Rote Bete – Haselnuss Torte

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Wir haben so unsere Regeln und Rituale; auch am Arbeitsplatz. Bei uns beispielsweise ist es üblich, dass eine Kollegin aus der Administration wenige Tage vor einem anstehenden Geburtstag mit einer Moderationskarte und einem braunen Briefumschlag durch die Büros zieht und sammelt: In den braunen Briefumschlag wird Geld für ein gemeinschachtliches Geschenk gesammelt und auf der Moderationskarte werden die Unterschriften all derer, die sich an dieser Aktion beteiligen, gesammelt . Steht der Betrag fest, wird emsig und heimlich diskutiert, was denn dieses Mal das richtige Geburtstagsgeschenk sein könnte. Weil alle es richtig machen wollen, kommt immer wieder ein Gutschein dabei heraus. Die oder der Geburtstaghabende bringt zum Geburtstag einen großen Teller voller Süßigkeiten mit, der in ihrem oder seinem Büro aufgestellt wird. Das Büro mit dem Geburtstagsteller wird dann in den kommenden Tagen von den anderen häufiger als sonst zum informellen Austausch frequentiert, bis alles weg genascht ist. Dann steht in der Regel auch bereits wieder der nächste Geburtstag an.

Doch dieses Mal, da mein Geburtstag in meinen Urlaub gefallen war, habe ich es einfach ein wenig anders gemacht. Zur Teamsitzung brachte ich zu Minilaugenbrötchen mit Frischkäse eine rote Torte mit. So etwas hatte ich niemals zuvor gebacken und wir alle niemals zuvor gegessen. Es war also ein kleines Experiment.

Die Idee zu dieser Rote Bete – Haselnuss Torte entspringt Ines‘ Blog. Eigentlich war es ja Ines, die mich mit meinem Blog gefunden hatte. Doch mein Gegenbesuch auf ihren Seiten hat mich gleich begeistert. Texte, die mich ansprechen, wenn ich auch lange nicht jedes Wort verstehe. Fotos, die ich gerne betrachte und einfache Rezepte, klar beschrieben. Zudem dekoriert sie ihre Speisen kreativ und richtet sie kunstvoll an. Ihre Crostata d’Autunno ist ein kleines Kunstwerk, fast zu schade zum anschneiden, das ich so lange nicht hinbekommen werde.  Ich habe es gar nicht erst versucht und war ganz froh, dass jetzt im Winter diese üppige herbstliche Weinlaubdekoration unpassend erscheint.

Zutaten

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  • 140 g Weizenmehl 1050
  • 80 g gemahlene Haselnüsse
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 4 TL Rohrohrzucker
  • 2 TL fruchtiges Olivenöl
  • 50 ml warmes Wasser
  • 1 TL frisch gerösteter Fenchelsamen (grob zerstoßen)
  • 1 Prise Salz
  • 2 mittelgroße Rote Bete Knollen
  • 4 EL Rohrohrzucker
  • 20 g Butter
  • 2 EL milden Ziegenfrischkäse

Küchengeräte

1 Schneidebrett und 1 Messer, 1 Schüssel, 1 Pfanne, 1 Holzrührlöffel, 1 Tortenbodenbackform

Zeit

120 Minuten

Zubereitung

Mehl, Haselnüsse und Salz in einer Schüssel vermengen.

Die Hefe, den Zucker, Öl und Wasser zufügen und alles rach zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.

Ich mache das immer mit der Hand. Damit dabei der Teig nicht in meinem Handteller kleben bleibt, überziehe ich diesen mit einem sehr dünnen Olivenölfilm.

Den fertigen Teig 20 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit sollte er fast doppelt so groß aufgegangen sein. Dann die Fenchelsamen einarbeiten und den Teig erneut 30 Mnuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Rote Beten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter in einer Pfanne schmelzen und die Rote Bete darin adünsten. Den Zucker hinzugeben und alles weitere 20 Minuten köchen lassen. Die Bete-Scheiben sollten noch bißfest sein.

Die Ausbackform einfetten und den Backofen auf 180° C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig dünn ausrollen und die Backform damit auslegen. Die überstehenden Ränder abschneiden und die Teigreste für die individuelle Dekoration verwenden – ich stach hier daraus kleine Herzchen aus.

Den Teigboden nun mit dem Ziegenfrischkäse bestreichen. Dann die Rote Bete – Scheiben darauf auslegen und abschließend die Teigdekoration darauf verteilen – wer mag, kann diese noch mit Milch oder Ei bestreichen.

Im Backofen ca 30 -40 Minuten backen.

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Das Urteil aus meinem Team:

Vom Geschmack waren alle begeistert. Gerade auch die Skeptiker gegenüber der Roten Bete waren sehr positiv überrascht. Die Konsistenz der Roten Bete polarisierte allerdings. Während sie den einen zu knackig geblieben war, fanden die anderen sie genau richtig… Es bleibt euch also die Qual der Wahl beim nachbacken.

 

 

 

22 Kommentare Gib deinen ab

  1. viore sagt:

    Hallo. Eine ungewöhnliche Backidee, aber durchaus mal zum Nachbacken geeignet (dann allerdings ohne Weizenmehl…) 🙂 Liebe Grüße

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    1. Wili sagt:

      Welches Mehl würdest du wählen?

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      1. viore sagt:

        Vermutlich Mandelmehl…oder eine Mischung aus Mandelmehl und Kiechererbsenmehl *grübel* muss man echt immer austesten, da ja jedes Mehl ein anderes „Verhalten“ hat.

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      2. Wili sagt:

        mh…. das Originalrezept wurde mit Mandeln statt mit Haselnüssen gemacht. Deshalb würde ich jetzt zu mandelmehl tendieren. Aber geröstetes Kichererbsenmehl könnte auch gut passen. Es würde dann nur vielleicht zu bröselig werden?

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      3. viore sagt:

        Kann gut sein, müsste man einfach ausprobieren 🙂

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  2. Es Marinsche kocht sagt:

    Tönt interessant und sieht wunderschön aus 🙂

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    1. Wili sagt:

      Danke 🙂
      ich kann sie dir empfehlen. Zwischenzeitlich habe ich auch Rosenkohltartelettes auf dieser Basis gebacken…. sehr fein 😉

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Mmmmmmmmh 🙂

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  3. Zeilenende sagt:

    Gemüsetarte … Schön. Sieht wirklich prächtig aus. Hab ich mit Roter Bete auch noch nie probiert und werde ich bei Gelegenheit nachholen.

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    1. Wili sagt:

      diese Gemüsetarte ist süß 😉

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      1. Zeilenende sagt:

        Was aber nur daran liegt, dass Rote Beten Süße gut vertragen und dennoch herzhaft sind. Das ist wie mit Möhren … Oder umgekehrt mit Schokolade. Die verträgt notfalls auch eine Scheibe Salami und bleibt süß. *gg*

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      2. Wili sagt:

        ich wollte es ja nur schreiben….

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      3. Zeilenende sagt:

        Und dafür sei dir gedankt. 🙂 Aber gib es zu: Da du um meine Süß-Sucht weißt, wolltest du mich nur anstacheln, es mir jetzt sofort zu machen. Dafür müsste ich es mir aber noch besorgen … Also Rote Beten … Ach … Und überhaupt … Ich schreibe mich gerade um Kopf und Kragen. Heute ist eh Nulldiät, der kleine Zeilenende geht morgen brunchen. 🙂 *zieht sich elegang aus der Affaire*

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      4. Wili sagt:

        hahaha…. manchmal kommst du mir beim lesen zwar vertraut im Sinne von gut bekannt vor, aber von deiner Süß-Sucht ahnte ich nichts, Nulldiät ist ungesund und Rote Bete hast du schnell besorgt, selbst da, wo Zeilenendes leben…. 😀

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      5. Zeilenende sagt:

        Ich übertreibe eben gern. *gg* Es ist eine halbe Nulldiät – ich hatte heute mein übliches ausgiebiges Frühstück, ein Stück Kuchen (ich kann ohne Kuchen eben nicht leben) und heute Abend gibts Obst. Ich brauche aber Platz für morgen. *gg*
        Was die Roten Beten angeht: Da wo Zeilenendes wohnen, haben die Supermärkte tatsächlich schon zu. Diese Kulturbanausen. *gg*

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  4. ohneeinander sagt:

    Rote Beete musste ich als Kind bei meinen Großeltern essen und zwar als Rote Beete Eintopf 😖😖😖😖 sowas von eklig.
    Dein Rote Beete Kuchen klingt dennoch interessant. 👍🏻

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    1. Wili sagt:

      ohje… ! Ich habe gruselige Kindheitserfahrungen mit süßsauer eingelegeter Rote Bete, aber auch Kürbis und kann da gut mitempfinden.

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      1. ohneeinander sagt:

        Nachkriegszeit-Essen 😖😖😖😖
        Kohlrübensuppe & Co.

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      2. Wili sagt:

        hey…. ich bin ein Wirtschaftswunderkind 😀

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      3. ohneeinander sagt:

        😀 was es alles gibt.

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