Rhabarbergulasch (Khoresh rivas) – خورش ریواس

am

Hey, Rhababer ist ein Gemüse und als solches möchte es gelegentlich auch behandelt werden.

Als ich gestern Abend Rhababer auf dem Markt sah, wusste ich sofort, dass ich davon haben und einen fruchtig aromatischen, aber dennoch herzhaften Eintopf mit einer grünen Petersilie-Minz-Sauce zubereiten wollte. Ich kaufte ein paar Stangen und vom Stand nebenan ein Stückchen Suppenfleisch vom Gallowayrind (traditionell wird khoresh rivas mit Lammfleisch zubereittet). Zu Hause angekommen befreite ich das Fleisch vom Fett, schnitt es in mundgerechte Stückchen und wusche es gut ab.

Eine große Zwiebel pellte ich und briet sie in wenig Öl mit Kurkuma goldbraun. Dann gab ich das Fleisch dazu. Nachdem dieses von allen Seiten angebraten war, würzte ich es mit Salz und Pfeffer und füllte es in meinen kleinen Crocky um. Auch den Reis wusch ich bereits gestern Abend und ließ ihn über Nacht in reichlich Salzwasser ausquellen.

So macht das Kochen bei Hitze Spaß! Denn ich stehe nicht stundenlang vor heißen Töpfen und Öfen. Nein, ich schalte lediglich meine kleinen elektronischen Küchenhelferlein ein und wieder aus. Sie arbeiten zuverlässig, während ich dem Tagewerk und dem Sonnenbaden nachgehen kann:

Heute morgen gab ich einen halben Liter Wasser zu dem Fleisch und schaltete den slowcoocker ein. Er arbeitet einfach genial gewissenhaft in meiner Abwesenheit ohne die Küche zu erhitzen. Das ist toll. Das Rindfleisch köchelte ca 6 Stunden auf „slow“.

Als ich  nach Hause kam, setzte ich den Reis mit frischem Wasser im Reiskochtopf auf. Eine handvoll glatte Petersilie und zwei handvoll frische Minze waren schnell zerkleinert, in Olivenöl angebraten und dem mittlerweile butterzarten Fleisch beigefügt. Ich gab auch noch knapp 100 ml trockenen Riesling hinzu.

Beim Reis – sadri dudi (persischer geräucherter Reis) mit ein paar Körnern  Thai Hom Nin (thailändischer lila Reis) – konnte ich es nicht sein lassen, ein paar Kartoffelscheiben für ein knuspriges Kartoffelthadik beizufügen, ehe ich die Rhababerstangen putzte und in kleine Streifen schnitt. Diese gab ich 15′ vor dem Servieren zu dem Fleisch. Hier findet ihr die Anleitung, wie Tschelo (persische Reiszubereitung) gedämpft wird.

Die einzige Herausforderung und Kochkunst bei diesem superköstlichen Sommergericht besteht wirklich nur darin, den Rhababer in diesen 15 Minuten zu seiner Perfektion zu garen. Er soll einen angenehmen Biß behalten, aber nicht mehr knackig sein. Noch weniger soll er matschig werden oder sich gar zu Brei auflösen.

Erfrischend, süß-sauer und herzhaft spendet Khoresht_e rivas alles an Vitalstoffen und ELektrolyten, die der Körper an einem heißen Sommertag benötigt. Das milde Raucharoma des Reis harmoniert wunderbar mit der wohltuenden milden Säure des Eintopfes. Nooshejaan!

IMG_9321

IMG_9325

IMG_9330

Khoresht rivas und Khoresht_e karafs sind quasi Zwillinge. Die Basis wird identisch zubereitet und nur das Gemüse ausgetauscht. Im Gegensatz zu Rhababer bleibt  Staudenselerie in seiner Konsistenz fest und man muss nicht fürchten, dass er zerfällt. Dafür fehlt ihm die natürliche Säure, was durch die Zugabe von limoon omani oder Limmeten-/Zitronensaft ausgeglichen wird.

Zutaten

  • 300 g Rindfleisch
  • 1 gr. Zwiebel
  • 1/4 TL Kurkuma
  • Salz und Pfeffer
  • 1/2 l Wasser
  • 1 handvoll glatte Petersilie
  • 2 handvoll Minze
  • 100 ml trockener Riesling
  • 5 Stangen Rhababer
  • 1 Tasse sadri dudi
  • 1 EL Thai Hom Nin
  • 2 Tassen Wasser
  • Salz
  • 20 g Butter
  • 1 mittelgroße Kartoffel
  • 2 EL Safranwasser

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Äh……oh……joa…….

    Gefällt 1 Person

  2. Patrick H. sagt:

    Großartig! Ich danke Dir für diese Inspiration. Da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen!

    Gefällt 1 Person

  3. Hang sagt:

    Rhabarbergulasch habe ich noch nicht gehört. 😉 Sehr interessant! Danke, Wili.

    Gefällt 1 Person

  4. Tring sagt:

    Ich habe letztens irgendwo ein Rezept für Schweinefilet mit Rhabarbersauce gesehen – man vergisst wirklich immer, dass das ein Gemüse ist… Es hört sich jedenfalls sehr gut an. Ich werde das mal speichern und – so ich hoffentlich dran denke – in der nächsten Rhabarbersaison ausprobieren.
    Liebe Grüße, Tring

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      Ja, ich hatte Glück, gestern noch etwas Rhababer zu entdecken. Schweinefleisch kann ich mir auch gut vorstellen…. eigentlich alles, was zu süß-sauer passt.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s