Asparagus urap urap – lauwarmer Spargelsalat mit Kokossambal

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Am Fusse des Gunung Rinjani auf Lombok liegt das Dorf Senaru. Es ist quasi der Haupteingang zum Taman Nasional Gunung Rinjani, der zu den UNESCO Geoparks zählt. Ausgangspunkt vieler Touren auf den Vulkan, zu den drei Wasserfällen, zu den begehbaren Höhlen sowie weiteren Wanderungen durch den  Nationalpark ist ein kleines Restaurant, das – wie sollte es auch anders sein – einem guten Freund Abduls gehörte.

Aussicht von der Restaurantterasse

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Abdul hingegen hatte mich bereits an einen meiner ersten Tage auf Lombok mit seinem Taxi quasi von der Straße aufgelesen und ernannte sich schnell zu meinem persönlichen Inselführer. Klar, die Konkurrenz ist groß.

Das Angebot an „professionellen“ und privaten Reisebegleitern ist einfach riesig. Jeder muss sich ein paar Rupiah hinzuverdienen. So kann ich mir gar nicht vorstellen, dass andere Touristen nicht den idealen Guide für sich finden. Ehrlich gesagt war ich keinem begegnet, der seinen Job nicht gut, engagiert, aufmerksam und bedacht gemacht hätte. Abdul und ich wurden jedenfalls für knapp drei Wochen ein gutes Gespann. Er hatte sehr schnell raus, was mir gefallen würde, was er mir zumuten und wo er mich fordern konnte, aber auch, was mir nicht lag.

Er kam gar nicht erst auf die Idee mir den etwas versteckt gelegenen Betara Lenjang zeigen zu wollen und ich war froh, dass er mich nicht danach fragte. Er führte mich auch zunächst am Air Terjun Sindang Gila vorbei, weiter flussaufwärts. Der Weg war als solcher an vielen Stellen für mich nicht mehr erkennbar, steinig, matschig, wurzelig und immer leicht ansteigend. Wir durchquerten mehrere Bäche. Das war bereits für mich mehr ein kleines Djungelabenteuer denn ein Spaziergang, das ich im Kleidchen und mit Flip Flops bewältigte.  Ich sah vereinzelt Affen, einen Kakadu, weitere bunte Vögelchen und Schmetterlinge, Blumen und imposante Bäume, sowie eine Schlange. Und dann endlich tat sich mir die Schönheit des 42 Meter hohen Air Terjun Tiu Kelep auf.

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Der natürliche Pool zu seinen Füßen hat einen recht weichen Grund und ist tief genug, um ein paar Schwimmzüge darin zu machen. Doch Abdul führte mich zum Baden und Abkühlen wieder ein kleines Stückchen den Weg zurück, an ein weiteres, etwas kleineres Becken mit einem Strudel. Das war gut gewählt, denn unter dem Wasserfall waren immer gleich mehrere Touristengruppen. Hier hingegen hielt sich ausser uns niemand auf. Es machte riesig Spaß sich von dem sprudelnden Wasser ein wenig treiben zu lassen, auch wenn man  acht geben musste nicht weggerissen und gegen spitze Steine gestoßen zu werden. Die Legende besagt, dass man jedes Mal ein Jahr jünger wird, wenn man unter den Wasserfällen Lomboks badet.

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Das kann ich nur bestätigen. Nach dem erfrischendem Bad fühlte ich mich jung, erholt, übermütig. Empfand ich den Weg zum Wasserfall durch die tropischfeuchte Hitze durchaus auch als anstrengend, so hüpfte ich nun vergnügt und mit Leichtigkeit über Wurzeln und Steine. Aus einer Walburga war eine Tinker Bell geworden. Dennoch ließ ich die 315 Stufen hinab zum Air Terjun Sindang Gila links liegen. Die hätte ich ja auch wieder hinaufsteigen müssen. Als letzte, nachdem sämtliche Guides bereits mit ihrer dritten oder sogar vierten Touristengruppe an uns vorbeigezogen waren, kehrten wir hungrig zum Restaurant zurück. Und dort lernte ich dann Urap Urap kennen, einen warmen Gemüsesalat mit Kokossambal.  Ich hatte diesen Salat noch nicht gegessen und Abdul meinte, ich müsse ihn unbedingt probieren, auch wenn es eher ein Frühstück sei. Recht hatte er. Mir schmeckte es vorzüglich!

Ähnlich wie bei Gado Gado werden auch für Urap Urap je nach Verfügbarkeit und Saison unterschiedliche Gemüse wie Schlangenbohnen, Möhren, Wasserspinat, Kohl oder Sojasprossen verwendet. Warum also nicht auch Spargel. Vermutlich nur, weil es den nicht so selbstverständlich auf Lombok gibt.

Zutaten für 2 Portionen

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  • je 200 g grünen und weißen Spargel
  • 1 Kaffirlimettenblatt
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 rote Chilischoten
  • 1 Stückchen frischer Ingwer
  • 1 Stückchen frischer Galgant
  • 3 Kemirinüsse
  • 1 TL Palmzucker
  • 2 TL Pflanzenöl
  • 100 g frische Kokosraspeln (gibt es tiefgekühlt im Asialaden)
  • 1 Spritzer Limettensaft

Zubereitung

Den Spargel putzen, in keine Stückchen schneiden und kurz in kochendem Salzwasser blanchieren. Genau so, wie ihr es am liebsten mögt. Ich habe es gerne, wenn er Biß hat.

Für das Sambal die Schalotten, den Knoblauch, den Ingwer und den Galgant von der Schale befreien und mit den Chilis, dem kleingeschnittenen Kaffirlimettenblatt, den Kemirinüssen, Salz und Palmzucker zu einer Würzpaste verarbeiten. Das macht ihr entweder im Mörser oder im Mixer.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Gewürzpaste darin knapp fünf Minuten bei schwacher Hitze braten. Die Kokosraspeln evtl. ein wenig zerkleinern und mit einem Spritzer Limettensaft zugeben. Alles bei mittlerer Hitze so lange anbraten, bis die Kokosraspeln goldbraun gebraten sind und alle Flüssigkeit absorbiert haben. Das Spargelgemüse mit dem Kokossambal mischen und warm servieren. Am besten passt sicherlich Reis dazu.

Ich hatte noch etwas Hähnchenrendang (womit mein Essen dann nicht mehr vegetarisch und erst recht nicht vegan war) und mit Schafskäse gefüllte Poğaça von den Vortagen übrig. Das war nicht ganz stilecht. Auch dachte ich zunächst, die Pogatschen würden nicht so gut zu dem Spargelsalat passen. Doch ich wurde angenehm überrascht. Die salzigen Softbrötchen ergaben einen ausgleichenden Kontrast zu dem knackigen Spargel mit süßlich-scharfem Kokossambal.

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Ich hätte gern den Spargel da in der Mitte links…. 😉

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    1. Wili sagt:

      Sorry Liebes, den habe ich bereits vor Stunden selbst gegessen.

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Och Mennoooo 🙄

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  2. Landidylle sagt:

    Was für wunderschöne Bilder! Ich hoffe, Du baust in der nächsten zeit noch mehr Geschichten und Fotos in die Rezepte ein. ❤

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  3. kormoranflug sagt:

    Kokossambal sieht sehr lecker aus.

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    1. Wili sagt:

      Danke dir, ich finde die Kombi einfach sehr sehr fein 😊

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  4. ichkoche- Jacktels Rohkost sagt:

    Sehr feine Sache

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    1. Wili sagt:

      Ja, das ist wirklich was feines. Danke für die Anerkennung.

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  5. Patrick H. sagt:

    Chapeau! Das ist ja ein Traumessen.

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    1. Wili sagt:

      Danke ☺️

      es freut mich, dass es so gefällt.

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  6. leckerlife sagt:

    Definitiv mein nächstes Spargel Gericht. Danke für dieses geniale Rezept. Genau mein Ding!

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