Kokosmaronenbrioches mit Feigen (vegan)

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Was sollte, was wollte ich heute Morgen nur frühstücken?  Es war so ein leises, unklares Hungergefühl, das mich viel zu früh an diesen mehr nach Herbst, als nach Spätsommer duftenden Samstagmorgen in die Küche trieb, noch frei von sonstigen Gedanken. Mein Blick eilte durch meine kleinen Vorräte hindurch, vorbei an Haferflocken und Knäckebrot, über Eier, Joghurt und Käse hinweg, hinunter zum unteren Küchenschrank schlängelte er sich an Gläsern, Tetrapacks und Konservendosen vorbei in die linke hintere Ecke, um zu verharren: „Creme De Marrons De L‘ Ardeche“ versteckte sich dort, bereits leicht verstaubt. In Paris hatte ich sie gekauft, im vergangenen Januar, 3 Tage vor dem Attentat auf Charlie Hebdo“.  Das scheint schon so lange her und weit weg zu sein. Wie einvernehmlich und mitfühlend zusammenstehend nahmen die Politiker Europas Abschied von den Opfern eines abscheulichen Attentats. Für einen kurzen Moment hatte Paris einen neuen Helden, einen Flüchtling aus Mali, der mutig Menschen vor einem Terroristen versteckte und versorgte… und plötzlich wurde möglich, was rund 9 Jahre schwer möglich schien. Der junge Mann erhielt in einem Eilverfahren die französische Staatsbürgerschaft. Zurecht, denn längst überfällig. Es hätte selbstverständlicher gehen können für einen jungen Mann, der sich gut integriert hatte.

Sind nicht alle Flüchtlinge Helden, die übermenschliches schaffen um (ihr) Leben zu retten? Die 14-jährige Palästinenserin Reem, die von Frau Merkel öffentlich getröstet wurde, und ihr Vater haben ein befristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland erhalten. Also kann sie weiterhin nur bedingt perspektivisch denken, wirklich befreiend ist dies wohl kaum für sie und ihre Familie.

Langsam wurde ich wach. Ich wünsche, die Politiker Europas werden jetzt ähnlich einvernehmlich und mitfühlend zusammenstehen wie im Januar in Paris, Trauern um die vielen Toten, denen es nicht gelingen konnte auf der Flucht nach Europa ihr Leben zu retten. Ich wünsche, dass wir das Leid der vielen Flüchtlinge beseitigen, ihnen die Hand reichen, statt hochtechnisierte Stacheldrahtzäune auszurollen. Es ist nicht mehr viel Zeit. Der Herbst und dann auch der Winter stehen vor der Tür. Ich bin gespannt, wer bei mir einziehen wird, auch ein wenig aufgeregt. Schon vor einiger Zeit nahm ich Kontakt mit dem Projekt „Flüchtlinge Willkommen“ von Mensch Mensch Mensch e.V.  auf. Jetzt wird es konkret.

Paris…

Eigentlich wollte ich diesen Monat die Stadt wieder sehen. Jetzt ist alles anders. Leben geht immer wieder andere Wege als man es vorgeplant hatte. Mit etwas Glück kann man dann rückblickend den Sinn verstehen. Zumindest hatte ich jetzt Klarheit über mein Frühstück gewonnen. Wenn ich schon dieser Stadt der Legenden und Mythen keinen Besuch abstatten werde, so wollte ich mir doch an diesem heutigen eher trüben Samstag einen Hauch des savoirvivre auf meinen Frühstückstisch zaubern. Das zur Abwechslung einmal wieder vegan. Und wie das manchmal so geht, stellt sich Klarheit ein, verlieren diffuse Gefühle, banale – wie mein Frühstückshunger – oder existenzielle, ihre Bedeutung, konkretes Handeln geht quasi wie von selbst. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wenn es auch einen Hauch zu kompakt geworden ist für fluffige Brioches, so ist es doch frei von tierischen Zutaten.

Zutaten für 8 Stück

  • 100 g Kastanienmehl
  • 150 g Weizenmehl
  • ½ Würfel frische Hefe
  • 75 ml Kokosmilch
  • 60 g Rohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • ½ TL gemahlene Vanille
  • ½ TL frisch gemahlene Kardamomsamen
  • 100 g Creme de marrons
  • 120 g weiche Magarine
  • 2 frische Feigen

Zubereitung

Die beiden Mehle mit dem Salz  in einer großen Schüssel vermischen.

Die Kokosmilch erwärmen, die Vanille, den Kardamom, den Zucker und die Hefe hinzugeben und verrühren.

Zusammen mit der Creme de Marrons zu der Mehlmischung geben und eine Weile mit den Knethaken des Mixers  auf kleinster Stufe kneten.

Die Magarine nach und nach zum Teig geben. Die Stufe des Mixers höher stellen und weiter kneten, bis der Teig glatt und seidig geworden ist. Er sollte dennoch relativ weich sein.

Die Schüssel abdecken und den Teig wenigstens 1 Stunde gehen lassen.

Nach der Ruhezeit den Teig nochmals mit leicht eingeölten Händen durchkneten. Aus etwas mehr als 2/3 des Teiges 8 Kugeln formen. diese in die Mulden eines gut eingefetteten Muffinblechs geben und leicht eindrücken.

Die Feigen waschen, vierteln und je ein Stückchen auf die Teigmulden legen.

Aus dem restlichen Teig 8 kleine Deckelchen formen und damit die Feigenviertel überziehen.

Alles mit einem Tuch abdecken und weitere 30 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit den Backofen auf 150° C aufheizen und ein Schälchen mit kaltem Wasser auf den Ofenboden stellen.

Die Brioches mit Kokosmilch bepinseln und auf der mittleren Schiene ca 40 – 45 Minuten backen. Wenn sie schön braun sind, herausholen, kurz abkühlen lassen und dann aus der Form nehmen. Wer mag bestreut sie mit Puderzucker.

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Kokos-Maronen-Creme

Aus gut  60 ml fester und gut gekühlter Kokoscreme und 1 EL Traubenzucker mit dem Mixer eine fluffige Creme aufschlagen. 80 ml Creme de marrones darunterheben. Die so entstandene Creme wird zu den Brioches gereicht.

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Also bei dem Zeitaufwand würde ich erstmal frühstücken bevor ich das Frühstück backe 😉 muss köstlich schmecken, so wie es aussieht 🙂 yummie!

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    1. wiltrud sagt:

      siehst du…. ich hatte voll Vorfreude abgewartet und dann wie eine Göttin in Frankreich gefrühstückt 😉

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Hat was, verdientermassen 🙂

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  2. kowkla123 sagt:

    schönen Sonntag wünsche ich

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    1. wiltrud sagt:

      Danke, dir eine gute neue Septemberwoche.

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      1. kowkla123 sagt:

        Danke und g.l.G.Klaus

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