Melonensalat mit Pflaumen und Erdbeeren

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Es sind erst vier Wochen vergangen, seit ich ihr das erste Mal begegnete. Noch bevor ich sie sah, hatte sie mich für sich gewonnen. Denn sie verströmte einen wunderbaren Duft, fruchtig, aromatisch und süß. Schön und angenehm, nicht lieblich oder gar klebrig, nein. Sie duftete lockend und anziehend nach Melone. Dann sah ich sie. Fast ein wenig unscheinbar saß sie kugelrund neben sattgrünem Basilikum, quitschegelber Zitrone und dunkelroten Kirschen auf der Arbeitsplatte des Küchenblogs meiner Gastgeber. Sie hatte eine glatte, hellgrüne, kühle Haut. Ich reichte ihr die Hand, hob sie hoch und schnupperte. „Das ist Jolly aus Italien“, stellte sie mir mein Gastgeber vor. Jolly, den Namen musste ich mir merken. Doch wenig später, als sie für den Tisch zurecht gemacht ihr schönes oranges Fleisch zeigte, vorteilhaft parfümiert mit Zitronenzesten und Basilikumheu, hieß sie plötzlich Melone Annemarie. Das verwirrte, denn für mich war sie die Sissi unter den vielen Melonen.

Zuhause zurück suchte ich sie allüberall so ziemlich vergebens bis Samstag: Es war das Anliegen meiner Freundin, mich über den Markt ihrer Stadt zu führen.  Dort gab es einen riesigen Stand mit italienischem Gemüse und Obst. Lauter frische Köstlichkeiten die ich in Hannover nie und nimmer so einfach und selbstverständlich finde: Cedro aus Almalfi, Melanzane rotonde, San-Marzano-Tomaten und ein riesiger Berg von Schwestern der Jolly. Gut sie waren ein wenig kleiner und blasser, aber sie dufteten allesamt atemberaubend gut. Ich wählte zwei Früchte aus. Die Verkäuferin nahm sie mir ab, roch an beiden und fragte, wann ich die denn essen wolle? „Eine gleich heute Abend und die andere morgen oder übermorgen.“ „Einen Moment bitte“, sagte sie und ging mit den beiden Melonen zu einem kleinen stämmigen Mann mit blauer Schürze und schwarzem Schnauzbart. „Eine soll heute und eine eins, zwei Tage später gegessen werden.“ Er hielt die Melonen nacheinander ausgiebig an seine Nase und schnüffelte. Dann schaute er kurz in den Himmel um anschließend wieder an den Melonen zu schnüffeln. „Die isse gut für heute Abend!“ bestimmte er und köpfte das rote Lackhütchen ab, das Menschen ihr über den Stilansatz gesetzt hatten. Jolly hieß jetzt nicht mehr Jolly und auch nicht Annemarie. Hier heißt  sie Annalisa. Auch schön.

Melonensalat mit Pflaumen und Erdbeeren

Zutaten für 2 Schälchen

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  • 100 ml Wasser
  • 5 EL Rohrohrzucker
  • 1/2 Vanillestange
  • 1 kleine Chili
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1/2 Melone Annalisa, entkernt, geschält und gewürfelt
  • 5 Pflaumen, entkernt und in Spalte geschnitten
  • 5-6 Erdbeeren, halbiert
  • 2 dünne Scheiben Cedro, fein gewürfelt
  • 10 Basilikumblätter und 3 Minzblätter in feine Streifen geschnitten

Zubereitung

Aus Wasser, Zucker, Vanillemark und Chili einen Sirup von cca. 50 ml einkochen. Abkühlen lassen und mit dem Zitronensaft abschmecken (die Chili und die Vanileschote werden nach dem einkochen aus dem Sirup entfernt).

Das Obst mit Cedro und den Kräutern behutsam vermengen. Den Sirup darüber verteilen, fertig.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Sieht köstlich aus! Hauptsache Frauennamen, dann passt’s schon 😉

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  2. LunaUmbra sagt:

    Sieht wirklich sehr lecker aus=)
    Liebe Grüße Luna

    Gefällt 1 Person

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