Rinderroulade mit Gemüsetrüffel an Kartoffel-Selerie-Stampf

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Meistens bin ich ja spontan. Ich koche einfach darauf los. Das war schon immer so. Wenn ich für Gäste kochte oder koche bzw. zu besonderen Anlässen, lebe ich immer mit dem Risiko, dass etwas nicht so wird wie gedacht. Das macht nichts, denn dann wird einfach schnell improvisiert.Gelegentlich wird dann halt kurzfristig ein Catering bestellt oder alle ziehen in das nächste Restaurant oder die Imbissbude um. Deshalb ist es ungewöhnlich, dass ich das diesjährige Weihnachtsessen vorher teste.  Es soll Rinderrouladen geben. Die letzten Rouladen, die wir vor Jahren im Familienverbund zusammen gegessen hatten, schmorte noch mein Vater. Er war unser Rouladenkönig.

Anscheinend machte mir das jetzt ein wenig Druck. Schließlich empfinde ich den stillen Auftrag ein Weihnachtsmahl auch ihm zum Gedenken vorzubereiten. Es muss also wie bei O-Papa werden und dass mit möglichst wenig Zeitaufwand, da ich ja noch mit sooooo vielem anderen beschäftigt sein werde. So kam mir die Idee, die Rouladen bei Niedrigtemperatur im Crocky zu schmoren. Und was soll ich schreiben? Das ist genial.  In sämtlichen Onlinerezepten wurden 4-6 Stunden Garzeit angegeben. Meine Testroulade schmorte 9 Stunden und sah dann so aus:

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Das Gemüse unter ihr war noch recht bissfest und aromatisch, bei weitem nicht so ausgelaugt und weichgekocht wie beim herkömlichen Schmoren. So konnte es noch gut mit serviert werden. Ganz in der ostpreussischen Tradition meines Vaters schmorte auch ein Stück Speck und ordentlich Majoran mit in dem Crocky. Seine Liebe zur mediteranen Küche offenbart sich in den beigefügten Tomaten. Diese Kombi kann ich ebenfalls nur empfehlen. Da ich das Schmorgemüse über ein Haarsieb passierte, um reichlich würzigen Saucenfond zu erhalten, mutierte es zu einem eher unansehnlichen Brei, den ich einfach zu kleinen runden Pralinen formte. Den Fond kochte ich noch ein wenig ein und band ihn mit saurer Sahne ab. Klar ist die Sauce  ausserordentlich reichhaltig. Aber man ißt sie so ja auch nicht jeden Tag. Zum Ausgleich war der Kartoffel-Sellerie-Stampf eher nüchtern mit warmer Milch statt mit Butter aufgeschlagen.

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Zutaten für die Roulade

  • 1 Schalotte in Scheiben geschnitten
  • 2 kleine Salzgürkchen in Scheiben geschnitten
  • Salz und Pfeffer
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 Scheibe Parmaschinken
  • 1 Rinderroulade (150 – 200 g)
  • 1 Möhre (50 g)
  • 1 Stück Sellerie (50 g)
  • 1 Stück Lauch (40 g)
  • etwas Petersilie
  • 1 kleine Schalotte
  • 2 Cocktailtomaten
  • 1 TL Tomatenmark
  • 50 ml Portwein oder Rotwein oder Wasser
  • Salz und Pfeffer
  • 1 1/2 TL Majoran
  • 1 Stück Bauchspeck (20 g)
  • 2 TL Gänseschmalz

Zubereitung

Das gereinigte und getrocknete Rindfleisch mit Senf, Salz und Pfeffer bestreichen, den Schinken auflegen, Zwiebel- und Gurkenstreifen gleichmäßig darauf verteilen und aufrollen. Ggfs. könnt ihr sie mit Nadeln, Zahnstochern oder Garn fixieren. Das muss aber nicht zwingend sein. Das Gemüse putzen und grob würfeln.

Das Gänseschmalz erhitzen und zuerst die Rinderroulade von allen Seiten anbraten. (Das ist nicht zwingend notwendig für den Crocky. Ich mag aber die entstehenden Röstaromen). Anschließend das Gemüse ebenfalls anbraten und mit dem Portwein ablöschen. Dann wird das Gemüse mit dem Speckstückchen in den Crockpot gefügt. Darauf kommt die Rinderroulade und schließlich wird der Deckel aufgelegt, der Topf angeschaltet und sich selbst überlassen. Ich glaube, je länger, um so aromatischer und zarter wird das Gericht.

Später dann zur Saucenherstellung habe ich Flüssigkeit und Gemüse aus dem Crockpot weitgehend abgeschöpft, während ich die Rinderroulade in ihm warm hielt.

Wie bereits beschrieben dickte ich den Fond nur über das Reduzieren und die Zugabe von saurer Sahne ein. Ihr könntet aber auch das Gemüse dazu pürieren oder eine klassische Mehlschwitze ansetzen.

Kartoffel-Sellerie-Stampf

Hierzu kochte ich eine mittelgroße Kartoffel und ein ebenso großes Selleriestück, die ich beide in grobe Stücke zerteilte, in Salzwasser gar. Das brauchte ca. 10 Minuten. Anschließend goß ich das überschüssige Kochwasser ab und gab ca. 70 ml erwärmte Milch sowie eine Prise frisch geriebene Muskatnuss hinzu. Das alles vermengte ich mit dem Kartoffelstampfer (eine Gabel tut es aber auch) und schlug es abschließend ein wenig mit dem Schneebesen auf.

19 Kommentare Gib deinen ab

  1. woldemore sagt:

    Grosses Kompliment. Sieht 1a aus.

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  2. ohneeinander sagt:

    Das sieht gut aus 👍🏻

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  3. Mitzi Irsaj sagt:

    Soulfood. Sieht fantastisch aus.

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  4. Wili sagt:

    Danke ihr Lieben, ihr baut mich auf. Fast beschämt muss ich sagen, dass es so fantastisch war, wie es aussieht. Einzig geltend zu machender Kritikpunkt war die etwas zu flüssige Sauce … aber geschmacklich war alles top und die Roulade genau so, wie sie sein soll.

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  5. Dieter sagt:

    Super lecker wie es da auf dem Teller ins Auge springt und direkt bei mir das Wasser im Mund anfängt zu laufen 🙂

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  6. Tring sagt:

    Das sieht sehr gut aus. Rouladen habe ich schon Ewigkeiten keine mehr gemacht – es wird mal wieder Zeit 🙂

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  7. Wili sagt:

    mmmh… das heißt wohl dass mir die Fotos ganz gut gelungen sind. Das freut mich 🙂

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  8. Es Marinsche kocht sagt:

    So wie es aussieht kann Roulade nicht besser werden als im Crocky – ganz sicher ein Genuss für jeden Fleischesser. Und die Rosenkohlblätter….wie nett 🙂

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    1. Wili sagt:

      ja, du weißt doch, ich liebe Farbe auf dem Teller 😀

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        🙂

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  9. Miri & Papa sagt:

    Rouladen gab es bei uns letzte Woche – einfach herrlich, wenn die vor sich hinschmoren und es in der ganzen Wohnung lecker duftet… ich könnte ja schon wieder welche essen 😉 liebe Grüße, Miriam

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    1. Wili sagt:

      ja, das ist der gelegentliche Nachteil des Crockys. Es duftet nur sehr mild.

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  10. Limenaria sagt:

    Das sieht hervorragend lecker aus 🙂 !

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    1. Wili sagt:

      hach… 😊

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  11. Landidylle sagt:

    Kompliment, das sieht wieder richtig, richtig gut aus und erinnert mich daran, dass ich schon viel zu lange keine Rouladen mehr gekocht habe. Sehr schöne Fotos auch!

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    1. Wili sagt:

      wenn das hier so weitergeht, dann hebe ich noch ab vor Stolz 😉
      Ich freue mich, dass meine Testroulade so gut ankommt. Sie ar aber auch echt lecker 😀

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  12. Den Festtagen sei Dank, entlich Zeit einige Blogs genauer zu lesen. Deine Roulade sieht super aus, Kompliment. Wünsche Die weiterhin genussvolle Festtage.
    LG, Bernhard

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    1. Wili sagt:

      Danke. Se war auch wirklich so, wie eine Roulade sein soll. Somit kann ich den Crocky zum Schmoren von Rouladen nur empfehlen. Euch wünsche ich einen guten Übergang in das neue jahr, weiterhin so kalorienbewusst genussvoll.

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