Reisfladen mit süßen Früchtchen zum „Projekt 52 Wochen (16)“

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Freitag Nachmittag ging es los. Anfangs war das noch ein eher diffuses und nicht definierbares Gefühl, das Richtung Unruhe tendierte. Da war so ein leises Prickeln in der Magengegend, das sich zunehmend steigerte bis es mir endlich klar war: Ich suchte nach einer Antwort auf die Frage, ob mir etwas geeignetes zu Zeilenendes Projekt 52 Wochen einfallen könnte. Gegen Abend verblasste diese innere Suche dann und ich hatte eine ausgesprochen ruhige Nacht, einen entspannten Samstag und auch einen schönen Sonntagmorgen bis zu dem Moment, da ich den noch warmen Reisfladen abzulichten begann. Da kam sie mir wieder in den Sinn, diese Frage. Die Fotos, die ich dann von mir mit Reisfladen machte, die erinnerten mich an die kleine Wili vor knapp 50 Jahren, wie sie als stolzes I-Dötzchen das Täfelchen für das erste Klassenfoto in den Händen hielt …

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… ein wenig verlegen, ein wenig stolz und durchaus sympathisch machte es dann Klick in und Blink über meinem Kopf, als ich mir die Fotos auf dem Monitor betrachtete. „Gut“ befand ich meine Lösung, mit der ich in der 16. Woche dem Projekt ein Selfie beisteuern mag.

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Ich glaube, ich war als Kind durchaus eine wählerische bis mäkelige Esserin in dem Sinne, dass mir nicht alles so gut gefiel, was die Erwachsenen uns Kindern so täglich vorsetzten. Doch wir mussten für gewöhnlich essen, was da so auf unsere Teller kam. Einmal kümmerte sich meine Tante aus Aachen um uns. Sie konnte sehr leckeren Milchreis mit Zimt und Zucker und noch köstlicheren Reisfladen zubereiten. Doch an diesem Tag gab es bitteren Spinat, den ich verzweifelt mit meinem Gäbelchen auf dem Teller hin und her schob, bis er nicht nur bitter, sondern auch noch kalt war. Da endlich verließ sie den Tisch und verschwand für eine Weile ans Telefon, das damals ja noch angeleint war. Unmittelbar nutzte ich die Gelegenheit und eilte mit meinem Teller ins Bad, wo ich den gruseligen Spinat vom Teller in die Toilette  gleiten ließ. Als die Tante zurück an den Tisch kam, saß ich artig da. Das Besteck hatte ich parallel, schön das Messer über der Gabel, und diagonal auf dem Teller abgelegt. Erstaunt blickte sie auf den Teller und dann in meinen unschuldigen Blick. „Na, hast du jetzt doch alles aufgegessen?“ „Ja“, log ich und flatsch klatschte ihre Hand über den Tisch auf meine linke Wange…

Daraus lernte ich den Tellerrand sauber zu wischen, nachdem ich Speisen heimlich verwerfen musste. Meine Tante allerdings nötigte mich niemals wieder etwas zu essen, was ich nicht mochte.

Reisfladen mit süßen Früchtchen

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Ich kann gar nicht zählen wie oft wir Kinder bei eben dieser Tante, die nebenbei bemerkt eine meiner beiden Lieblingstanten ist, zu Besuch waren. Sie hat eine große Küche, in der ich als Kind oft mit ihr zusammen kochen durfte. So lernte ich schon sehr früh Reisfladen zu backen, der traditionell mit Hefeteig und mit Vanille und Zimt zubereitet wird. Heute bin ich ein wenig von der Tradition abgewichen. Den Milchreis bereitete ich zunächst wie Risógalo zu. So heißt der griechische Milchreis, der mit Zitronensaft und Zitronenabrieb statt mit Zimt zubereitet wird. Auch verwendete ich keinen Hefeteig, sondern Mürbeteig als rahmende Basis. Dabei musste ich ein wenig grinsen, denn mir fiel eine weitere Geschichte ein, die sich ereignete, als ich zum ersten Mal Risógalo machte. Doch davon schreibe ich vielleicht ein nächstes mal. Nun geht es zum Rezept.

Zutatten

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  • 250 g Mehl
  • 125 g Butter
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Milchreis
  • 500 ml Milch
  • 50 g Zucker
  • Mark 1/2 Vanilleschote
  • Saft und Abrieb von 1/2 Zitrone
  • 2 Eier

Zubereitung

Mehl, Butter, Ei und Salz zu einem festen, aber geschmeidigen Teig verkneten. Diesen wenigstens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen und dann ausrollen, um mit ihm eine eingefettete klassische Kuchenform von ca. 24 cm Durchmesser auszulegen.

Den gut gewaschenen Milchreis zunächst knapp 15 Minuten in ca 1/8 l kochendem Wasser vorgaren. In der Zwischenzeit die Milch mit dem Vanillemark und dem Zucker erhitzen. Den Milchreis hinzufügen und alles nochmals aufkochen lassen. Die Zitrone hinzugeben und weitere 20 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Den fertigen Milchreis abkühlen lassen.

Die Eigelb und die Eiweiß der beiden Eier getrennt voneinander aufschlagen. 2/3 des Milchreis‘ unter das Eigelb und 1/3 Milchreis unter den Eischnee heben. Zunächst die Eigelb-Milchreismasse gleichmäßig in der Kuchenform verteilen. Darüber die Eischnee-Milchreismischung geben. Im vorgeheizten Backofen bei 180 C Ober- und Unterhitze in 30′ backen.

Man kann diesen Reisfladen bereits warm genießen, doch gut gekühlt mit frischem Obst schmeckt er sehr viel erfrischender.

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Schönes Selfie mit Erdbeermund und ein feines Rezept, was Du da hast….so etwas kommt bestimmt bei Groß und Klein an 😊

    Gefällt 1 Person

  2. Zeilenende sagt:

    Dann herzlich willkommen in unserer erlauchten Runde, liebe Wiltrud. Und du weißt, wie du mich dran kriegst, gell? Mit was Süßem … Und dann auch noch mit Reiskuchen.
    Ich bin ja begeisterter Anhänger des Aachener Streuselbrötchens und wenn ich nach Aachen fahre, muss ich immer in eine Bäckerei gehen, um mir dort ein solches Gebäck zu gönnen. Nur wenn es auf den Weihnachtsmarkt geht … Dann gibt es kein Streuselbrötchen sondern Reiskuchen.
    Und ich frage mich gerade, wieso ich noch nie darüber nachgedacht habe, einmal selbst einen zu backen. Jetzt bin ich ja gerüstet. 🙂

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    1. Wili sagt:

      Stimmt, ich vermutete, dass du da schwer widerstehen könntest…

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  3. Kobold sagt:

    Das sieht sehr lecker aus

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Danke dir, das ist sehr lecker. Probiere es einmal aus 🌸

      Gefällt mir

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