Vollkornspaghetti mit Cedro und Fenchelschnitzelchen

am

Aus einer Erkältung wuchs eine Bronchitis. Aus der Bronchitis wurde eine Lungenentzündung. Die dritte Woche beginnt und Besserung scheint immer noch nicht wirklich in Sicht. Langsam bin ich es müde und leid. Also ihr bösen Bakterien und Schleimmonster – unmittelbar muss ich an den schwarzhaarigen Karius und rothaarigen Baktus denken, aus dem gleichnamigen norwegischen Puppenfilm von 1954.  Als Kind brachte mich diese Geschichte in einen Konflikt. Einerseit mochte ich diese beiden Trolle und hätte sie gerne gehegt und gepflegt. Andererseits wusste ich, was sie dann unangenehmes in meinem Mund anrichten würden, sodass ich mir lieber gründlich die Zähne putzte. – nun seid mal nicht länger so zäh und resistent! Ihr seid unerwünschte Gäste in meinen Atemwegen. Schließlich habe ich das Hausrecht in meinem Körper und verbiete euch weiterhin in meinen Atemwegen zu verweilen oder hier nochmals einzudringen!

Als meine Tochter noch klein war, drei oder vier Jahre alt, rief sie mich eines nachts weinend zu sich ans Bett. Sie hatte einen schrecklichen Albtraum gehabt von Schlangen, die sie verfolgten, um sie zu erwürgen und mit Giftzähnen zu beißen. Ich setzte mich zu ihr ins Bett und zeigte ihr, dass das Fenster auf Kippe stand. Dann begann ich kräftig durch die Luft zu boxen und zu schlagen und rief „haut ab ihr dummen Schlangen! Komm, Süße, mach mit. Wir verjagen sie einfach. Sind sie erst einmal aus dem Fenster, können sie nicht mehr in Deinen Traum zurück.“  So saßen wir beide in der Dunkelheit und boxten und schlugen und brüllten bis sie müde war. Das dauerte gar nicht lange und sie schlief friedlich wieder ein. Am nächsten Tag schenkte ich ihr einen Traumfänger, den wir über ihrem Bettchen aufhingen. Sicherlich hatte sie noch ab und zu einmal einen Albtraum, doch niemals wieder so herzzerreißende Angst. Das erfolgreiche Schattenboxen blieb ihr in Erinnerung.

Mein Sohn hingegen konnte fliegen, nachts wie auch in seinen Tagträumen. Eines Tages kam er völlig aufgeregt zu mir gelaufen – er war wohl auch drei oder vier oder fünf Jahre alt – „Mama, Mama, ich kann fliegen, ganz hoch über unser Haus hinauf bis über die Wolken und da war der Nickolaus und buk mit den Engeln die Plätzchen! Guck! Guck!“ Er flatterte mit den Armen rauf und runter und hüpfte ständig hoch. „Och, menno, Mama. Eben ging es noch, ganz in echt!“ Und genau so wird jetzt die verordnete Medizin bei mir wirken,  ganz in echt und ich werde bis Weihnachten gesund sein.

 

Vollkornspaghetti mit Cedro und Fenchelschnitzelchen

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Zutaten für 1 Portion

  • 1/2 Cedro
  • 3 Sardellenfilet
  • 1 TL Salzkapern
  • 1 Tomate
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 Handvoll Koriandergrün
  • 1 keine rote Chilischote
  • 1 EL Olivenöl
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 80 g Vollkornspaghetti
  • 1/2 Fenchelknolle
  • 1 Eiweiß
  • Salz
  • Panko oder Paniermehl
  • Oivenöl

Küchengeräte

1 Messer, 1 Touniermesser, 1 Schneidebrett, 1 Schüssel, 1 Topf, 1 Pfanne, 1 Pfannenwender, 2 Schalen oder tiefe Teller, Küchenpapier

Zubereitungszeit

ca 30 Minuten

Zubereitung

Die halbe Cedro ausschaben. Die Zitronenkerne entfernen. Das Zitroneninnere in feine Streifen schneiden und in eine Schüssel geben. Knoblauch, Chilischote, Anchovis, Tomate und Koriandergrün ebenfalls fein wiegen und mit den Salzkapern mit in die Schüsse geben. Kräftig pfeffern und das Olivenöl unterrühren.

Die halbe Fenchelknolle knapp 10 Minuten in kochendes Salzwasser geben. Dann herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Währenddessen die Vollkornnudeln in das Fenchelwasser geben und garen.

Das Eiweiß in eine Schüssel geben. In einer anderen Schüssel Panko oder Paniermehl geben. Den Fenchel in dicke Scheiben schneiden und leicht salzen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen.

Die Fenchelscheiben erst durch das Eiweiß und dann durch das Panko ziehen und in dem heißen Öl von beiden Seiten goldbraun braten. Anschließend auf Küchenpapier legen, damit das überschüssige Öl abgefangen werden kann.

Die fertigen Spaghetti abschöpfen und mit einer halben Tasse von dem Kochwasser unter die Cedromarinade heben. Die ausgehöhlte Cedrohälfte mit den Spaghetti füllen. Die Fenchelschnitzelchen dazugeben und sofort servieren.

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Ich hatte noch ein paar Löwenzahnblättchen, die ich grob zerkleinerte und in dem heißen Olivenöl fritierte. Alternativ könnt ihr glattblättrig Petersilie, Minze oder Basilikum nehmen oder diesen kleinen Schnickschnack ganz weg lassen. Soll es 100% vegetarisch bis vegan sein, lasst die Anchovis weg. Ihr müsst dann ggfs. etwas salzen.

 

26 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wili sagt:

    ein bisschen davon können wir uns zum Glück bis ins hohe Alter bewahren 😉

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  2. Es Marinsche kocht sagt:

    Leckeeeeeeer…..und sehr schön präsentiert mit dem edlen Blau….GUTE BESSERUNG, LIEBES!

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    1. Wili sagt:

      Danke und Danke! 😘 😘
      Ich bin auch ganz überrascht, was so ein Hintergrund macht…

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Gell 😉 well done!

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      2. Wili sagt:

        1. Versuch…. warte es ab 😂

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      3. Es Marinsche kocht sagt:

        👏🏼👍🏼

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  3. Hang sagt:

    Ooh….meine Liebe, gute Besserung!!! Echt…wirklich tolle Bilder und sehr schön dekoriert. Liebe Wili

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    1. Wili sagt:

      Ich übe, liebe Hang, ich übe und du bist mir eine gute Lehrerin. Ich habe sogar versucht, aus der Tomate eine Blume zu machen… naja. Das nächste mal klappt es bestimmt noch ein wenig besser.
      Danke für deine guten Genesungswünschen.

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      1. Hang sagt:

        Achsoo….ich habe nur leckere Spaghetti gesehen!!! 🙂 Hast Du eine neue Kamera? Die Bilder sind wirklich sehr schön.Danke Dir 🙂

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      2. Wili sagt:

        nein, die Kamera ist die Alte. Ich habe richtig gebastelt: Ein Bambusstab mit zwei Fäden an die Decke vor die Lampe gehangen, wie eine Schaukel, und einen blauen Stoff so darüber gehangen, dass er quasi als eine von hinten beleuchtete Wand und Boden für meinen Teller fungierte, fotografiert, zurechtgeschnitten, dass man die Ränder nicht sieht und grob die Stofffalten retuschiert…. richtig Arbeit. Aber ich kann ja sonst eh nichts machen im Moment 😂 😂

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      3. Wili sagt:

        guck mal hier mit weißer Decke:
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      4. Hang sagt:

        Es sieht auch sehr schön und schmeckt bestimmt sehr lecker!!! Cedro ist so groß wie Pomelo 🙂

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  4. Zeilenende sagt:

    Sieht gut aus und die Geschichte ist ja mal richtig herzig. „Ich kann fliegen“. So mag ich Kinder, in einer Geschichte und zum Knuddeln. *g* Dir erfolgreichen Kampf gegen die Schleimmonster … Erklärst du mir, was Cedro ist?

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    1. Wili sagt:

      Cedro ist die Zitronatzitrone.
      Ich habe in dem Beitrag einen Link zur Kurzerklärung nachgetragen. Danke für den Hinweis 🙂

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  5. ohneeinander sagt:

    Ich wünsche dir gute Besserung. 😘

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    1. Wili sagt:

      danke, es wirkt. Heute könnte ich fast schon wieder Bäumchen pflanzen 🙂

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      1. ohneeinander sagt:

        Na siehste 😘 💐

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    2. Wili sagt:

      💪 😅 😘

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  6. Limenaria sagt:

    Liebe Wili, ich wünsche dir von Herzen gute Besserung und ich denke, mit dem Hintergrund dieser schönen Geschichte kann es nur besser werden. Eine wirklich schöne Geschichte und mir gefällt besonders gut, die Kreativität und Liebe dahinter :). Cedro kannte ich bis dato noch nicht :O, klasse !!!! LG

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    1. Wili sagt:

      Danke, Du Liebe. Heute geht es mir schon ein bisschen besser. Das macht sicherlich der starke Wille Weihnachten gesund zu sein und das wohl endlich richtige Antibiothika 🙂 Ja, diese betagten Geschichtchen sind schön, manche neue aber auch. Guck beispielsweise mal hier:

      http://wp.me/p67EOs-rs

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  7. Gute Besserung liebe Wiltrud! Mir ging es vor ein paar Wochen noch ähnlich, auch wenn es nur zur Bronchitis reichte! Drücke die Daumen, dass sich baldige Besserung einstellt! ❤

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    1. Wili sagt:

      Dann ahnst du ja,liebe Susanna, wie es mir gerade geht und schenkst mir Zuversicht, dass es auch wieder vorüber geht. Danke dafür 😘

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      1. Und ob! Sei gut zu dir und gib deinem Körper die Zeit die er braucht! Ich bin sicher es wird dir sicher bald besser gehen, liebe Wiltrud.

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      2. Wili sagt:

        Ja, danke, Susanna, ich versuche es. Manchmal will der Geist mehr als der Körper, aber der pfeifft ihn dann schnell wieder zurück 😉

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  8. breezily sagt:

    Toll angerichtet 🙂

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