Tomatentorte

am

Fast das ganze Jahr über wachsen sie rund ums Mittelmeer unter riesigen Folienzelten. In Holland und auch hier bei uns werden sie ganzjährig unter Acrylglashimmeln auf Steinwollmatten angebaut.  Heere von summenden Hummeln stellen ihre Befruchtung sicher, quasi ganz natürlich. Menschen und hochmoderne Technik kümmern sich um die effiziente Wasser-, Licht- und Nährstoffversorgung.  Die roten Früchte wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte immer gleichförmiger, fester und länger haltbar. Eines Tages dann war plötzlich die Rispentomaten als ganze Dolden da. An die Zeiten, als es sie nicht gab, erinnere ich mich gut. Doch wann sie so selbstverständlich und im Überfluss überall angeboten wurde, kann ich gar nicht mehr sagen. Zunächst begeisterten sie mich,  sehen sie doch schön frisch, natürlich aus und duften nach Tomaten wie in Italien. Leider schmecken sie überhaupt und absolut nicht so.  Die Zeit der wirklich guten, köstlichen, fruchtigsüßen Tomaten ist heute noch so saisonal, wie eh und jeh.

Jetzt im September erreicht auf Sizilien die Tomatenernte ihren Höhepunkt.  An so ziemlich jeder Straßenecke stößt man derzeit auf einen Lastwagen oder Handkarren voller schöner auf dem fruchtbaren Vulkanboden gereifter Tomaten, die wegen ihres derzeitigen Überflusses sehr preiswert feilgeboten werden, wäre man nur dort.  Jetzt ist dort die beste Zeit, um die echten in der Sonne gereiften Früchte zu kaufen. In den Dörfern und vermutlich auch in den Städten kommen die Frauen zusammen um Tomatensaucen, Tomatenmark und getrocknete Tomaten für die lange Zeit von Oktober bis Juni vorzubereiten.

Und auch ich konnte noch ein paar kleine Tomaten ernten. Sie haben eine recht dicke feste Schale, keine Rispen, sind süß und aromatisch, wenn auch nur halb so köstlich wie die pomodori Siziliens. Meine Ausbeute reicht auch bei weitem nicht, um einen langen Wintervorrat anzulegen. Das war ja auch überhaupt nicht mein angestrebtes Ziel. Um so mehr freute ich mich, dass diese Früchte ausreichten, um eine köstliche Tomatentorte zu backen.

Zutaten

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  • 10 Tomaten
  • 1 große Kartoffel, ca 250 g
  • 100 g Mehl
  • 1 Ei
  • 30 ml Olivenöl
  • 3-4 getrocknete Tomaten
  • 50 g Parmesan
  • 1 EL Ricotta
  • Fenchel- und Koriandersamen
  • Oregano
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Die Kartoffel kochen, pellen und durch die Kartoffelpresse drücken. Ein wenig abkühlen lassen.

Die getrockneten Tomaten in kleine Stückchen schneiden und zu der Kartoffelmasse geben. Mehl, Ei, eine Prise Salz und das Öl hinzufügen und rasch zu einem Teig verarbeiten.

Eine Springform ausfetten und dann den Kartoffelteig auf dem Boden der Form gleichmäßig verteilen. Das geht am besten mit bemehlten Händen.

Den Parmesankäse reiben und über den Kartoffelteig verteilen.

Die Tomaten am Stilansatz kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser überbrühen und dann die Haut abziehen. Anschließend die Früchte halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf dem Teigboden verteilen.

Den Ricotta über die Tomaten bröseln. Mit Fenchel- und Koriandersamen, Oregano, Salz und Pfeffer würzen und für ca. 30 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Backofen geben.

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Dazu gab es einen Blattsalat mit gebratenen Pfifferlingen, roter Zwiebel und roter Feige. Die Salatsauce mixte ich aus Feigenessig, Olivenöl, Ricotta, Salz und Pfeffer. So schmeckt der frühe September bereits ein wenig nach goldenem Herbst.

15 Kommentare Gib deinen ab

  1. Alex sagt:

    Heere von summenden Hummeln… 🙂 Sehr schön!
    Aber auch ein tolles Rezept, auch der Salat.
    LG Alex

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Ja, der Salat hätte auch einen eigenen Beitrag verdient. Allerdings konkurrierten die Feigen mit den Tomaten ein wenig um Schönheit, Fruchtigkeit und Süße in dieser Kombination. Weniger wäre hier also mehr gewesen 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Diese roten Früchte, die man aus Holland kaufen kann, haben den Namen „Tomate“ nicht verdient. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Die Holländischen Tomaten sind zwischenzeitlich besser, als ihr Ruf. Und es ist Augenwischerei, dass die französischen oder türkischen oder deutschen Freilanfplatikzelttomaten besser seien. Alles Eu-genormte Züchtungen, die gleich nach wenig schmecken, aber schön aussehen.

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      1. Kein Vergleich zu den Tomaten aus dem eigenen Garten!

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  3. Zeilenende sagt:

    Oh … Großartig. Das sieht wunderbar aus und der Teig aus Kartoffeln für den Boden gefällt mir auch. Den werde nachbacken, wenn ich mal wieder Bock auf gebackenes Essen habe. 🙂

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  4. asz02011961 sagt:

    Ich liebe Tomaten (die besten Tomaten, die ich je gegessen habe, kaufen wir in der Bretagne auf dem Wochenmarkt bei einem Händler unseres Vertrauens aus Treffiagat; zugegeben: nur im Sommerurlaub!) und Kartoffeln. Ein sehr schönes Rezept!

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  5. Es Marinsche kocht sagt:

    Kartoffelteig…..mmmmmh wie fein……wie das ganze Rezept und ich finde alles in allem sieht es sehr fein aus zusammen 🙂

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  6. geniesserle sagt:

    Hmmmm, diese Tarte sieht köstlich aus! Wir waren dieses Jahr mit unserer Balkonernte und den Tomaten sehr zufrieden, am besten schmecken sie immer frisch vom Strauch! Die besten Tomaten meines Lebens habe ich jedich vor über 25 Jahren in Griechenland gegessen, als wir dort nach dem Abi zum Inselhopping unterwegs waren! diesen Geschmack werde ich wohl nie vergesen!
    Liebe Grüsse
    Britta

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    1. Wili sagt:

      Liebe Britta, dieses Erlebnis hatte ich vor mittlerweile 40 Jahren in Italien. Ich war 12 und es war unser erster Familienurlaub dort. Das Geschmackserlebnis bleibt unvergesslich. 😍

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      1. geniesserle sagt:

        … dann schwelgen wir mal am besten beide in (Urlaubs) Erinnerungen 🍅❤️ … 😎

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      2. Wili sagt:

        Ach…. Ich esse gleich noch ein Stückchen von der nun kalten Tomatentorte…. 😋🌻😉

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  7. Iris sagt:

    Ooooh, das klingt lecker!
    Und kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Im Moment haben wir hier so viele Tomaten (Freiland, Bio und alte Sorten – die können richtig was 🙂 ), dass wir sie kiloweise einkochen.
    Da kommt Torte gerade recht!

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    1. Wili sagt:

      Ihr glücklichen 🙂

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