Hasselbackkartoffel zu grünem Spargel und Bärlauch-Ziegenkäse-Dip

am

Als ich an einem Tag bei Kastanienmehltagliatelle mit Pilzen und Wildschweinbraten gedanklich auf Korsika weilte und acht Tage später mit Ossobuco aus dem Crocky an Safranrisotto an schöne Momente in Italien dachte, da kommentierten Sandra & Patrick von Feuer & Flamme, wie „schnell kann man gedanklich von Korsika nach Italien reisen“.  Dabei dauert das Übersetzen mit der Fähre von Korsika nach Sardinien gerade einmal 50 Minuten.

Übrigens nehme ich bei EMILIA – italienische Spezialitäten mit dem Rezept „Ossobuco aus dem Crocky an Safranrisotto“ an einem Gewinnspiel teil. Vielleicht mag ja die eine und der andere von euch dort für mich voten. Ich würde mich sehr freuen.

Nachdem ich nun in der letzten Zeit kulinarisch ständig zwischen Westasien und der Landbrücke zwischen Asien und Australien weilte, machte ich heute einen Riesensprung zurück nach Europa. Das läßt sich kaum mit einem Flugzeug und schon gar nicht mit einer Fähre in dieser Schnelligkeit bewältigen. Macht ja nichts, ohne Jetlag oder Seekrankheit verträgt der Körper solche kulinarischen Kontraste sehr gut. Ja, ich kann diese sprunghafte Abwechslung sogar richtig dolle genießen.

Zwei mittelgroße Kartoffeln hatte ich im Kartoffelkorb. Die wollte ich schön zur Geltung kommen lassen. Hangs wunderschöne Kartoffelrosen nachzubacken war schon sehr reizvoll und ich werde es bald einmal tun.  Denn gedanklich war ich auch bei Cornelia, die uns im vergangenen Sommer mit ihrer kleinen Waarschip 725 auf ihrem Blog immer einmal wieder mit nach Schweden nahm. Schweden, das bedeutet für mich kulinarisch Kötbullar, Sil, Knäckebrot und Zieharmonika-kartoffeln:

Bereits im 18. Jahrhundert stand in Süd-Djurgården in Stockholm ein rotes Haus mit einer Taverne. Sie wurde Hassel Taverne genannt, weil sie sich neben dichten Haselbüschen befand. Die Taverne florierte und eines Tages wurde das kleine rote Häuschen durch einen stadtlichen Bau ersetzt. Nachdem dieser dann Ende des 19. Jahrhunderts abbrannte wurde das Gebäude, das wir heute noch besuchen können, errichtet. Damals feierte dort die gehobene Gesellschaft opulente Feste mit Köstlichkeiten, die ich bis heute nicht kenne. Zu dem gut gehenden Restaurant gesellten sich ein Hotel und eine Kochschule. Doch wie so oft, war es dann irgendwann mit dem Glanz und dem Erfolg vorbei. Patina legte sich über das Haus, die betuchten Gäste blieben aus. Da hatte um 1940 der Ausbidungsleiter der Kochschule eine simple und doch geniale Idee. Er erfand die berühmte Zieharmonikakartoffel und nannte sie Hasselbackkartoffel. Sie steht heute für eines der erfolgreichsten Markengerichte und repräsentiert weltweit das Restaurant und Hotel Hasselbacken. Ein Traditionshaus mit Geschichte.

Ehrlich gesagt finde ich den Erfolg dieser Kartoffel absolut gerechtfertigt. Es war eine beeindruckend einfache Idee, die optisch so richtig etwas hermacht. Dabei vereinen sich all die Vorzüge einer gebackenen Kartoffel mit der Knusprigkeit von Pommes Frites. Um dies zu erreichen wird eine Kartoffel lediglich in dünne Scheiben eingeschnitten, so, dass sie unten noch verbunden bleibt. Dann wird sie gebacken, bis die Schichten auffächern. Die Ränder werden schön knusprig wie Chips, während das Innere eine kartoffelbreiähnliche cremige Textur annimmt. Pur mit etwas fleur de sel wurden meine beiden Kartoffeln so elegante Begleiter von frischen grünen Spargel und Bärlauch-Ziegenkäse-Dip!

IMG_8109

Beim Spargelkauf auf der Lister Meile bei meinem favorisierten Obst- und Gemüsehändler sah ich in einer kleinen Kiste gleich neben der Kasse meine Freunde. Ich hatte sie schon soooooooooo vermißt und fürchtete ihre Zeit hier in Hannover sei vorbei.

IMG_8099

Cedro! Wie zirtusfrisch sie schon durch die warzige Schale hindurch duften! Ich kaufte gleich zwei davon und integrierte eine Halbe dieser Zitronatzitronen in mein Rezept.

Zutaten für 2 Portionen

IMG_8092

  • 2 mittelgroße, festkochende Kartoffeln (idealerweise länglich geformt)
  • 150 g Bärlauch
  • 1/2 Cedro
  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • 150 g Joghurt
  • 5 getrocknete, in Öl eingelegte Tomatenscheiben
  • weißer Pfeffer und Salz
  • 500 g grünen Spargel
  • Olivenöl

Zubereitungszeit

ca. 45 Minuten

Zubereitung

Zunächst den Backofen auf 200º C vorheizen.

Die Kartoffeln waschen und dann fächerförmig einschneiden. Es hilft, wenn man sie dazu zwischen Essstäbchen oder ähnlichem legt, damit man sie nicht durchschneidet. Zudem ist ein scharfes Messer hierbei sehr zweckdienlich, wie ja überhaupt immer.

Dann werden die Kartoffeln in eine gefettete Feuerfeste form gelegt und mit Olivenöl bepinselt und in den Backofen gestellt. Dort backen sie gut 40 Minuten. Die genaue Zeit hängt natürlich auch davon ab, wie groß sie sind und wie fein oder grob sie eingeschitten wurden.

Ihr könnt natürlich auch Butter oder anderes Öl nehmen. Doch ich mag die Verbindung von Olivenöl und Kartoffeln sehr gerne.

Während die Kartoffeln buken bereitete ich den Dip zu, damit dieser noch ein wenig Zeit erhielt, durchzuziehen und seine Aromen zu verbinden. Das ging mit dem Blender sehr schnell. Ich pürierte darin 1/2 Cedro mit dem Bärlauch, Ziegenkäse und Joghurt zu einer feinen Creme. Die Tomatenhälften schnitt ich in dünne Streifen und hob sie mit Salz und Pfeffer unter die Creme. Fertig war der Dip.

IMG_8105

Den grünen Spargel habe ich lediglich gewaschen, knapp 5 Minuten in kochendem Wasser blanchiert und dann für die letzten 15 Minuten in einer hitzebeständigen Schale, ebenfalls mit etwas Olivenöl besprenkelt mit in den Backofen gestellt. Zum Anrichten kam dann noch je eine Prise fleur de sel über die Hasselbackkartoffeln.

IMG_8117

18 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hang sagt:

    Es sieht sehr lecker aus, liebe Wili! 😘

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      Danke dir 💐
      Es schmeckt auch sehr lecker.

      Gefällt mir

  2. Es Marinsche kocht sagt:

    Ganz nach meinem Gusto 🙂 die Zitrone……mmmmmhhhhh…..sie sieht so fein aus!

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      sie ist dieses mal auch noch schrecklich frisch…. ein echter Glücksmoment sie heute zu entdecken, zumindest für mich 😉

      Gefällt 1 Person

      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Wunderbar – für mich ist sie eine Augenweide 🙂

        Gefällt 1 Person

      2. Wili sagt:

        schön!

        Übrigens: Die Limonade würde dir glaube ich auch gefallen. sie besteht aus Ingwer, Zitronenzesten und Saft einer Zitrone, Minzwasser und Honig, aufgegossen mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser. Schmeckt als Tee und gut gekühlt als Limonade.

        Gefällt 1 Person

      3. Es Marinsche kocht sagt:

        Sehr fein 😍 im Winter trinke ich normalerweise viel Ingwertee mit selbigen Zutaten, außer den Zesten und der Minze….das fein-minzige kann ich mir sehr gut vorstellen dazu….wird gespeichert für den nächsten Winter 😉

        Gefällt 1 Person

      4. Wili sagt:

        ja Zitrone-Ingwer trinke ich auch sehr gerne.

        Gefällt 1 Person

      5. Es Marinsche kocht sagt:

        Im Sommer habe ich Infused Water gemacht, indem ich Ingwer, Minze, Zitrone in eine Karaffe mit Wasser gefüllt habe. Die Zutaten blieben dann im Wasser bis es leer war. Sehr erfrischend!

        Gefällt 1 Person

      6. Wili sagt:

        das mache ich auch immer.
        Hier bei dieser Limonade ist das Wasser halt warm, wenn es aufgesetzt wird. Dadurch schmeckt alles noch ein wenig intensiver. Das Minzwasser schmeckt etwas feiner, als Minztee oder Minzblätter. Warm ist es wie ein beruhigender Tee und kalt sehr erfrischend 😉

        Gefällt 1 Person

      7. Es Marinsche kocht sagt:

        Ja, sehr lecker 🙂

        Gefällt mir

  3. Zeilenende sagt:

    Ich habe Hasselbackkartoffeln bis vor drei Minuten für unnötiges Schischi gehalten. Aber deine Beschreibung als Melange aus Fritten und Kartoffelpürree hat mich überzeugt. Das wird demnächst doch ausprobiert.

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      😉
      dann nimm vorwiegend festkochende Kartoffeln, damit es richtig gelingt.

      Gefällt mir

      1. Zeilenende sagt:

        Werd ich machen. Danke für den Tipp. 🙂

        Gefällt mir

  4. Ist die Kartoffel nur eingeschnitten oder mit dem Spiralschneider?

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      nur eingeschnitten

      Gefällt mir

  5. D.S.K sagt:

    Mist, das habe ich zu spät gesehen. Für dein Osso Bucco hätte ich gestimmt. Liebe Grüße Cornelia

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Macht nicht. War ja unter den Top 30 , wurde aber nicht gezogen.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s