Toast mit Kräuterseitling und Ziegenkäse

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Wusstet ihr, dass Toastbrot in seinem Ursprung eine der ältesten Formen ist, wie Menschen Brot verspeisen? Schon lange vor Kleopatras Zeiten machten die Ägypter ihre Brote haltbar, indem sie diese scheibchenweise auf einem heißen Stein trocken rösteten.  Mit in Olivenöl getränkten Röstbrothäppchen, belegt mit Tahina, frischen Tomaten, Ziegenkäse und Pilzen verführte Kleopatra dann im Sommer 48 v. Chr. erfolgreich Gaius Julius. Die schöne und kluge Frau verstand es einfach ihre Macht gegenüber diesem erfolgreichen Feldherren ohne Waffen zu stabilisieren.

Als Caesar zwei Jahre später seinen vierfachen Triumpf über Gallien, Ägypten, Pontos und Mauretanien groß feiern wollte, reiste sie mit Schiffen geladen voller gerösteter Weißbrotschreiben an. Nicht Manna sondern mit Olivenöl und Knoblauch besprenkelte, geröstete Weißbrotscheiben ließen die beiden gemeinsam zu den Festtagen unter dem römischen Volk verteilen. Die Italiener sollten dieses Röstbrot viele 100 Jahre später Bruschetta nennen, während die Briten seit dem Mittelalter von Toast sprechen, abgeleitet von dem lateinischen torrere, tostum. Sie rösteten ihre Brotschreiben allerdings auf Stöcken über dem offenen Feuer und bestrichen diese dann mit einer Paste aus Honig, Ingwer und Zimt.

Erst zwischen 1908 bis 1910 konnten sich die ersten Patente der elektrisch betriebenen Brotröstmaschienen durchsetzen, die in Deutschland vorwiegend zum rösten von Graubrotscheiben genutzt wurden.  Das Toastbrot in seiner heutigen Form, fast quadratisch, ist ein Produkt des Nachkriegswirtschaftswunders. Massive Werbekampagnen und die damit zusammenhängende Erfindung des Toast Hawai trieben die Massenverbreitung des Toastbrotes seit den 1950er Jahren in Deutschland an. Treiber und Profiteure waren Weizenlieferanten aus den USA sowie deutsche Brotröstmaschienenhersteller.  In den 1970ziger Jahren schließlich setzte sich das amerikanische Wort Toaster in Deutschland durch und das Verb toasten bürgerte sich ein.

Auch Konrad Adenauer erkannte bereits frühzeitig das Potenzial der Brotröstmaschinen und erfand einen elektrischen Brotröster mit Sichtscheibe, Innenbeleuchtung und Innenspiegel. Letztlich entschied er sich dann aber doch als Politiker statt als Erfinder in die Weltgeschichte einzugehen.

Ich muss gestehen, dass es für mich durchaus ein Hochgenuss ist, wenn ich eine Brotschreibe mit so viel Geschichte und Tradition vor mir auf dem Teller liegen habe.

Toast mit Kräuterseitling und Ziegenkäse

Zutaten

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  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe, mit Schale grob zerquetscht
  • 1 Scheibe Toastbrot
  • 1/2 TL Thymian, frisch gerebelt
  • 1 Kräuterseitling gewürfelt (ca. 80 g)
  • Ziegenkäserolle, gewürfelt (ca. 50 g)
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Honig
  • 1 Blatt Basilikum

Zubereitung

Die Knoblauchzehe in dem erhitzten Olivenöl goldbraun braten und dann aus dem Öl nehmen.

Die Toastbrotscheibe von beiden Seiten in dem Olivenöl braten und dann auf einem Küchenrost im warmen Backofen beiseite legen.

Thymian in dem verbleibenden Öl anrösten. Die Pilzwürfel und schließlich die Ziegenkäsewürfel hinzugeben. Alles gut anbraten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schließlich die Toastscheibe mit der Pilz-Käse-Mischung belegen. Mit wenig Honig dezent beträufeln. Das Basilikumblatt in feine Steifen schneiden und diese über das belegte Toastbrot streuen.

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Yummi!

 

 

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Einfach – praktisch – gut 😀 und das omnipräsente Körbchen ist auch wieder dabei 🙂

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    1. Wili sagt:

      Das ist kein Körbchen. Das ist ein Piring Lidi (Speiseplatte), also ein Teller 😉

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      1. Es Marinsche kocht sagt:

        Ahaaaaaa 😀 wieder was dazu gelernt, danke 😉

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  2. Zeilenende sagt:

    Die Kulturgeschichte des Toastbrot. Da lernt man am frühen Morgen glatt was dazu. Ich muss jetzt zu Verführungszwecken Brot rösten. 😉

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  3. Das war in der Tat interessant. Und ganz ähnliche Toasts mache ich auch gelegentlich. Sehr lecker und simpel.

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    1. Wili sagt:

      das darfst du aber bitte nicht ganz so ernst nehmen.

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      1. Verflucht, ich hatte damit doch schon einen dicken Fisch an der Angel und selbst Adenauer zeigte plötzlich interessante Facetten.

        Egal, schmeckt trotzdem. Pöh

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      2. Wili sagt:

        😀

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