Himmel un Ääd

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Und

Heute gab es ein deftiges proletarisches Wintergericht mit poetischen Namen. Auch wenn es eines meiner Leib- und Magengerichte ist, koche ich es eigentlich nie. Denn es ist so ein typisches Brauhausessen, das zu einem leckeren, frischgezapften Kölsch besonders gut schmeckt.  Aber weil ich es mit Oli so abgemacht hatte und ich weit weit weg von Kölle bin, habe ich es heute einmal selbst gemacht. Himmel un Ääd, so behaupten wir Kölner, sei eins unserer Nationalgerichte. Doch da übertreiben m’r a beßje. Denn Himmel und Erde auf dem Teller hat Tradition im Rheinland, in Westfalen, in Schlesien und in Niedersachsen. In Köln bereitet man Himmel und Ääd aus frischen Erdäpfeln und frischen Äpfeln zu un met ’nem deck Stöck Flönz. Flönz ist kölsch und bezeichnet eine preiswerte, gekochte Blutwurst. Die hochwertigerere, geräucherte Blutwurst nennt man in Köln Blotwoosch.  Ich mag beide. Neben einer guten Scheibe geräucherten Blutwurst gab ich dann allerdings noch eine Scheibe Leberwurst, Zwiebelchen und Speck dazu. Wenn schon deftig, dann aber auch so richtig.

Ausschlaggebend war ja Olis Karamell-Apfelmus, das ich im Kleinen nachkochte. Dazu habe ich zwei säuerliche Äpfelchen geschält, entkernt und in kleine Stückchen geschnibbelt, mit 2 TL braunem Zucker in einen Topf gegeben und unter ständigem Rühren weich gekocht. Statt eines Spritzers Zitrone gab ich einen Spritzer Riesling hinzu.

In einem zweiten Topf habe ich geschälte und ebenfalls keingeschnibbelte mehlig kochende Kartöffelchen gegeben und in Salzwasser weich gekocht. Dann schüttete ich das überschüssige Kochwasser ab, gab Muskatnuss, etwas Butter und einen ordentlichen Schuss heiße Milch dazu und verquierlte alles kräftig mit dem Schneebesen.

In einem Pfännchen briet ich Würfelchen vom Pancetta mit Zwiebelringen in Butterschmalz knusprig. Zuletzt wendete ich eine Scheibe Blutwurst und eine Scheibe Leberwurst in Mehl und briet sie ebenfalls von beiden Seiten im Butterschmalz.

Alles zusammen drapierte ich auf einem Teller, reichte dazu ein Glas vom Riesling… Lecker wars, wie im Himmel und doch auf Erden, einfach nur herrlich. Auf einmal war ich auch nicht mehr traurig, dass ich zu Karneval in Hannover und nicht in Kölle bin.

IMG_7552

 Und hier kommt ihr zu Olis  Interpretation von „Himmel un Eer“ Sie hat sich da mal wieder was ganz fantastisches ausgedacht.

 

 

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Hach … Meine zweitliebste Variante von Himmel Un Ääd. Noch lieber hab ichs nur, wenn Apfelmus und Kartoffelbrei schon vermischt serviert werden. Aber mit Blut- und Leberwurst. Notfalls Panhas.
    Wili, du kannst mir doch nicht schon am Morgen so komische Gelüste machen. ^^

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  2. dsk sagt:

    Ich liebe das, habe ich auch schon „verbloggt“ und noch lieber gegessen. Schönen Sonntag noch, Cornelia

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    1. Wili sagt:

      ja, das ist wieder eines der Klassiker, die jede Foodbloggerin und jeder Foodblogger wenigstens einmal posten muss 😀

      Ich wüsste gerne, ob es jemanden gibt, der „Himmel und Erde“ nicht mag. Über die Wurstbeilagen mag man ja noch verhandeln können, aber Äpfel und Kartoffel sind einfach ein Traumpaar ❤
      Dir einen schönen Sonntag, Wili

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    2. Wili sagt:

      wie findest du denn die rote Unterlage? Ich dachte diese zukünftig für mein Foto-CD zu nutzen, vielleicht im Wechsel oder auch mal gemeinsam mit dem blauen Hintergrund?

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      1. dsk sagt:

        Moin Wiltrud, ich finde das Rot sehr schön. Am besten hat mir dein trotzdem dein Osso bucco gefallen. Da war es das Dunkelblau. Beim Himmel un Ähd finde ich dein Essen sehr appetitlich angerichtet, es ist vielleicht etwas zuviel los im Bild. (Z.B. Muster auf Teller)

        Es bleibt ein spannendes Experimentierfeld. Bei meinem H&Ä war ich fotografisch noch gar nicht weit. Bei mir gab es nur eine extreme Nahaufnahme, und das ziemlich verwackelt.

        Ich hoffe wirklich, dass das Tageslicht endlich wieder kommt.
        Dann kann ich unser Abendessen endlich wieder schön ablichten.
        Liebe Grüße und schöne Woche

        Cornelia

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      2. Wili sagt:

        spannend…. danke für die kritische Rückmeldung. Ich probiere mal weiter. auf das Tageslicht freue ich mich auch und klar ist, dass ich mit den „Requisiten“ arbeite, die ich habe … 😉

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