Das Rezept auf Seite 32: Grünkernbällchen auf Blattspinat

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leggypeggy führt einen wundervollen Blog: What’s cooking on page 32. Immer wieder bin ich begeistert von den kleinen Buchrezensionen und den überraschenden Rezepten, die sich so auf Seite 32 finden lassen.

Wenn einmal auf Seite 32 kein Rezept beschrieben wird, aus Lebensmitteln besteht, die sie nicht erwerben kann oder schlichtweg nicht mag, dann blättert sie einfach 100 oder 200 oder 300 Seiten weiter. Ihr vorliegendes Kochbuch geht nicht über Seite 120 hinaus? Na, dann schlägt sie zunächst Seite 64, Seite 96 oder Seite 16, Seite 48 und so fort auf. Es lässt sich immer eine Folge mit Seite 32 finden, um schlußendlich auch dem widerstandsfähigsten Kochbuch ein Rezept zu entlocken.

Mir gefällt das sehr und leggypeggys Blog verführt mich, es ihr einfach nach zu tun. Ich kann mich ein wenig darin üben, in vorgegebenen Rahmen zu kochen. Das wiederum kann mir nur helfen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie ich meine „Rezepte“  gut verständlich und nachkochbar beschreiben kann. Darüber hinaus gibt es mir die Gelegenheit alle meine Kochbücher einmal wieder in die Hand zu nehmen, vom Staub zu befreien und neu zu würdigen.

Somit eröffne ich heute eine neue Kategorie in der ich einmal monatlich eines meiner Kochbücher mit dem Rezept auf Seite 32 vorstellen werde. Heute ist der 2. Donnerstag im Juli und so werde ich nun jeweils an dem zweiten Donnerstag eines Monats ein weiteres Kochbuchrezept von Seite 32 vorstellen. Vielleicht möchte jemand von euch mitmachen? Das wäre toll und herzlich willkommen. Egal ob ihr am Donnerstag oder an einem anderen Wochentag, egal ob ihr jetzt mit mir oder später loslegt und irgendwann dann wieder aufhört. Hauptsache, wir orientieren uns an der magischen Seite 32 und halten uns an deren Rezeptvorlage. Auch würde ich mich freuen, wenn ihr eure Ergebnisse jeweils am zweiten Donnerstag des Monats bei mir hinterlegt, damit wir all diese Rezepte an einem Ort sammeln. Ihr könntet mir hier bei wordpress, bei facebook oder via E-Mail schreiben.

Ich bin gespannt…

 

… und beginne mit einem Rezept aus „Das grosse Buch der Vollwertküche“, Hrsg.: Schöner essen, Naumann & Göbel, 1. Aufl. 1989.

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Es war lange Zeit eines meiner Lieblingskochbücher, von dem ich damals richtig viel lernen konnte. Ein Grundkochbuch der Vollwertküche im Hochglanzformat, welches viele Tipps und Tricks zur Zubereitung gibt ohne mit Informationen zu erschlagen. Vor allem aber, was ich schon damals besonders schätzte, kommt es ohne erhobenen und belehrenden Zeigefinger daher. Es macht einfach nur Lust auf gutes Essen und inspiriert einmal vollwertiges zu kosten.

Essen ist ein Stück Lebensfreude, ein außerordentlich wichtiges dazu. Die Erfüllung dieser Freude wird uns leicht gemacht. Denn beim Gang über den Markt oder durch die Feinkostgeschäfte sehen wir uns den verlockensten Angeboten gegenüber. Andererseits lesen wir täglich von neuen und sich zum Teil widersprechenden Lebensmittelskandalen.

Was soll, was darf und was muss man essen, um gesund zu bleiben? Im Zusammenhang mit diesen fragen hört man immer wieder von „Vollwertkost“.

Quelle: Das grosse Buch der Vollwertküche,  Hrsg.: Schöner essen, Naumann & Göbel, 1. Aufl. 1989, S. 6

Nach einer knackigen und anschaulichen Einführung, was denn Vollwertkost sei, erfährt man auf 288 Seiten, was man aus Rohkost, Getreide, Bohnen, Samen, Nüssen oder auch aus Tofu zaubern kann. Sieben Kapitel unterteilen sich in Unterkapitel wie Weizen, Grünkern, Hafer, Gerste, Roggen, etc. Zu jeder dieser Grundzutat werden sechs Rezepte und ein Gourmetrezept eines professionellen Kochs der gehobenen Küchen beschrieben. Darüber hinaus erfährt man einiges über Herkunft, Verarbeitung und Wertigkeit der behandelten Grundzutat. Die drei Kapitel „Süßes“, „Für Gäste und Feste“ und „Vollwertbäckerei“ bilden eine schöne und ausgewogene Ergänzung dazu.

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Das Buch ist zeitlos bebildert und die leicht nachvollziehbar beschriebenen Rezepte, regten zumindest mich immer wieder zum nachkochen an. Jetzt, da ich es wieder durchblättere meine ich, es sei alles andere als betagter Ökokram vom Ende des letzten Jahrhunderts. Eine Vielzahl der Rezepte tummeln sich unverändert in der heutigen Bloglandschaft und ich freue mich, einmal wieder Grünkern zu essen, weil auf Seite 32 mit Grünkern gekocht wird:

Grünkernbällchen auf Blattspinat

Zutaten für 4 Portionen

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  • 1 Zwiebel
  • 150 g Butter 
  • 200 g Grünkerngrieß
  • 1/4 l Gemüsebrühe
  • 1 Ei
  • 40 g Parmesan
  • Salz
  • 1000 g Spinat 
  • Pfeffer
  • 1 Sahnejoghurt (300 g)
  • 1/8 l Schlagsahne
  • 1  Knoblauchzehe
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 TL Paprikapulver (edelsüß)

 

Zubereitung

Die Zwiebel pellen und sehr fein würfeln. In 40 g Butter glasig dünsten.

Den Grünkerngrieß unterrühren. Mit der Brühe auffüllen. Zugedeckt 15 Minuten bei sehr milder Hitze ausquellen lassen.

Etwas abkühlen lassen. Dann das Eiund den Parmesan unterrühren.
Den Teig salzen. Beiseite stellen.

Den Spinat gründlich waschen. Bei italienischem Wurzelspinat die Wurzeln und die groben Blattrippen entfernen. Spinat in kochendem Salzwasser ganz kurz blanchieren. so verliert er die Gerbstoffe, die ihn bitter machen. Abtropfen lassen. Dann in 60 g Butter zugedeckt 5 Minuten dünsten, mit Pfeffer würzen. (Deutschen zarten Blattspinat nur waschen, putzen. Dann in einen Topf mit 60 g Butter geben und zugedeckt zusammenfallen lassen. Er schmeckt milder als Wurzelspinat, darum sollte man ihn nicht blanchieren.)

Joghurt mit Sahne und durchgepressten Knoblauch verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Kalt stellen. Die rote Zwiebel pellen und würfeln.

Aus dem Grünkernteig Bällchen formen. In der restlichen Butter bei milder Hitze von jeder Seite 3 bis 5 Minuten braten. Herausnehmen und warm stellen.

In dem Fett das Paprikapulver bei milder Hitze kurz anschwitzen.

Grünkernbällchen mit dem Spinat anrichten. Mit Joghurtsauce und mit Paprikabutter begießen und mit den roten Zwiebelwürfeln bestreuen.

Ich habe die Zutatenmengen halbiert. Das bedeutet, dass ich nur eine rote Zwiebel und das Eiweiß von einem Ei verwertet habe. Tja und beim Joghurt passierte mir ein Fauxpax. Ich kaufte extra schönen, sahnigen, griechischen Joghurt. Doch als ich dann die gefühlten 7586 Stufen nach oben bis zur Küche in meiner Altbauwohnung erklommen hatte, den Joghurtbecher öffnete und Joghurt entnehmen wollte, bekam ich einen Riesenschreck. Der Joghurt war schlecht, schon richtig verschimmelt. Dunkelbläuliches Zeugs durchzog ihn, Schnell legte ich den Deckel wieder auf, der mit den Worten beschriftete war: Griechischer Sahnejoghurt mit Blaubeeren. „Da habe ich ja Glück, dass ich den noch nicht auf den zerdrückten Knofi geschüttet habe“, dachte ich immer noch ein wenig Blass um die Nase und räumte den Becher in den Kühlschrank. Dabei lachte mich freundlich ein kleines Töpfchen Sahnequark an… Ansonsten hielt ich mich aber an die Zutatenliste und die Kochanleitung. Seht selbst, wie es geworden ist. Für’s erste Mal war ich doch richtig gut:

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mhh… Das war so gut, wie einfach.

Es brauchte 20 Minuten Vorbereitung und keine 10 Minuten Garzeit.

 

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Na dann bin ich mal gespannt….wobei ich Deine Stärken im Freestyle sehe 😉 für heute sieht es schon mal köstlich aus…und gut hast Du uns vor Heidelbeerjoghurt Sauce bewahrt 😉

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    1. Wili sagt:

      vermutlich würde eine Heidelbeerjoghurtsauce auch passen. Allerdings dann eher ungesüßt und mit Rosmarin oder ähnlichem gewürzt 🙂

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Dann ja 😉

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    2. Wili sagt:

      und kochen nach Seite 32 trägt vermutlich dazu bei, dass ich ab und zu etwas für mich neues zubereiten werde oder ein wenig vergessene Speisen. Das ist doch was schönes 🙂

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Viel Spaß 😘

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  2. Zeilenende sagt:

    Schön schaut es aus, auch wenn ich den eigenwilligen Geschmack des notorischen Grünkernbratlings eigentlich nicht so gern mag. Die Aktion gefällt mir gut … Und ich bin mit dem Dr. Oe fast durch. Einmal im Monat ein Backrezept von Seite 32 …. Oder auch mal ein Kochrezept? Warum nicht? Ich hoffe, ich denke im August dran. 🙂

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    1. Wili sagt:

      Der Knofiquark überdeckt den Grünkern gut 😉
      Würde mich freuen, wenn du mit machst . Knoten ins Tempo

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      1. Zeilenende sagt:

        Kalendertermin. Rezept kommt dann, wenn ich gebacken bekomme… Höhö … Einen Tag später, weil Freitag Rezeptetag ist. 🙂

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