Projekt 52 Wochen (19)

am

typisch Sonntag: Spaziergang, Ausstellung & Kuchen

 

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Das Projekt:

Initiator: Zeilenende

Partizipanten: Marinsche, Multicolorina, Gertrud,  Solera

Johannisbeerquarkstreusel

Das ist kein Schmeiss-mich-weg-Kuchen, das ist ein Schmeiss-mich-zusammen-Kuchen. Ja, richtig, das ist ein Kuchen, bei dem ich wie so oft, wenn nicht quasi wie immer, die Zutaten einfach zusammengeworfen habe. Abmessen oder Abwiegen, das ist nicht mein Ding. Ich rieche, taste, fühle, schmecke ob alles ausgewogen ist und stimmt. Und bei meinem Backofen höre ich sogar, wenn etwas fertig ist. Ob ihr es glaubt oder nicht, das ist jetzt schon mein zweiter Backofen, der mir leise knisternd zuflüstert, dass er seine Arbeit abgeschlossen habe.

Das alles hat natürlich auch etwas mit Erfahrung zu tun, mit dem Mut, es einfach auszuprobieren und auch mal etwas zu riskieren. – Ich hatte mich immer gefreut, wenn meine Kleinste, sie war damals 3 oder 4 Jahre alt, einfach Mehl, Milch, Zucker und Eier zu einem Rührteig manschte, in eine Backform füllte und mich bat, das zu backen. Manchmal wurde es steinhart, manchmal pappig, oft trotzdem sehr lecker und irgendwann hatte sie den Bogen raus, ehe sie lesen und schreiben konnte. – Es fordert Flexibilität und rasches Umdenken, wenn dann mal etwas anders kommt als geplant, sowie das Talent, ein kleines Küchenunglück als exquisites Nonplusultra erscheinen zu lassen. Schließlich braucht es noch das Selbstvertrauen, dass man etwas auch zukünftig immer wieder so gut bis besser hinbekommen wird. Eine gute Intuition basiert auf tief verankertem Wissen, auch wenn man dieses vielleicht gerade nicht bewusst abrufen kann.

Tja und dieser Johannisbeerquarkstreuselkuchen ist so ein intuitiv zusammengeworfenes Etwas aus all den Zutaten, die mir zur Hand waren:

Zutaten

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  • ein Rest Vollkornweizenmehl (knapp 100g)
  • eine Tüte ungeschälte gemahlene Mandeln (200g)
  • Weizenmehl (ca 200g)
  • ein angebrochenes Paket Butter (knapp 200g)
  • Zucker (Pi x Daumen 130 g)
  • 1/2 TL gemahlene Vanille
  • 500 g Johannisbeeren
  • 1 EL Zucker
  • 300 g Sahnequark
  • 2 Eier
  • 1 EL Zucker
  • 2 EL gehackte Mandeln

Zubereitung

Die Johnnisbeeren vorsichtig in einem Sieb abspühlen, gut abtropfen lassen, von den Rispen befreien und mit etwas Zucker bestreut in einer Schüssel beiseite Stellen.

Den Backofen auf 180° C vorheizen.

Mehl, Mandeln, Zucker und Vanille miteinander vermengen. Die Butter hinzugeben und alles zu einem festen Teig verkneten (ich mache das mit der Hand, ihr könnt euch gerne technischer Hilfsmittel bedienen).

Eine Kuchenspringform einfetten. Mit 2/3 des Teigs den Boden der Kuchenform auslegen und den Teig auch ein wenig an den Rändern hochdrücken.

Den Quark mit den Eiern und wenig Zucker gut verschlagen (auch hier reicht mir ein Löffel und kein Mixer). Die Quarkeimischung auf dem Teigboden ausstreichen. Darüber die Johannisbeeren (mit dem entstandenen Saft) verteilen. Dabei sinken sie natürlich in den weichen Quark ein.

Schließlich den restlichen Teig zu Streuseln zupfen und mit ein einigen Mandelstückchen über die Johannisbeeren verteilen.

Der Kuchen braucht gut 60 Minuten im Backofen und gewinnt mit dem Abkühlen an Festigkeit. Also schneidet ihn bitte erst an, wenn er vollkommen ausgekühlt ist. Wobei, so lauwarm und noch schlotzig ist der Johannisbeerquarkstreusel auch nicht zu verachten.

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21 Kommentare Gib deinen ab

  1. DPNews sagt:

    Sieht sehr lecker aus! Schönen Sonntag wünsche ich dir!

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  2. Zeilenende sagt:

    Bei Pi*Daumen 130g fing ich an zu lachen. 🙂 Aber zum Ausprobieren kann ich auch immer nur ermutigen. Selbst wenn man nicht ganz freestyle bäckt, kann es nicht schaden zu wissen, was man da tut, wenn man was tut.
    Und in was für einer Ausstellung warst du da?

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Das ist ein Moment von „Inside the horizon“ von dem dänischen Künstler isländischer Herkunft Olafur Eliasson, der in Berlin und Kopenhagen lebt. Ich habe das Bild bearbeitet und das eigentliche Lichtspiel verzerrt.

      Gefällt 2 Personen

  3. Es Marinsche kocht sagt:

    Der Spiegelgang….oder was es ist….sieht ja interessant aus….Teil der Ausstellung? Der Kuchen sieht natürlich auch fein aus….wobei Johannisbeer nicht so meins ist….da zieht’s mir grad alles zusammen 😉

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  4. Ich habe mich nie gatraut beim backen zu experimentieren. Mir wurde beigebracht, wie exakt das Abwiegen sein muss…..mein inneres Kind freut sich es jetzt mal nach Deinem Vorschlag auszuprobieren.

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    1. Wili sagt:

      ja, mach das mal. Wird schon schiefgehen 😀

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  5. ohneeinander sagt:

    Das könnte ich nicht. 😳

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    1. Wili sagt:

      Was könntest du nicht?

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      1. ohneeinander sagt:

        Nach Gefühl backen. Ich krieg schon Schweißausbrüche, wenn ich eine Prise Salz vergessen habe 😱 und der Kuchen in der Röhre steht.

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      2. Wili sagt:

        Und ich vergesse immer die Prise Salz….

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      3. ohneeinander sagt:

        Den Kuchen dann aus der Röhre holen und das Salz über die Streusel geben, bringt glaube ich nicht viel, oder? 🤔

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      4. Wili sagt:

        was bringt denn das Salz im Kuchen?

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      5. ohneeinander sagt:

        Weiß ich nicht. Ich mache immer alles so rein, wie es im Rezept steht 🙄

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      6. Wili sagt:

        Das wiederum kann ich nicht 😢

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  6. Kuchen backen kann ich nicht. Dafür habe ich eine kleine Arbeit von O.E. Nur die kann man nicht essen. LG, Bernhard

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  7. HannoverblickOst sagt:

    Dann weiß ich ja jetzt, wie ich meine vielen Johannisbeeren aus meinem Garten verarbeiten kann! 🙂 LG Simone

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    1. Wili sagt:

      Da helfe ich dir bei der Ernte. Ich liebe Johannisbeerkonfitüre 😃

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