Königsberger Klopse mit Bete-Birnen-Gemüse

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Dieser Klassiker der deutschen Küche taucht erstmals in der zweiten Hälfte des 1900 Jahrunderts auf den Speisekarten Berliner Restaurants auf; ab 1900 findet man dann erste  Rezepte  in den Kochbüchern. Heute soll es eines der bekanntesten deutschen Gerichte sein und es finden sich unzählige Rezepturen im Internet sowie in den Kochbüchern. Weshalb dieses edle Fleischgericht nach Königsberg benannt wurde, weiß ich nicht zu sagen. Es gibt mit Sicherheit einen Bezug, ähnlich wie bei den Berliner Pfannkuchen, die schlichtweg anderes Schmalzgebäck nur einfach deshalb übertrafen, weil sie in Preussen gebacken und von Protestanten gegessen wurden. In den katholischen Regionen hingegen war Schmalzgebäck während der Fastenzeit tabu.

Gewiss ist auch, das Königsberger Klopse eine Speise der Wohlhabenden und Betuchten war. Friedirich der Große soll sie auch gerne in Postdam genossen haben, pochierte Fleischklopse aus zartem Kalbfleisch mit edlen Kapern und teuren Sardellen. Diese delikate, zarte Geschmacksexplosion muss damals Luxus pur gewesen sein…

… und die Mamsellen der weniger betuchten Bürger passten die Rezeptur dann ihren Möglichkeiten an. Sie mischten Kalb- mit Rind- oder Schweinefleisch oder ersetzten es damit. Anstelle von Sardellen aus dem Mittelmeer nahmen sie Salzherringe und statt edler Boullion reichte ihnen Wasser, anstelle von Wein und Zitrone nahmen sie Essig. Doch jede dieser Rezepturen war köstlich und um unzähliges liebevoller und besser als die heutigen langweilig grauen Fleischbällchen in dicker weißer Mehlsauce, die uns in den Kantinen und Supermarktrestaurants als Königsberger Klopse präsentiert werden!

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Als Kind freute ich mich, wenn es bei meiner Oma Königsberger Klopse gab, auch, wenn ich anfänglich die Kapern nicht mochte. Das gab immer ein wenig Stress, weil ich damit auf Unverständnis bei den Erwachsenen stieß. Ich musste Essen, was auf meinem Teller war.  Ich war ein braves Kind und passte mich an, statt mich aufzulehnen. Das kam erst ein paar Jahre später. Meine Anpassung ging soweit, dass ich eines Tages begann, diese komischen dunkelgrünen Dinger in der Sauce zu lieben. Ich mochte sie plötzlich sehr und hätte gerne mehr von ihnen bekommen.

Aber erst als junge Frau lernte ich wie die Königsberger Klopse in unserer Familie zubereitet werden. Damals hatte ich gerade meinen Sohn geboren und meine Ausbildung abgeschlossen. Da verbrachten wir ein paar schöne Herbsttage gemeinsam mit meinem Vater im Emsland.

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Wir wanderten viel, sammelten Beeren und Pilze, besichtigten Ortschaften und kochten gemeinsam: Borschtsch, Kohlrouladen, Hühnerfrfrikassèe…Königsberger Klopse. Das 1 x 1 der ostpreussischen Küche. Und eins war klar: „Im Kochen und auch im Überkochen war mein Paps ein Meister und ich eine gute Schülerin 😉

Übrigens, Hühnerfrfrikassèe gab es bei uns  immer ein bis zwei Tage bevor es Königsberger Klopse gab, da diese in unserer Familie in Hühnerbrühe gegart werden.

Königsberger Klopse

Featured imageZutaten für 4 Portionen

  • 150 g Schweinehack (kein gewürztes Mett)
  • 150 g Rinderhack
  • 4-5 Sardellenfilets
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1/4 altbackenes Brötchen
  • 1 Ei
  • 1 EL feingehackte krause Petersilie
  • 1 TL getrocknetes Estragon
  • 1 TL mittelscharfen Senf
  • 1 Messerspitze Paprika
  • Pfeffer
  • 1 L Hühnerboullion
  • 3-4 Gewürznelken
  • 3-4 Pimentkörner
  • 1 Lorbeerblatt

für die Sauce

  • 1 TL Butter
  • 1 TL Mehl
  • 300 ml von der Klopsbrühe
  • 100 ml Riesling
  • Abrieb 1/4 Zitrone
  • Kapern nach Geschmack
  • 5 EL Sahne
  • 1 Eigelb
  • 20 g kalte Butter

Küchengeräte

1 Schneidebrett, 1 Messer, 1 Schüssel, 1 kleine Pfanne, 2 Töpfe, 1 Tasse, 1 Gabel, 1 Rührlöffel

Zubereitungszeit

schnellstens 45 Minuten, besser wenigstens 2 Stunden

Zubereitung

Die Zwiebel fein hacken und in etwas Butter hell anschwitzen.

Sardellen kurz wässern und kleinhacken.

Brötchenviertel in Wasser gründlich einweichen und sorgfältig ausdrücken.

Hackfleisch mit allen Zutaten für die Klopse zu einem gleichmäßigen Teig verarbeiten. Aus dem Fleischteig etwa 12 runde Klopse formen, nicht größer als Mandarinen.

Die Hühnerbullion mit den Gewürzen in einem Topf zum sieden bringen.

Die Fleischklopse dazugeben und leise köcheln lassen, wenigstens 20 Minuten. Ideal ist es aber länger, weil sich dann die Aromen besser verbinden. Es bietet sich der Crocky an!

1 TL  Butter in dem zweiten Topf zerlassen und mit dem Mehl zu einer hellen Mehlschwitze verrühren.

300 ml von der  Fleischbrühe und den Wein dazugeben und alles zu einer leicht sämigen Sauce verkochen.

Zitronenabrieb, Kapern, 4 EL Sahne und die Klopse dazu geben und noch etwas leise kochen lassen.

Dann den Herd ausschalten. Wenn die Sauce nicht mehr köchelt das Eigelb mit 1 EL Sahne verquirlt unter die Sauce ziehen.

Zum Schluss das Stückchen kalte Butter unterziehen.

Dazu passen am besten Salzkartoffeln aus stärkehaltigen und damit mehligen Kartoffeln und ein leckeres

Bete-Birnen-Gemüse

Featured imageZutaten für 4 Personen

  • 2 große Rote Bete Knollen
  • 2 feste Birnen
  • 4 Möhren
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1 TL Butter
  • 1/2 TL Zucker (optional)
  • Mark 1/2 Vanilleschote
  • Alufolie

Küchengeräte

1 Schneidebrett, 1 Messer

ZUbereitungszeit

35 Minuten

Zubereitung

Das Gemüse putzen und würfeln. Die Birne waschen, entkernen und ebenfalls würfeln.

Alle Zutaten in Alufolie einpacken und das Päckchen für 30 MInuten in den auf 200° C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen geben.

Dann das Packetchen auspacken, den Rosmarin entfernen und anrichten.

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Tolle Idee mit dem Päckchen 🙂

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    1. wiltrud sagt:

      ja, ne 🙂 und supermega lecker 😉

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Das spüre ich raus 🙂

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  2. Zeilenende sagt:

    Oh, ich liebe Klopse … Und Rezepte mit einer Geschichte. Ich lass die Sardellen weg, die mag ich nicht, aber den Estragon muss ich mir merken. Das klingt verführerisch. Vielen Dank für Rezept, Geschichte und Anregung. 🙂

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    1. wiltrud sagt:

      bitte sehr 🙂
      Versuch’s doch mal mit Salzhering. Das habe ich auch noch nie probiert, werde ich aber nächstes mal machen. denn ich mag Fisch gerne.

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      1. Zeilenende sagt:

        Ich mag Fisch prinzipiell auch, aber ich mag die Fettfische nicht so gern, schon Lachs schmeckt mir zu tranig, Thunfisch (egal ob Dose oder frisch) und so Sachen wie Makrele gehen gar nicht. Von daher mach ich den Teig für die Klopse einfach etwas salziger und lasse es ansonsten weg.

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