Sauerkrautgulasch aus dem Crocky & böhmische Knödel

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In Köln-Bickendorf, direkt an der Venloer Straße steht schon seit eh und je das Rochuskapellchen.

Bildquelle: Kölner Stadtanzeiger http://www.ksta.de/ehrenfeld/rochusplatz-ein-neuer-mittelpunkt-fuers-veedel,15187506,25567406.html

Hinter dem Kapellchen, das schon damals verschlossen war, befand sich das Rochusbad, das nun seit 5/6 Jahren von dem Sport- und Schwimmcenter Rochusfit ersetzt wurde.

Einmal in der Woche, entweder in den ersten beiden oder in den letzten beiden Schulstunden, hatten wir Sextaner vom Monte dort  Schwimmunterricht. Gegenüber von der Rochuskapelle, auf der anderen Straßenseite gab es eine kleine Metzgerei – Ich weiß gar nicht, was heute für ein Ladengeschäft dort ist -. Nach dem Schwimmunterricht, oft noch mit feuchten Haaren, eilten wir Sommer wie Winter immer erst einmal dort hin und kauften uns für ein paar Groschen eine Papiertüte voll rohem Sauerkraut aus dem Fass.  Es war das Größte für uns, wenn wir mit den Fingern kalte Sauerkrautfäden aus der Tüte zogen, die Hand über den nach oben gestreckten Kopf hoben und die Sauerkrautfäden in den weit geöffneten Mund gleiten ließen. Dabei schlenderten wir vergnügt entweder einige hundert Meter bis zur  Schule oder zur Straßenbahn, die uns damals noch oberirdisch nach Hause fuhr. Dieses Sauerkrautnaschritual war mit dem Schwimmunterricht verbunden. Ich habe keine Ahnung wie das kam. An den anderen Tagen jedenfalls kauften wir uns am Büdchen auf der Rochusstraße, das es heute noch genauso gibt wie damals, nur mit anderen Besitzern, Weingummitaler oder/und Kokosschokolade.

Kurzum, wenn ich es auch nur noch sehr selten esse, so mag ich Sauerkraut doch recht gerne. Vergangenen Herbst und Winter habe ich viel Zeit in der Region um Fritzlar in Nordhessen verbracht. Die Herbstnebel riechen dort immer nach Sauerkraut, was eigentlich kein Wunder ist. Denn dort steht wohl eine der größten Sauerkrautfabriken der Welt, rundherum umgeben  von Kohlfeldern. Diese Zeit brachte mir das fast schon vergessene Sauerkraut wieder ein wenig näher, das ich dieses mal eher klassisch zu böhmischen Knödeln zubereitet habe.

Ideal war wieder mein kleiner Crocky für die Zubereitung, da so ein Sauerkrautgulasch ein echtes Slow food ist, dass an Bekömmlichkeit und rundem Geschmack gerade durch langsames schonenendes Garen oder halt durch Aufwärmen gewinnt.

 Das Sauerkrautgulasch

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Zutaten für 4 Portionen

  • 2 TL Traubenkernöl (oder andres)
  • 400 g Gulasch ( ich hatte Nackenfleisch vom Angusrind vom Eickhof, quasi regional)
  • 1 kleine Dose Sauerkraut
  • 1/2 Liter Knochenbrühe
  • 1/2 Handvoll grüne Rosinen
  • 1 Lorbeerblatt
  • 7 Wachholderbeeren
  • 2 Nelken
  • Rauchsalz und Pfeffer

Küchengeräte

1 Schneidebrett und 1 Messer, 1 Pfanne, 1 Holzlöffel, 1  kleinen Crockpot (oder einen normalen Kochtopf)

Zubereitungszeit

echtes Slowfood, fast läßt sich sagen, je länger, um so besser 😉 ich hatte es im Crocky über Tag vor sich her köcheln lassen, während ich bei der Arbeit war.

Zubereitung

Die Zwiebel schälen, grob würfeln und im Öl glasig anbraten. Dann das Fleisch hinzugeben und kräftig anrösten lassen.

Alles in den Crockpot füllen, Sauerkraut, Brühe und Gewürze dazu geben. die Wachholderbeeren habe ich zerdrückt, dass sie besser ihr köstliches Aroma abgeben können. Den Deckel auflegen und den Crockpot einschalten.

Die böhmischen Knödel

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Zutaten für 4 Portionen

  • 250 g Weizenmehl
  • 1 1/2 TL Trockenhefe (oder 1/4 Stück Frischhefe)
  • 1 Prise Salz, ein wenig Zucker
  • 75 ml warmes Wasser
  • 1 kleines Ei

Küchengeräte

1 Schüssel, 1 Holzlöffel, 1 Abdecktuch, 1 großer Topf, Küchengarn, Schneidebrett

Zubereitungszeit

90 – 120 Minuten

Zubereitung

Mehl mit dem Ei und Salz in eine Schüssel geben. Die Hefe mit dem Zucker im Wasser auflösen und schäumen lassen. Dann die Mischung zu dem Mehl geben, alles miteinander verrühren und dann zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig sollte weder zu trocken, noch zu feucht sein. Er klebt weder an der Schüssel, noch zwischen den Fingern.

Den Teig dann abgedeckt ruhen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Das dauert je nach Standort und Temperatur zwischen 30 und 60 Minuten. Er sollte schön luftig aufgegangen sein und viele kleine Luftbläschen enthalten.

jetzt den Teig sanft zu einer oder zwei kräftigen Rollen rollen. Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen und die Teigstücke in das siedende Wasser geben und ca 25 Minuten simmern lassen. ab und zu einmal wenden.

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Alternativ könnt ihr die Knödel auch dämpfen. Fertige Knödelscheiben könnt ihr prima einfrieren. Die eingefrorene Scheiben lassen sich über Dampf erwärmen und schmecken dann wie frisch zubereitet.

Die noch heißen Knödel werden traditionell mit einem Knödelschneider – den ich nicht habe – oder Küchengarn in Scheiben geschnitten. Das geht aber natürlich auch mit einem Messer. Dann kann angerichtet werden.

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Zugegeben, farblich ist das für meinen Geschmack jetzt nicht gerade der Hit. Ein paar frische Träubchen hätten es vielleicht ein wenig aufpeppen können, die hatte ich aber nicht. Ich habe es dann mit einem Türmchenbau versucht

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So oder so, manches Essen schmeichelt nicht meinen Augen, sehr wohl aber meinem Gaumen.

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