Kräuteromelett (Kookoo sabzi) – کوکو سبزی

am

Heute ist ein sehr besonderer Sonntag: Wir haben  Tag- und Nachtgleiche und somit Frühlingsanfang. Ab jetzt werden die Tage wieder länger und die Dunkelheit schwindet. Wir haben Nouruz und wir haben Palmsonntag. So viel Tradition und so viele Feiern an einem Tag. Zu allem Überfluss ist heute auch noch internationaler Tag des Glücks.

Hier im evangelischen Gottesdienst zogen hinter einem Esel, auf dem nichts und niemand saß, die Konfirmanten mit Palmwedeln in die Kirche und umkreisten einmal den Innenraum. Damit wurde an Jesus‘ Einzug auf einem Esel nach Jerusalem erinnert, wo er zunächst als der Heilsbringer und Friedenskönig jubelnd begrüßt wurde, um schon wenig später als Verräter beschimpft zu werden. Man forderte seine Kreuzigung. Jesus Leidensweg bis hin zu seinem Tod am Kreuz begann somit.  Es ist noch Fastenzeit, so wird am Palmsonntag zwar feierlich, aber nicht all zu üppig gespeist.

Heute ist auch Nouruz, das persische Neujahr und ich beschrieb bereits die Annahme, dass Nouruz auf den Zarathrismus zurückgeht.  Einer anderen Mythologie zufolge erinnert Nouruz an die Himmelfahrt des iranischen Königs Dschamschid. Dafür soll er sich einen fliegenden „Wagen“ von den Dämonen bauen gelassen haben, die er zuvor bezwang und in den Dienst der Sterblichen stellte.

Ebenso wie bei dem christlichen Palmsonntag, der Karwoche und Ostern, so scheint auch Nouruz das Brauchtum der ursprünglichen Hirten- oder bäuerlichen Kultur übernommen zu haben, mit dem der Übergang vom Winter zum Sommer verehrt wurde: Fruchtbarkeits- und Erneuerungsriten sind zweifellos verifizierbar. So gibt es traditionell zu Nouruz sabzi polo ba mahi. Sabzi, die Kräuter, bedeutet auch grün und symbolisiert das neue Leben. Mahi, der Fisch, symbolisiert die Fruchtbarkeit. Und/oder es gibt Kookoo sabzi, ein Kräuteromelett, denn auch das Ei symbolisiert die Fruchtbarkeit.

Zutaten für Kookoo sabzi – کوکو سبزی

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  • pro Ei 50 g feingehackte frische Kräuter wie Dill, Petersilie, Koriander, Schnittlauch, frischer Bockshornklee jeweils zu gleichen Teilen, evtl etwas frische Minze und Basilikum.
  • etwas Mehl zum binden
  • optional ein paar Walnusskerne und etwas Sereschk (getrocknete Berberitzen)
  • Salz, Pfeffer, Kurkuma, evtl etwas Knoblauch
  • etwas Öl zum braten

Zubereitung

Ich hatte heute je ein frisches Bund Petersilie und Koriander, die ich klein schnibbelte. Zudem weichte ich etwas getrockneten Bockshornklee, Dill und Tareh (eine Poreeart) in Wasser ein. Ebenso gab ich 2 EL Sereschk zum einweichen in etwas Wasser.

Dann verquirlte ich vier Eier mit etwas Mehl, einer feingewürflten Schalotte, Kurkuma und Salz. Die eingeweichten Kräuter goss ich ab, presste sie gut aus und gab sie mit den firschen Kräutern an die Eimischung. Zum Abschluss fügte ich noch die Sereschk hinzu.

In einer beschichteten Pfanne erhitzte ich wenig Traubenkernöl. Darauf gab ich die Eimischung, schaltete den Herd auf die kleinste Stufe und legte einen Deckel auf die Pfanne. Nach ca. 15 Mnuten tauschte ich den Pfannendeckel gegen einen großen Teller, um so das Omelett leichter wenden zu können. (Ich stürzte die Pfanne über dem Teller und ließ das Omlett anschließend wieder in die Pfanne gleiten).  Nach weiteren 10 – 15 Minuten war das Kookoo sabzi fertig.

Dazu gab es den köstlichen sadri dudi mit Safran und ein indonesisches feurigscharfes Gemüsecurry.

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Was war das für ein glückliches Mahl!

31 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Ein königliches Mahl…..Berberitzen im Omelett…..eine tolle Idee…..viele davon warten auf mich und deren regelmäßigen Einsatz 🙂 und der Sadri dazu……mmmmhhhhhh…..das gerauchte passt bestimmt hervorragend….

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    1. Wili sagt:

      ja, es passte sehr gut 🙂
      Das Gemüsecurry hätte es gar nicht gebaraucht, aber ich hatte es noch über und es harmonierte ebenfalls überraschend gut dazu.

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Das glaube ich Dir gern 😊

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    2. Wili sagt:

      berberitzen im Kräuteromelett ist in manchen Regionen Irans absolut üblich 😉

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Seeeeehr fein 😍 ich hoffe ich denke dran, wenn ich sie wieder genießen werde…..

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      2. Wili sagt:

        es wird dir schon einfallen, wenn der Moment passend dafür sein wird 😉

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      3. Es Marinsche kocht sagt:

        Ich denke auch 😊 danke für die Inspiration 😘

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  2. Zeilenende sagt:

    Vielen Dank für die kleine Lehrstunde in Kultur. 🙂 Es gibt so viele schönes zu entdecken.

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    1. Wili sagt:

      mir ist dabei heute nochmals um vieles deutlicher geworden, wo eigentlich die Wiege unserer europäischen Kultur liegt 😉

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      1. Zeilenende sagt:

        Du willst behaupten, die Wiege des Abendlandes ist irgendwo im Mittleren Osten zu finden? *grins* Das darf man doch nur denken. *hust* Mithras-Kult *hust*

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      2. Wili sagt:

        ja, Du hast mich durchschaut. Ich meine das kann man dieser Tage nicht oft und laut genug sagen, klar und frei von jedem Husten 🙂

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  3. Hammer!!! Jetzt hab ich richtig Hunger. Na toll 🙂
    http://www.doublemess.com

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    1. Wili sagt:

      shit happens 😀

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  4. Sieht sooo gut aus!! Muss ich diese Woche unbedingt mal machen, gdnau das richtige Rezept für die Fastenzeit 😊

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    1. Wili sagt:

      stimmt und es passt zu Reis ebenso, wie zu einem Brot, Burger-Bun, zu Kartoffeln oder pur 😉

      Aber dieser geräucherte Reis mit Safran ist schon verdammt köstlich 😀

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  5. Ist es falsch wenn wir uns das jetzt gerade zum Frühstück wünschen? 😉 klingt wahnsinnig lecker und dann auch noch auf diesem wunderschönen Teller serviert 🙂

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    1. Wili sagt:

      nö…. ich habe davon heute auch gefrühstückt. Das schmeckt auch kalt super und ist genial für unterwegs, dann aber ohne hübschen Teller 😉

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  6. Landidylle sagt:

    Das klingt nach einer Geschmacksexplosion. Und es war mal wieder ein sehr interessanter Beitrag noch dazu.

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    1. Wili sagt:

      Das Kräuteromelett ist schnell nachgemacht

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  7. dsk sagt:

    Toll, ich finde deine persischen Rezepte so super. Das ist eine Küche,d ie ich noch gar nicht kenne. Liebe Grüße Cornelia

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    1. Wili sagt:

      Danke 🙂
      Du solltest die persische Küche einmal probieren. Sie setzt besonders auf hochwertige und frische Produkte und langsames, schonendes garen (was wohl nicht so auf’s Böötchen passt). LG, Wiltrud

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  8. finbarsgift sagt:

    Sieht wirklich toll aus!! 🙂

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    1. Wili sagt:

      Danke, das freut mich 🙂

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      1. finbarsgift sagt:

        Schmeckt sicher auch lecker 🙂

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      2. Wili sagt:

        es klingt so blöd, wenn ich das sage, aber es schmeckt verdammt lecker. Hatte heute statt des Gemüses Joghurt mit Gurke und Estragon dazu gemacht. Das war noch besser 😀

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      3. finbarsgift sagt:

        Jammmmmm jammmmmm, ich habe schon soooooo einen Großen Hunger!!

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      4. Wili sagt:

        na, komm vorbei 🙂

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      5. finbarsgift sagt:

        Ich komme schon geflogen… 😀

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      6. Wili sagt:

        du bist Willkommen 🙂

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      7. finbarsgift sagt:

        Das klingt wirklich schön und nur zu gerne würde ich dieses Gericht jetzt bei dir probieren 🙂

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