kalte Paprika-Tomaten-Suppe mit warmen Auberginennocken und Chiligarnelen

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Manchmal erkenne ich meine Dummheit. Selbst, wenn das so spät geschieht wie jetzt, sind es doch kleine Hochs in meinem Kopf, die mein ganzes Wesen erstrahlen lassen und sei es, dass ich da gerade über mich selbst herzhaft lache. Hundstage, so dachte ich, hießen Hundstage, weil wir da so sehr schwitzen und hecheln, wie unsere besten Freunde und treuen Begleiter. Das war natürlich eine falsche Ableitung. Denn Hundstage heißen Hundstage, weil wir an diesen Tagen die beiden treuen Begleiter Orions am Firmament bestaunen können. Dass dies oftmals in unseren Breitengraden auch die heißesten Tage des Jahres sind, ist Zufall, weiß die Wissenschaft. Es gäbe diesen Zusammenhang der Astrologie und Meterologie gar nicht.

Früher, ich meine so ein kaum vorstellbares, sehr weit von uns weg gelegenes früher, da kündigte das Erscheinen des größten und hellsten Sterns des großen Hundes das Ende der alljährlichen, langen und schweren Trockenzeit im alten Ägypten an. Die Menschen konnten aufatmen. Auberginen, Paprika und Tomaten würde es bald wieder im Überfluss geben. Denn wenn ihnen Sirius, wie sie diesen Stern nannten, Mitte Juli am Morgenhimmel erschien, stand die ersehnte Nilschwemme bevor, die Grundlage für Fruchtbarkeit, Leben und Wohlstand. Hier bei uns waren die Tage vom ersten Aufleuchten des Sirius‘ bis zum Erscheinen des gesamten Sternbildes die heißesten und trockensten des Jahres. Unser Sommer hatte Hochkonjunktur, in der Schule gab es Hitzefrei, wenn nicht eh gerade Schulferien waren.

Im Laufe der Jahre hat sich das Erscheinen von Sirius am Morgenhimmel vertagt. Seit einigen Jahren zeigt er sich uns erst Ende August. 2016 ist ein Sommer, an dem zufälliger Weise wieder einmal eine kurze, aber heftige Hitzewelle mit dem Erscheinen des Sterns zusammenfiel. Echte Hundstage eben, an denen wir schwitzten und hechelten, wie Hunde. Ich persönlich mag solche Tage ja, die uns fast ein wenig zur Muse zwingen. Mit einer leichten, aber dennoch närstoffreichen Kost können wir Energie tanken und ein wenig ausspannen, von der uns umgebenden Schnelllebigkeit. Flüssigkeit, Mineralien, Vitamine und Eiweiße tun dem Körper gut. Ausgewogene Aromen und schöne Farben erfreuen die Sinne. Entspannt, mit Ruhe und Liebe zubereitet werden Kochen und Essen auch bei großer Hitze zum Genuß.

kalte Paprika-Tomaten-Suppe mit warmen Auberginennocken und Chiligarnelen

Zutaten für 2 Portionen

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  • 1 Aubergine
  • 3 Tomaten
  • 5 rote Spitzpaprika
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 rote Chilis
  • 1 Stück frisches Kurkuma, so groß wie mein halber kleiner Finger
  • 1/4 TL Ingwer
  • 1/4 TL  Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Palmzucker
  • 5 Blättchen Zitronenverbene
  • 5 Blättchen Basilikum
  • 1/2 l Gemüse- oder Hühnerbrühe (ich hatte Hühnerbrühe)
  • 6 Garnelen
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung

Den Backofen auf 230° C vorheizen.

Die Aubergine halbieren. Etwas Olivenöl erhitzen und die Schnittflächen der Auberginen darin schön goldbraun anrösten. Das Auberginenfleisch kreuzweise einschneiden und die Auberginenhälften mit den Schnittflächen nach oben auf das Backblech legen.

Die Spitzpaprikas halbieren, entkernen und mit den Schnittflächen nach unten neben die Auberginen auf das Backbelch legen.

Die Tomaten am Stilansatz kreuzweise einschneiden und kurz in kochendes Wasser geben. Die Tomatenhaut abziehen und die Früchte ebenfalls auf das Backblech legen. Das Gemüse 15-20 Minuten backen.

in der Zwischenzeit das Kurkuma schälen und klein raspeln. Die Zwiebeln und Knoblauch ebenfalls schälen und fein würfeln. Auch die Chilis in feine Ringe schneiden. Ein wenig Kurkuma und Knoblauch mit den Chilis sowie 3 – 4 EL von der Brühe beiseite stellen. Diese Zutaten werden für die Garnelen benötigt, die erst kurz vor dem Anrichten zubereitet werden.

Die Haut von den Paprikahälften abziehen. Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen. Die Hälfte der Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Die Hälfte des Kurkumas hinzufügen und alles gut anbraten, aber nicht braun werden lassen. Paprika und Tomaten hinzugeben. Mit Ingwer, Kreuzkümmel, Palmzucker, Salz und Pfeffer würzen. Schließlich die Brühe hinzugeben. Alles kurz aufkochen und dann 10 Minuten simmern lassen. Mit einem Stabmixer die Suppe fein pürieren. Wer es ganz fein mag, passiert die Suppe dann noch durch ein Sieb, läßt sie abkühlen und schließlich im Kühlschrank richtig kalt werden. Vor dem Servieren sollte sie nochmals kurz abgeschmeckt werden, da Kälte ein wenig die Aromen überdecken kann.

Das Auberginenfleisch aus der Schale über einem Sieb auslöffeln und die Auberginenflüssigkeit abtropfen lassen. Restliche Zwiebel und Knoblauch in Ölivenöl anschwitzen. Das Auberginenfleisch sehr fein würfeln und an die Zwiebeln geben. Die frischen Kräuter fein wiegen, dazu geben und alles gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vor dem Servieren wird dieses Auberginenpüree nochmals erwärmt und dann die Nocken abgestochen.

In einer sauberen Pfanne etwas Olivenöl erhitzen. Chili, Knoblauch und Kurkuma in dem heißen Öl schwenken. Die Garnelen dazu geben und von beiden Seiten anrösten, mit 3-4 EL Brühe ablöschen und 5 Minuten köcheln lassen.

Dann kann alles zusammen angerichtet werden. Glaubt mir, der kleine Aufwand und Hokuspokus hat sich gelohnt.

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PS: Die Auberginennocken schmecken auch gut gekühlt sehr gut und das Süppchen ist warm bis heiß ebenfalls ein Genuss.

PSS: Mit Gemüsebrühe und ohne Garnelen zubereitet ist dies ein feines sommerliches veganes Gericht.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Ein gar feines Mahl für die Hundstage….diesbezüglich war ich auch etwas dumm….vielen Dank für die Aufklärung des Namensgebers 😉

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  2. HannoverblickOst sagt:

    Wieder was gelernt 🙂

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    1. Wili sagt:

      schön zu lesen, dass es neben mir noch zwei weitere Unwissende mit Marinsche und dir gibt. Danke für eure Solidarität 🙂

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