Entenkeule Fesenjan

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Khoresht-e fesenjanخورشت فسنجانا ist ein klassisches und wohl auch sehr bekanntes persisches Ein-Topf-Gericht mit Walnüssen, Huhn oder Ente und Granatapfelsirup.  Das Rezept wird schon in dem Grundkochbuch meiner Mutter aus den 1960ziger Jahren beschrieben. Ich finde das sehr spannend, denn den ersten Granatpfel habe ich erst Jahrzehnte später gesehen und gegessen und Granatapfelsirup, bzw. -melasse lernte ich dann noch einige Jahre später kennen. Die Zutaten, die man für Fessenjan benötigt waren also alles andere als alltägliche und leicht zu beziehende Lebensmittel im Wirtschaftswunder- und Nachwirtschaftswunderdeutschland. Andererseits lebte damals Prinzessin Soraya nach ihrer Scheidung zurückgezogen bei ihren Eltern in Köln – Marienburg. Ihre märchenhafte Hochzeit einige Jahre bevor das Kochbuch herauskam könnte mit dazu beigetragen haben, dass die persische Küche mit Fesenjan in Deutschland bekannt wurde.

Denn Khoresht-e fesenjan ist ein wahrhaft edles, märchenhaftes Gericht, das nach all dem schmeckt und duftet, was wir mit Tausend und einer Nacht verbinden. Auch für viele Iraner ist es einzigartig und die Krone aller Khoresht-e. Es ist eine Speise aus kostbaren, luxeriösen Zutaten für besondere Anlässe wie hohe Familienfeste und Hochzeiten. Wen wundert es da, dass eine iranische Redewendung sich arogant verhaltenden Menschen nachsagt, sie hätten wohl gerade Rebhuhn und Fesenjan gegessen.

Fesenjan ist sicherlich auch die Königin des slow food. Traditionell köcheln die Walnüsse 6 Stunden auf kleiner Flamme, wenigstens aber 3 Stunden. ich kann euch nur sagen, sich diese Zeit dazu zu nehmen lohnt sich absolut. Das Koresht wird feinsämig, die Aromen verschmelzen und es nimmt eine schöne warme dunkelbraune Farbe an. Ich habe euch hier ein Youtubevideo herausgesucht mit einer zügigen und modernen Zubereitungsart:

Ich selber habe dieses Mal die Walnusssauce seperat gekocht. Statt Wasser nahm ich Hühnerbrühe. Entenfond wäre noch besser gewesen, den hatte ich aber nicht. Ich würzte mit Advieh statt mit Kurkuma und Tomatenmark. Dazu briet ich im Backofen eine frische Keule von der Moschusente, die ich zunächst lediglich salzte und pfefferte, gut 120 Minuten bei 180° C Ober- und Unterhitze im Backofen.

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nach ca. 30 Minuten die Haut mit der Gabel mehrmals anpiecksen, damit das Fett besser austreten kann.

Aber vorsicht: Nur die Haut anstechen und nicht das Fleisch.

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Innerhalb der letzten 40 Garminuten glasierte ich die Entenkeule 2 x mit einer Mischung aus

Granatapfelsirup und in Wasser gelösten Safran.

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Dazu gab es von meinen gefüllten Kartoffelplätzchen und eine Rieslingbirne.

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Es passte ganz wundervoll zu diesem goldenen Herbstsamstag!

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Walnüsse verkochen. Wieder mal eine großartige Anregung, vielen Dank. 🙂

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  2. ohneeinander sagt:

    Du hast so schöne Utensilien in der Küche und tolles Geschirr. Und wie sauber das bei dir aussieht 😳 Die Idee mit den Nüssen werde ich auch mal in Erwägung ziehen. Danke, liebe Wili 😚

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    1. Wiltrud sagt:

      Meinst du die Küche im youtubevideo?
      Meine Küchengeräte zeichnen sich durch reichlich Patina aus und allerlei Gebrauchsspuren vom fleißigen Einsatz sowie meiner mangenden Ausdauer beim wienern polieren 😉

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      1. ohneeinander sagt:

        Ja, die im Video. Das sieht wirklich alles total schick und stylisch aus. Ich habe noch Töpfe und Geschirr aus der Urzeit 😀

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      2. Wiltrud sagt:

        ich auch und das wird bei mir auch sicher nicht mehr anders 😀

        Das Video zeigt nicht meine Küche. Es ist von http://www.aashpazi.com/

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      3. ohneeinander sagt:

        Achsoooooooo.

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      4. Wiltrud sagt:

        es war nicht meine Absicht in den Raum zu stellen, dass dieses Video von mir gemacht sei. Ich kam gar nicht auf die Idee, dass man das denken könnte. Kann ich doch noch gar nicht so was perfektes selbst erstellen 😀

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