Auberginenquiche mit semi-confierten Tomaten und karamelisierten Röstzwiebeln

am

Gestern traf ich einmal wieder Christiane. Wir sind Kolleginnen in dem Sinne, dass wir in derselben Organisation arbeiten. Allerdings hatten wir bisher noch keinen beruflichen Kontakt. Eine weitere Gemeinsamkeit besteht darin, dass wir in Hannover leben und in Göttingen arbeiten. Wir sind also beide Berufspendlerinnen und genau dabei haben wir uns vor Jahren kennen gelernt. Ab und zu begegnen wir uns am Bahnhof oder im Zug, freuen uns darüber und daten uns in dreißig Minuten über alles wesentliche up: Gott, die Welt, die Männer, die Gärten, Politik, Arbeit, gute Literatur, Mode und Essen sind unsere Themen. Fahrten mit ihr sind einfach nur kurzweilig und angenehm.

Gestern schwärmte sie von Ottolenghis Auberginen-Käsekuchen und was sie so erzählte, klang verdammt gut. Also googelte ich danach und fand heraus, dass dieses Rezept 2014 wohl ein kleiner Hit in der Foodbloggerszene war. Es las sich grundsätzlich verdammt köstlich, aber auch recht mächtig. Zudem fehlte mir persönlich die Knusperkomponente an seinem Rezept. So griff ich einfach Christianes köstliche Beschreibung auf und habe meins daraus gemacht. Es wurde zwar auch eine Art Auberginenkäsekuchen, allerdings auf Blätterteig und mit anderen Geschmackskomponenten: Auberginen, Schafskäse, Walnüsse und Granatapfel werden gerne in der orientalischen, nordafrikanischen, aber auch in der georgischen Küche miteinander kombiniert.

Mein Rezept braucht ein wenig mehr Planung und Vorbereitung, ist aber letztlich in der Zubereitung einfach sowie unkompliziert und schmeckt unglaublich lecker.

Zutaten

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  • 1 große Aubergine
  • 10 Datteltomaten
  • 4 Walnüsse
  • 1 Zwiebel (meine war rot)
  • Olivenöl
  • 1 Rolle Blätterteig
  • 100 g Schafskäse
  • 150 g Joghurt
  • 2 Eier
  • 1-2 TL Granatapfelmelasse (gibt es im türkischen oder persischen Lebensmittelladen)
  • 1 TL frischer Thymian
  • 1 TL getrocknetes Oregano
  • 1/4 TL Sesamsamen
  • 1 Knoblauchzehe, klein gewürfelt
  • Salz und Zucker
  • Kurkuma

Zubereitung

Vorbereitung

Die Aubergine in 3-4 cm dicke Scheiben schneiden, von beiden Seiten mit Olivenöl bepinseln und in dem vorgeheizten Backofen bei 180° C in knapp 40 Minuten backen. Dabei die Auberginenscheiben nach der Hälfte der Zeit einmal vorsichtig wenden.

Die Tomaten am Stilansatz kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser überbrühen und dann die Haut abziehen. In einer Pfanne wenig Olivenöl erhitzen. Die Tomaten darin schwenken, salzen und zuckern. Dabei nimmt man dopperlt soviel Zucker wie Salz.

Anschließend die Tomaten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und zu den Auberginenscheiben in den Backofen schieben. Nachdem die Auberginenscheiben fertig sind, werden diese beiseite gestellt, die Backofentemperatur auf 80° C heruntergeschaltet und die Tomaten ca 120 Minuten confiert.

Dann nimmt man die Tomaten ebenfalls aus dem Backofen und heizt diesen erneut auf 200° C auf.

fertigstellen

Die Zwiebel  in Streifen schneiden und in wenig Olivenöl mit Kurkuma goldbraun braten. Mit Zucker bestreuen und karamelisieren lassen.

Eine Tarteform dünn mit Olivenöl ausstreichen und mit dem Blätterteig auslegen.

Den Schafskäse zerbröseln und mit Joghurt, Eiern, der Granatapfelmelasse, den Kräutern und dem Knoblauch verquirlen. Die Walnüsse grob zerstoßen und ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Anschließend werden sie ebenfalls unter die Käse-Eimischung gehoben. Diese gleichmäßig über dem Blätterteig verteilen und mit den Auberginen, Tomaten und Zwiebeln auslegen.

Im Backofen ca. 30 – 40 Minuten backen. Die fertige Quiche warm oder aber auf die sommerliche Umgebungstemperatur herunter gekühlt servieren.

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17 Kommentare Gib deinen ab

  1. Alex sagt:

    Sieht verdammt lecker aus! Wenn ich die Granatapfelmelasse nicht beim Assyrer! bekomme, lass ich die Finger davon und mach sie ohne 🙂
    LG Alex

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    1. Wili sagt:

      Der Ottolenghis Auberginen-Käsekuchen ist ohne Granatapfelmelasse, Walnüssen und Knoblauch, dafür mit Sahne, Frisch- und Schafskäse.

      Aber Granatapfelmelasse ist eh eine gute Sache, die man in der Küche vorrätig haben sollte, finde ich. Viele Sachen kann man damit wunderbar verfeinern: Salate, Fisch, Fleisch, Saucen, Gemüse.

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  2. asz02011961 sagt:

    Ich denke, der Aufwand lohnt sich! Sieht sehr sommerlich appetitlich aus!

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    1. Wili sagt:

      ich finde ja. die halb-confierten Tomaten sind sehr aromatisch und dennoch sehr saftig. Auch die Aubergine ist wunderbar aromatisch, überhaupt nicht bitter und zart, zudem halt nicht voller Fett (wie beim braten/frittieren im Olivenöl)

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  3. Es Marinsche kocht sagt:

    Tönt sehr fein 😊

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  4. rosabluete sagt:

    Das klingt so himmlisch !

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    1. Wili sagt:

      danke, ich fand und finde die Quiche himmlich 🙂

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  5. Limenaria sagt:

    Das sieht sehr lecker aus liebe Wili :). Wieder eine neuer, leckerer Input (y)

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    1. Wili sagt:

      Bist du wieder im Lande 🙂 Es freut mich jedenfalls dich zu lesen.

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  6. diversitatem sagt:

    Ich liebe Auberginen und das hier klingt so lecker! Muss ich unbedingt mal ausprobieren😄

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    1. Wili sagt:

      ja, mach das und über ein ehrliches Feedback freue ich mich dann 🙂

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  7. Die Quiche ist ein Kunstwerk und klingt ganz nach unserem Geschmack. Womit könnte man die Granatapfelmelasse ersetzen?
    Zu Feta und Walnuß passt an sich ja auch immer Honig, geht dann halt in eine ganz andere Richtung, aber könnte vielleicht einen Versuch wert sein.

    LG Oli

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    1. Wili sagt:

      Guten Morgen liebe Oli, Granatapfelmelasse gibt Säure. Ich würde eher Limetten statt Zitrone, mit etwas Zucker nehmen. Noch besser wäre Saft von unreifen Trauben oder ein sehr guter Balsamessig, also schon gut gereift.

      An Honig hatte ich auch gedacht, mit einer Prise Zimt. Das würde der Quiche Wärme und eine dezente Süße geben. Halt ein ganz anderer Charakter, aber es passt und wird gut schmecken.

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      1. Wili sagt:

        PS: mit Honig – dann würde ich die Tomaten nicht zwingend confieren. Mir persönlich wäre es sonst zu süß.

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      2. Saft von unreifen Trauben, da sagst du was.
        Ich bin ja seit diesem Jahr im Besitz einer ganz aussergewöhnlichen Traube und warte schon ungeduldig darauf, selbst gemachten Verjus zu testen. Die Traube an sich ist wenn ausgereift von würzigem muskatähnlichem Geschmack, schwarze Erdbeertraube heisst sie. Jetzt wo ich in Bezug auf dieses Rezept darüber nachdenke, verspreche ich mir viel davon.
        Hmhm, das behalte ich im Hinterkopf liebe Wili.

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  8. luiselupini sagt:

    sieht total lecker aus, nur leider sehr aufwendig 😦
    im Single-Haushalt tu ich mir das so gut wie nie an.

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    1. Wili sagt:

      ich mir schon… Aber ich habe einfach Freude daran und komme nicht auf die Idee, dass ich mir dabei etwas antun könnte 🙂

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