indonesisches Gemüsecurry mit verunglücktem Lontong

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Heute habe ich wieder ein Foto für euch mit einem Potpourri an Gemüse und Gewürzen, doch ganz ohne Ratespiel.

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Ich sage es euch sofort: Daraus machte ich ein herrlich mild wärmendes Gemüsecurry indonesischer Zubereitungsart.

Die Basiszutaten für so ein feines Sayur Kare sind Kohl, Karotten, Bohnen und Kartoffel, also Zutaten, die wir hierzulande auch als Basis für viele Suppen und Eintöpfe kennen. Den Unterschied machen die Gewürze, die hinzugefügt werden. In unseren Breitengraden nimmt man eine Brühe aus Suppengrün und würzt beispielsweise mit Kümmel, Liebstöckel, Lorbeer, Majoran, Muskat, evtl einem Spritzer Zitrone, Wein oder Essig, gibt noch einen Klecks Sahne oder Schmand hinzu. In Indonesien nimmt man Wasser und Kokosnussmilch und würzt mit Galgant, Ingwer, Koriander, viel Chilli, Zitronengras, Kaffirlimettenblättern, Kurkuma… Ich mag alle diese Varianten.

Dieser sommerliche Novembertag führte mich heute allerdings zu dem indonesischen Gemüsecurry, bzw. war dieses kleine Malör verantwortlich: Als ich meine Bananenstaude auf den Balkon trug, damit sie ein wenig die milde Novembersonne atmen konnte, brach mir eines ihrer Blätter ab. Gut, es war eh ein Blatt, das blad Abschied nehmen würde, aber heute war es eigentlich noch nicht dran gewesen. Und was kann man mit so einem verunglückten Bananenblatt machen? Es im Spätherbst auf den Kompost legen? Es im Garten beisetzten? Es einfach in die Biotonne oder gar in den Müll werfen?

Nein, das alles wollte ich nicht. Ich badete das Blatt in heißem Wasser, bis es sehr sauber und geschmeidig weich geworden war. Dann zerteilte ich es in 3 Teile, die ich zu ungleichen Tüten rollte, mit Reis füllte und im wassergefüllten Crockpot bei Niedrigtemperaturen stundenlang schwimmen ließ. Lontong war das Ziel.

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Die linke, leicht zerfledderte Tüte hatte trotz der Fixierung mit Zahnstochern nicht ganz dicht gehalten. So wurde in ihr ein verunglücktes Lontong, das dann mein Gemüsecurry für das Fotoshooting schmücken sollte.

Sayur kare passt wunderbar zu Lontong und hat traditionell eine schöne sonnige gelbe Farbe. Das macht das Kurkuma in der weißen Kokosmilch. Ich habe an mein Gemüsecurry aber Ketjap manis gegeben, eine süße, dickflüssige Sojasauce. Deshalb wurde es braun wie die Blätter im Spätherbst. Rote Tomaten, orange Karotten und grüne Kräuter untermalten diese Herbststimmung auf dem Teller.

Zutaten für 3-4 Portionen

  • 2 Ccktailtomaten (oder eine Tomate)
  • Chillis, wie man es mag. (Ich nahm 3)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2-3 Schalotten
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Galgant (besser ein Stück frischen Galgant)
  • 1/2 TL Koriandersamen
  • 1 1/2 EL Kecap manis
  • 2-3 Kaffirlimettenblätter
  • 1 Zitronengras
  • 1 EL neutrales Öl

je ca 150 – 200 g:

  • Weißkohl
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Zucchini
  • Glasnudeln (hier Glasnudelbruch)
  • 1 Handvoll grüne Bohnen (hier tiefgekühlt)
  • 250 ml Wasser
  • 200 ml Kokosnussmilch
  • 2 Cocktailtomaten
  • etwas Blattpetersilie
  • 1 Lauchzwiebel
  • geröstete Zwiebeln

Küchengeräte

1 Schneidebrett, 1 Messer, 1 Mörser (oder wie hier die Küchenmaschine), 1 große Pfanne (oder ein Wok), 1 Holzlöffel

Zubereitungszeit

35 – 40 Minuten

Zubereitung

Die Gewürze – ausgenommen der Kaffirlimettenblätter und des Zitronengras‘ – zu einem Brei verarbeiten. Die Gemüse putzen und in gleichgroße Stücke schneiden. Petersilie und Frühlingszwiebel fein schneiden, die Tomaten vierteln.

Das Öl erhitzen und den Gewürzbrei mit den Kaffirlimettenblättern und dem Zitronengras anbraten, bis ein angenehmer Duft aufsteigt. Dann den Weißkohl dazu geben. Wenn er glasig wird, komen die Karotten und die Kartoffeln dazu. Alles kurz anrösten und dann mit 250 ml Wasser und ca 50 ml Kokosnussmilch angießen. Nach 5 – 10 Minuten kommen nacheinander die Bohnen, die Glasnudeln und nochmals 100-150 ml Kokosnussmilch hinzu. Jetzt sollte das Curry mehrmals gerührt werden und nicht mehr aufkochen. Es braucht keine 5 Minuten mehr, bis alles fertig ist. Evtl. muss noch ein wenig nachgesalzen werden.

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Das Gemüsecurry auf Teller verteilen und mit Tomatenstückchen, Frühlingszwiebelwürfelchen, Petersilienstreifen und gerösteten Zwiebeln garnieren. Dazu passt Lontong oder einfach Reis.

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Sehr fein 🙂

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    1. Wiltrud sagt:

      Danke 🙂 Das Lontong habe ich fast extra für dich nicht mit Kochbeutelreis gemacht 😉

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Gut gemacht – und ganz sicher leckerer als Kochbeutelreis!!! :-*

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      2. Wiltrud sagt:

        Ehrlich: ich glaube das ist eher Kopfkino.

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      3. Es Marinsche kocht sagt:

        Hm….

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  2. hennesthecook sagt:

    Indonesisches essen gibt es bei uns auch , wir sind absolute Fans, im Oktober geht es endlich nach indonesien 😍

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    1. Wiltrud sagt:

      super, wohin denn? und wie lange werdet ihr bleiben?

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      1. hennesthecook sagt:

        Wir besuchen die beste Freundin meiner Frau. Die beiden haben hier ein aupair Jahr in Deutschland gemacht.. Es gibt da so viele Inseln wie unsere heißt weiß ich gar nicht aber wir sind ein Monat in Indonesien um uns alles runt herum anzuschauen ,gibt es eine Empfehlung 😉

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      2. Wiltrud sagt:

        eine???? Genießt eure Reise. Indonesien ist so vielfälltig, ihr werdet euch sicher wohl fühlen.

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      3. hennesthecook sagt:

        Ok das klingt viel versprechend aber es dauert leider noch etwas … Langen …. Bis in Oktober 😦 aber egal viele andere reisen kommen noch auf uns zu 🙂

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      4. Wiltrud sagt:

        da könnt ihr von langer Hand planen ist doch toll! guckt doch mal hier, es gibt öfter interessante Veranstaltungen: https://www.facebook.com/DIG-Deutsch-Indonesische-Gesellschaft-K%C3%B6ln-125280614152315/?fref=ts

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      5. hennesthecook sagt:

        Oh danke 🙂

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