pochiertes Ei im Zwiebel-Paprika-Tomaten-Pfännchen (Shakshuka) – شكشوكة

am

Ich lernte es im Studentenwohnheim kennen. Es war mild, warm, würzig, sättigend. Ein one pan Gericht, das nach einer durchtanzten Nacht gleich wieder die richtige Energie zum Lernen in überfüllten Hörsälen schenkte. Seither begleitet mich dieses leckere Mischmasch in den vergangenen 30 Jahren durch mein Leben. Man kann also sagen, diese Speise und ich sind vertraute, gute Freunde. Dabei kannte ich bisher nicht ihren Namen. Es interessierte uns nicht, wer wir waren und woher wir kamen. Wir kamen einfach so gut zurecht.

Das änderte sich jetzt. Die Entscheidung mein Frühstück hier im Blog zu fixieren, machte für mich zumindest eine grobe Onlinerecherche notwendig. So erfuhr ich, dass diese Speise Shakshuka heißt, das aus dem arabischen übersetzt soviel wie „eine Mischung“ bedeutet. Ein Grundnahrungsmittel der tunesischen, libyschen, algerischen, marokkanischen, ägyptischen und auch der israelischen Küche, das traditionell in einer gusseisernen Pfanne oder Tajine mit Brot serviert wird. Und ich las auch von einem Profikoch, der über geschicktes selbstdarstellendens Marketing sich selbst mit diesem schon fast historischen Alltagsgericht aus der häuslichen Frauenküche zu profilieren versteht…

… ja, in der Küche bin ich traditionell und alles andere als emanzipiert. Unreflektiert in der Tradition der klassischen Cuisine Feminine erwachsen geworden ist es für mich selbstverständlich für die Familie zu kochen. Die Übung, die ich dabei im Laufe der Jahre erwarb, besteht ausschließlich aus Erfahrungswissen und ist keiner professionellen methodischen Unterrichtung geschuldet. Meine Kochkunst entfaltete ich quasi naturhaft und nicht über eine Ausbildung.  Es ging mir darum aus dem Gegebenem, mir wirtschaftlich Möglichem, schmackhaftes und gesundheitsförderndes für die Lieben zuzubereiten. Dabei improvisierte ich immer wieder mit Leichtigkeit, Freude und Kreativität. Anerkennung und Bestätigung gewann ich aus dem zufriedenen Schmatzen und der guten Stimmung am Küchentisch. Emanzipation, das war für mich das Kochen in diesem Stil zu bewahren neben Studium, Berufstätigkeit, kulturell interessiertem Leben sowie eine moderen Frau und Mutter sein zu wollen. Heute kann ich anerkennen, dass ich da einen dicken blinden Fleck vor mich her durch mein Küchenleben schob. Dieser Blog stapft von Anbeginn an in dieser weiblichen und häuslichen Küchentradition voran, heute mit eben jener köstlichen Frühstückspfanne gefüllt mit Zwiebeln, Paprika, Tomaten und Ei.

Zutaten für 1 – 2 Portionen

IMG_9619

  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Gemüsezwiebel, grob gewürfelt
  • Kurkuma
  • Salz und Pfeffer
  • 1/2 rote Paprika, gewürfelt
  • getrockneter Knoblauch, Oregano, Cumin und Zimt (nach Geschmack)
  • 2 große Tomaten, gehäutet, entkernt und in Streifen geschnitten
  • 2 Eier
  • frische Petersilie, feingehackt, ca. 1 TL

Zubereitung

In dem heißen Olivenöl die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Mit Kurkuma, Salz und Pfeffer würzen und abgedeckt langsam weiterdünsten lassen. Schenkt ihnen wenigstens 10 Minuten. Denn je langsamer und länger ihr sie dünstet, um so köstlicher werden sie. Dann gebt ihr die Paprikawürfel mit den weiteren Gewürzen hinzu und lasst alles weiter 10 Minuten abgedeckt dünsten. Schließlich kommen die Tomaten hinzu.

Ihr könnt alles auch in wenigen Minuten zusammen in der Pfanne schmoren lassen. Doch die verschiedenen Aromen verschmelzen erst über das langsame und schonende Garen zu einer harmonischen warmen und fruchtigen Einheit.

Nach weiteren 15-20 Minuten lasst ihr behutsam die Eier aus der Schale auf die Tomaten gleiten und diese bei geringer Hitzezufuhr langsam stocken. Ihr könnt die Pfanne dazu auch mit einem Deckel abdecken. 3 – 4 Minuten vor dem Servieren verteilt ihr die Petersilie über das Shakshuka.

IMG_9626

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Du tust es schon wieder…….. Ich habe Hunger….!!!!

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      Das entspricht meiner Natur…. ich kann nicht anders.

      Gefällt 1 Person

  2. EssBotschaft sagt:

    Einfache Rezepte einfach lecker! 👍👍

    Gefällt 1 Person

  3. Zeilenende sagt:

    Das Orientieren an einem Ziel (schmackhaft und sättigend), das Vorgehen, Dinge auszuprobieren, bewährtes weiterzuführen, neue Ideen auszuprobieren, zu verfeinern oder bei Untauglichkeit zu verwerfen ist ein hochwissenschaftliches Vorgehen, das von hoher Reflexionskraft zeugt. Du bist quasi Küchenwissenschaftlerin bei nature. 🙂

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      Genau, ich bin ganz Frau 😊

      Gefällt 1 Person

  4. D.S.K sagt:

    Ich liebe und kenne es aus Israel, habe es auch schon als boatfood im Blog. Ich immer wieder gut. LG Cornelia

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      Das habe ich leider nicht mitbekommen.

      Gefällt 1 Person

      1. D.S.K sagt:

        Das hat fast jeder Blogger irgendwann mal. Weil es so lecker ist. 😉 Liebe Grüße Cornelia

        Gefällt 1 Person

  5. Das ist ja witzig! Das habe ich vorgestern auch gemacht und fand’s soooo lecker!!!

    Gefällt 2 Personen

  6. kormoranflug sagt:

    Ein Rezept für die Junggesellen-Küche.

    Gefällt mir

    1. Wili sagt:

      und für Altgesellinen…. 😅

      Gefällt 1 Person

  7. Es Marinsche kocht sagt:

    Es gefällt mir weil es nicht so tomatenlastig ist 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s