Rapunzeln mit Apfel, Champignion und Speck zu Kartoffel-Möhren-Kroketten Chakalaka

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Rapunzel oder auch Feldsalat soll ein Vetter des Baldrians sein. Seine Wurzeln und Blätter enthalten ätherisches Baldrianöl, das beruhigend auf den Magen wirkt und zur Entspannung beitragen kann. Rapunzel ist ein wahrer König der Wintersalate, der in früheren Zeiten die Menschen vor dem bösen Winterdämon Skorbut schützte. Heute stellt er sich mit seinem hohen Beta-Karotingehalt abwehrend vor den Krebs. Zudem spendet er Folsäure, Kalium Calcium, Magnesium, Phosphor, Kupfer, Zink und Jod. Damit ist er wohl ein absolutes Muss für einen gesunden Körper. Ideal kann er eine Mutter und ihr ungeborenes Kind in der Schwangerschaft unterstützen. Dies wusste die junge Frau intuitiv, die von ihrem Fensterchen aus in den Garten der mächtigen Zauberin schauen konnte.

Ich hingegen liebe einfach nur seine zarten Blätter mit diesem feinnussigen Aroma. Es ist mir immer wieder eine große Freude, wenn ich bei einem kurzen Abstecher in den Garten hier und da zwischen all den ruhenden Pflanzen seine grünen Blattrosetten entdecke. Die pflücke ich dann, nasche sie gelegentlich sofort mit ein wenig kalter freuchter Erde oder bringe sie Heim. Da wasche ich sie dann und mische sie mit anderem, wie hier mit gekauftem Feldsalat und Chicorée.

Im Gemüsefach befanden sich noch vier kleinere, bereits leicht schrumpelig gewordene Karotten und drei mehligkochende Kartöffelchen. Solche Reste sind wahre Schätze für mich, kitzeln sie doch immer meine Kreativität und Experimentierfreude. Für eine Babynahrung würde diese Menge sicher zweimal reichen, allerdings gibt es keine Babys in meinem Haushalt. Ich könnte sie auch mit unter den Salat mischen, den ich mir später machen wollte, gemeinsam mit den drei Champions und dem Stückchen Speck. Doch das würde auf Kosten der zarten Rapunzeln geschehen. Kartoffel-Karotten-Puffer wären eine Möglichkeit und eine feine Salatbeilage… oder Kroketten. Kroketten hatte ich seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht und Kartoffel-Möhren-Kroketten noch nie. Gedacht, getan.

Das I-Tüpfelchen dazu war Chakalaka in Form einer Gewürzmischung. Ein Weihnachtsgeschenk, das ich nun köstlich einweihen konnte. Diese enthält: Tomatenflocken, Curry, Kurkuma, Koriander, Bockshornklee, Chillis, Cumin, Ingwer, Knoblauch, Pastinaken, Meersalz, Petersilie, Poree, Zwiebeln, Sellerie und Paprika.

Kartoffel-Möhren-Kroketten

Zutaten

  • 250 g Möhren
  • 300 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 EL geriebenen Gruyere
  • 1 Prise frisch geriebener Muskatnuss
  • 1 TL Chakalaka
  • 1 Eiweiss
  • Panko
  • 1 EL Sonnenblumenöl

Zubereitung

Die Kartoffeln schälen, würfeln und gar dämpfen. Dann in eine Schüssel geben, zerstampfen und etwas abkühlen lassen.

Die Möhren putzen, fein raspeln und mit dem Käse, Muskatnuss und Chakalaka unter die Kartoffelmasse rühren. Evtl. noch ein wenig mit Salz abschmecken.

Die Kroketten formen – ich nutzte die Gelegenheit ein wenig das abstechen von Nocken zu üben . Es wurden 8 Stück, also viel zu viele für mich. – Die fertigen Kroketten für wenigstens eine Stunde im Kühlschrank Ruhen lassen, damit sie fest werden. Das ist wichtig, denn sonst könnten euch die Kroketten in der Pfanne zerfallen.

Den Backofen auf 200º C vorheizen.  Eiweiß auf ein Tellerchen und Panko auf ein weiteres Tellerchen geben. Die Kroketten zunächst rundherum durch das Eiweiß ziehen und dann in dem Panko wenden. Anschließend kurz von allen Seiten in dem heißen Öl goldbraun anbraten.

Die fertigen Kroketten in eine Auflaufform geben und ca. 15-20 Minuten backen, bis sie durch und durch heiß sind. Zeit, die ich nutzte den Salat zuzubereiten.

Die Kroketten werden so übrigens zu einem Genießerinnenträumchen. Nicht nur, dass sie ganz wunderbar schmeckten. Eine zartschmelzende, würzige, feurigwarme Textur war von einem Mäntelchen umhüllt, das herrlich knusperte.

Rapunzeln mit Apfel, Champignion und Speck

Zutaten

  • ca 80 g Rapunzeln
  • 1 kleinere Chicorée
  • 1/2 Apfel
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 3 braune Champignions
  • ca 30 g durchwachsenen, geräucherten Speck
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Dijonsenf
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1/2 TL Honig
  • 70 ml fruchtiges Olivenöl

Zubereitung

Rapunzeln und Chicorée putzen. Die Rapunzeln von den groben Wurzelfädchen befreien und in mundgerechte Rosetten zerzupfen. Den Chicorée in Ringe, Streifen oder Würfelchen schneiden.

Die Apfelhälfte entkernen und in Würfelchen schneiden. Diese mit dem Feldsalat und dem Chicorée in einer Schüssel vermengen.

Schalotte und Knoblauch abziehen und in gröbere Würfelchen schneiden. Den Speck und die Champignions ebenfalls würfeln.

Die Pfanne mit dem Sonnenblumenöl für die Korketten nochmals erhitzen. Den Speck darin auslassen. Dann Zwiebel und Knoblauch hinzugeben und glasig dünsten. Schließlich die Champignionwürfel unterrühren und anbraten. Alles unter die Salatmischung heben.

In einem Mixer (oder mit dem Handrührgerät oder Schneebesen) das Eigelb mit dem Senf, Zitronensaft und Honig verschlagen. Nach und nach unter ständigem mixen das Olivenöl hinzufügen. Es entsteht eine Art cremige Mayonaise, die ihr evtl. noch mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken könnt, ehe ihr sie behutsam unter den Salat hebt.

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Ich kann nicht sagen, ob nun der Salat die Beilage zu den Kroketten oder die Kroketten die Beilage zu dem Salat sind. Beide sind Köstlichkeiten, die durchaus für sich alleine stehen können. Gemeinsam aber bilden sie ein harmonisches Gaumengedicht.

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Carmen sagt:

    Sieht super aus. Chakalaka muss ich mir merken. Habe ich noch nicht gekannt. Kaufst du dies Sauce oder machst du sie selber und kann man sie im Kühlschrank aufbewahren? LG Carmen

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    1. Wili sagt:

      ich kannte Chakalaka auch nicht. Wie beschrieben habe ich es als Gewürzmischung geschenkt bekommen und diese benutzt. Aber ich glaube, dieses Tomatenrelish schmeckt sehr gut. Ich werde es demnächst einmal ausprobieren.

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  2. Es Marinsche kocht sagt:

    Seeeeeeeeeehr fein Deine Resteküche 🙂

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  3. Resteverwertung auf hohem Niveau! 🙂

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    1. Wili sagt:

      danke, danke 🙂 Da kam mir wohl die Vielfalt der „Reste“ zu Gute 😉

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  4. Ich habe die Chalak…😳-Mischung auch zuhause! Da überlege ich auch schon des längeren, was ich damit machen kann…. und was ist Panko??

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    1. Wili sagt:

      Panko ist ein aus der japanischen Küche stammendes Paniermehl aus Brotkrumen. Es ist heller und grober als unser Paniermehl. Ich habe es benutzt, weil ich es eh da habe.

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      1. danke, wusste ich nicht!

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    2. Wili sagt:

      übrigens finde ich diese Chakalaka-Gewürzmischung recht angenehm.

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