iranischer Erbseneintopf (Khoreshte Gheymeh) – خورش قیمه

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Khoreshte Gheymeh ist ein sehr populärer iranischer Eintopf aus Rindfleisch (oder Lamm) und geschälten, gelben Spalterbsen (lapeh), der tradiionell mit weißem Reis serviert wird. Man nennt ihn auch Gheymeh Polo. Polo ist eine Bezeichnung für Reis und Gheymeh beschreibt, dass das Fleisch in sehr kleine Stückchen geschnitten wird. Und ehrlich, es gibt Speisen, die sind perfekt wie sie sind. Dazu zählt für mich vor allem Khoreshte Gheymeh und auch Khoreshte Gheymeh Bademjan, dem noch Auberginen zugefügt werden.

Khoreshte Gheymeh ist eine unkomplizierte Speise, die wie kaum eine andere zeigt, dass iranische Chanedaris (Hausfrauen) wahre Künstlerinnen sind. Sie kombinierten einfachste Zutaten und Aromen zu einem orientalischen Traum der sich Knospe für Knospe langsam auf der Zunge entfaltet: Die Süße von Tomaten vereinigt sich durch schonendes Garen mit der feinen Säure der limoo omani und dem erdigen Geschmack der gelben lapeh. Dazu das butterzart geschmorte Fleisch, duftend weißer Basmatireis und knusprig fritierte Safrankartoffelstreifen…

… wieder einmal mehr kam für das Khoresht mein Crocky zum Einsatz. Als ich heute Abend nach Hause kam, duftete meine Wohnung nach wärmender  Zitruserde. Ich sollte nur noch den Reis dämpfen, den ich dann nicht vorfinden konnte. Mein Reis, also mein feiner persischer Basmatireis war aufgebraucht. Nach kurzem Überlegen entschied ich es einmal mit Couscous zu probieren. Das habe ich auch sehr fein und zart gedämpft und es war echt lecker. Doch wenn ich ehrlich bin, passt Reis einfach tausend und einmal besser zu Khoreshte Gheymeh.

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Zutaten für 2 Portionen

  • Butterschmalz
  • 1 Zwiebel
  • Kurkuma und Safran
  • 200 g Gulasch (vom Rind oder Lamm und etwas kleiner geschnitten)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 3 EL Lapeh
  • 300 ml Wasser
  • 2 limoo omani
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz und Pfeffer
  • 1-2 Kartoffeln
  • Fritieröl
  • Salz (und Safran)

Zubereitungszeit

auf dem Herd: 1 1/2 – 2 Stunden

im Crocky: 8 – 10 Stunden

Zubereitung

Die Zwiebel schälen und würfeln.

Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin andünsten. Mit Kurkuma und gemahlenen Safran bestäuben. Dann das Fleisch hinzugeben und scharf anbraten. Das Tomatenmark hinzugeben und unter Rühren so lange braten, bis das Fleisch die rote Farbe angenommen hat und es tomatig duftet. Die Lapeh und das Wasser hinzugeben und alles kurz aufkochen lassen.

Wenn ihr das Gericht auf dem Herd zubereiten wollt, solltet ihr die Lapeh vorab und am besten über Nacht in Wasser einweichen lassen.

Alles in den Corckpot umfüllen. Das Lorbeerblatt, die limoo omani (mit der Gabel eingestochen), Salz und Pfeffer hinzugeben,  den Crocky auf „automatik“ oder „low“ einstellen und alles die nächsten acht bis zehn Stunden sich selbst überlassen.

Couscous dämpfen

Den Couscous anfeuchten: 1 EL Wasser  auf 1 Tassen feinkörnigen Couscous geben. 10 Minuten stehen lassen, damit der Couscous das Wasser absorbiert.

Einen Topf Wasser zum Kochen bringen und den Couscous 10 Minuten lang bei mittlerer Hitze in einem Sieb darüber dämpfen. Etwas Butter an den Couscous geben.

Den Couscous in eine Schale geben und leicht abkühlen lassen. Mit 1 EL warmem Wasser besprengen und die Körner durch die Finger gleiten lassen, um sicherzustellen, dass keine Klumpen entstanden sind. Den Couscous 5 Minuten lang ruhen lassen.

Dann den Couscous wieder in den Topf geben und weitere 20 Minuten lang dämpfen (für ausreichend Wasser sorgen).

Ich hatte noch ein klein wenig von meinem Rosenpistazienreis über. Den mischte ich unter mein Couscous.

Kurz vor dem Servieren werden die Kartoffeln geschält, gestifftelt, abgewaschen und gut abgetrocknet, um sie in heißem Öl knusprig braun zu fritieren. Auf Küchenpapier abschöpfen, mit Salz und Safranpulver bestreuen und über das Khoreshte Gheymeh geben.

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    *seufz* Ich habe ein riesiges Problem mit deinen Texten. Ich kann riechen und schmecken, was du beschreibst. Und dann habe ich Hunger. Obwohl ich ins Bett will. Ich sollte dich nicht mehr abends lesen, nun gehe ich mit Sabber im Mundwinkel zu Bett. 😉

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    1. Wili sagt:

      ohjeh…. hoffentlich träumst du jetzt nicht vom Erbseneintopf!

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      1. Zeilenende sagt:

        Ging gerade noch mal gut. Ich habe von Bohneneintopf geträumt 😉

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  2. Landidylle sagt:

    Das Rezept klingt mal wieder ausgesprochen gut und sieht ansprechend aus. Ich befürchte, ich muss mir demnächst einen Slow Cooker kaufen oder basteln – vielleicht einen Solarofen? Hmpf

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    1. Wili sagt:

      ja, ein Solarofen ist eine gute Idee 🙂
      du kannst es auch in einem „gewöhnlichen Topf“ zubereiten. ca 6-8 Stunden Crocky entsprechen 1-11/2 Stunden schmoren auf dem Herd oder im Backofen. Nur die Spalterbsen solltest du dann beser vorher einweichen.
      Ich bin so begeistert von diesem Niedrigtemperaturtopf, weil er 1. schonend gart, 2. Fleisch immer gelingt und weil er 3. ganz megawichtig für mich, auch während meiner Abwesenheit arbeitet. Ohne Crocky gab es solche Speisen bei mir nur noch am Wochenende, wenn überhaupt 😉

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      1. Landidylle sagt:

        Wir sind schon vom NT-Garen bei normalen Braten begeistert, vermutlich würden wir es bei Topfgerichten auch sein – oder erst recht.
        Ich liebäugle schon seit Jahren mit einem Solarofen und frage mich gerade, warum ich nicht längst einen gebaut oder gekauft habe. Hier draussen direkt vor der Küche wäre sogar vom Sonnenstand der perfekte Platz.
        Insofern hast Du mich mit Deinem Gericht mal wieder auf etwas gebracht. Danke ❤

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      2. Wili sagt:

        Na dann…. leg los! jahrelang hatte ich einen kleinen, einfachen, selbstgebastelten Sonnenofen aus Holz, den ich auf dem Balkon nutzte. Er kochte superleckere Eintöpfe und Suppen 🙂

        Leider ging er dann

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  3. Landidylle sagt:

    … verloren?
    … kaputt?
    … in Flammen auf?
    .. den Weg alles irdischen?

    Nach ‚Leider ging er dann‘ ist irgendwie Schluß. 😦
    Aber wie auch immer, ich habe es jetzt im Hinterkopf und werde gleich – wenn wir an der Feuerstelle Bigos essen – meinen Mann überzeugen.

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  4. Wili sagt:

    …. den Weg alles irdischen.
    sorry 🙂

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