße verbinden, musste ich unaufhörlich an Königsberger Klopse denken, die ich sicherlich bald machen werde. Es liegen Welten zwischen diesen beiden Gerichten und doch gibt es eben auch die eine und die andere Gemeinsamkeit. Gerade das aber fasziniert mich. Bei aller Vielfalt erkennt man immer wieder die Einheit, die Zusammengehörigkeit und die uns verbindenden Elemente: Speisen von Menschen zubereitet, tagtäglich liebevoll von den Müttern und Großmüttern gekocht, dabei die Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben, umgewandelt, den Lebensverhältnissen angepasst oder von (professionellen) Kochkünstler*innen zu neuartigen Aromakompositionen zusammengefügt.

Koofteh Noxodchi –  کوفته نخودچی

Koofteh Noxodchi sind Klößchen aus Kichererbsen(mehl) und gehacktem Fleisch von Lamm, Hähnchen oder Pute. Sie werden mit Kardamon gewürzt und in einer süß-säuerlichen Sauce oder als Suppeneinlage gereicht. Je nach Anlaß oder auch Möglichkeiten werden sie in Wasser oder in einer Brühe gegart. Dabei habe ich gestern einen wunderbaren neuen Nutzen meines Crockys kennen gelernt: Er eignet sich ganz fantastisch für die schonende Zubereitung von Klößchen und Klopsen, da er die Temperatur konstant hält und die Flüssigkeit in ihm kaum reduziert. Denn Koofthe Noxodchi garen sehr langsam. Man läßt ihnen wenigstens 1 1/2 Stunden Zeit, auch braucht der Fleischteig vorab viel Ruhe, damit sich alle Elemente gut miteinander verbinden. Man sollte ihn wenigstens für 4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Ideal ist es, ihn am Vorabend schnell zusammen zu mischen und über Nacht im Kühlschrank fest werden zu lassen, um am nächsten Tag griffige Klößchen formen zu können, die nicht im Sud zerfallen. Iranische Juden nennen diese Bällchen, die sie grundsätzlich mit Geflügelhack herstellen und in Geflügelbrühe garen, Gondi. Ein traditionelles Familiengericht für den Sabbat. Und genau hier habe ich dann wohl die Verbindung zu den Königsberger Klopsen hergestellt. Denn diese waren in meiner Kindheit ein typisches Sonntagsgericht, wenn sich die Familie bei meinen Großeltern traf.

Zutaten

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  • 500 g Putenhackfleisch
  • 2 geriebene Zwiebeln
  • 300 g Kichererbsenmehl
  • 1 EL Rapsöl
  • 1/2 TL Kurkuma
  • Salz und Pfeffer
  • 1 TL Kardamon (oder nach Geschmack)
  • 1 L Hühnerbrühe (ich nahm Knochenbrühe)
  • 2 Limoo Omani
  • 1 TL Zitronensaft
  • 2 EL Zucker

Dann gab es bei mir noch dazu

  • 1 Karotte
  • 1/2 gelbe Paprika
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 EL Petersilienblättchen
  • 1 EL Creme fraiche

Küchengeräte

1 Schneidebrett, 1 Messer, 1 Schüssel, 1 Crocky (oder Kochtopf 😉 )

Zubereitungszeit

Arbeitszeit: 15 Minuten, Ruhezeit: mindestens 4 Stunden, Garzeit: 1 1/2 Stunden

Zubereitung

Die obern aufgeführten Zutaten bis einschließlich den Kardamon zu einer homogenen Masse verkneten. Wenn ihr Lammfleisch nehmt, könnt ihr das Öl beiseite lassen. Diese Masse laßt ihr dann im Kühlschrank ruhen.

Die Brühe aufköcheln lassen und dann den Herd herunter schalten oder – wie ich es machte, in den auf High geschalteten Crocky umfüllen. Aus der Fleischmasse kleine, ca. walnussgroße Kügelchen formen. Das geht am besten, wenn ihr eure Hände leicht einölt, einen gehäuften TL voll von der Fleischmasse zunächst geschmeidig knetet und dann daraus die Klößchen formt. Diese gebt ihr behutsam in die heiße Brühe. Abschießend deckt ihr den Topfdeckel auf.

Die Karotte und die Paprika schneidet ihr in mundgerechte Stückchen und gebt sie mit an die Klößchen. Wenn ihr den Crocky benutzt, dann direkt. Wenn ihr einen normalen Topf benutzt, etwa 15 -20 Minuten vor dem servieren.

Die Limoo omani legt ihr in Wasser ein. Knapp 30 Minuten vor Fertigstellung des Gerichts lassen sie sich so leichter mit der Gabel einstechen. Dann gebt ihr sie mit Zitronensaft und Zucker an die Brühe. Im Kochtopf sollte sich nach 1 1/2 Stunden der Sud reduziert haben. Aus dem Crocky müsst ihr etwas Brühe abnehmen und auf dem Herd reduzieren lassen. Ich habe diese Sauce dann mit Creme fraiche leicht abgebunden und mit Frühlichgszwiebeln und frischer Petersilie angerichtet.

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Dazu passt frisches Brot, aber auch Reis, ein Kräuterteller und ein kanckiger Salat.

Eine vegane Variante dieser leckeren Klößchen habe ich hier beschrieben

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Danke, liebe Wiltrud, dass du gleich das Thema aufgegriffen hast und den Stimmenchor zu mehr Menschlichkeit bereicherst!

    Gefällt 1 Person

  2. wiltrud sagt:

    Das ist doch selbstverständlich und das geringste, dass man als Blogger*in tun kann

    Gefällt mir

  3. Conny sagt:

    Danke für deinen Beitrag, liebe Wiltrud.

    Gefällt 1 Person

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