warmer Spinatsalat mit Pflaumen zu Bohnenpüree

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Ich bin noch beeindruckt und beeinflusst von Jacqueline Amirfallahs neuem Kochbuch. Das ist unschwer mit einem ersten Blick auf mein heutiges Essen zu erkennen, ehe man es dann auch schmeckt. Ein schönes Spiel mit Säure, Süße und Bitterkeit, mit Farben und mit Konsistenzen, das gut zum Übergang von Sommer zu Herbst passt ist mein Kochergebnis. Die Herausforderung beim Nachkochen besteht vermutlich darin, das Gewürz Golpar zu erwerben, das ich ganz speziell mit all dem Positiven des Irans verbinde. Gol bedeutet Blume und par bedeutet Feder oder Flügel, wobei mir meine Freundin Pari erklärte, dass ihr Name Engel bedeuten würde. Golpar wäre also wörtlich als Blumenfeder oder Flügelblume zu übersetzen. Doch wir nennen diese Pflanze persischen Bärenklau.

Es war auch tatsächlich an einem Spätsommertag bei Pari vor sehr vielen Jahren. Familie und Freunde saßen zusammen und Paris Mann schnitt saftige Orangen in Scheiben. Diese wurden – was für mich sehr ungewöhnlich war – mit Salz und Golpar bestreut. So ungewöhnlich es mir erschien, so köstlich war es dann auch. Favabohnen werden auch üblicherweise mit Golpar gewürzt. In Kombination mit Dill schmeckt es einzigartig und wunderbar. Heute würzte ich ein sämiges, leicht gesäuertes Bohnenpüree mit Golpar. Probiert es einmal aus, ein für unsere Gaumen schönes, neues Geschmackserlebnis.

Zutaten

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Spinatsalat

  • 300 g Spinat
  • Butterschmalz
  • 1 kleine Zwiebel in Streifen geschnitten
  • Kurkuma und Zucker
  • 1 Pflaume, geachtelt
  • Salz
  • 2 TL Balsamessig

Bohnenpüree

  • 200 g weiße Bohnen, gekocht
  • Olivenöl
  • 1 Schalotte, gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
  • 1 Messerspitze Golpar
  • Salz
  • 1 EL Zitronensaft
  • 100 g Joghurt

Zubereitung

Den Spinat gründlich waschen und trockenschütteln.  Ein knappes Drittel der Spinatblätter beiseite legen.

In einem Topf Butterschmalz erhitzen. Den tropfnassen Spinat dazu geben, den Topf mit einem Deckel abdecken und den Spinat zusammenfallen lassen. Das dauert maximal 5 Minuten.

Etwas Butterschmal in einem Pfännchen erhitzen. Die Zwiebelstreifen darin anschwitzen. Mit Kurkuma und etwas Zucker bestreuen und kurz karamelisieren lassen. Die goldgelben Zwiebelstreifen in einem Schüsselchen beiseite stellen.

Die Pflaumenachtel in dem Pfännchen anschwitzen, ebenfalls mit wenig Zucker bestreuen und kurz karamelisieren lassen.

Den rohen Spinat grob zerhacken. Den gedünsteten Spinat abtropfen lassen und mit den rohen Spinatblättern vermengen. Die Zwiebeln und die Pflaumenstückchen hinzugeben und alles evtl mit etwas Salz abschmecken. Mit Balsamessig, ich hatte hier Quittenbalsamessig, marinieren.

Für das Bohnenpüree Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl anschwitzen.  Einen Eßlöffel Bohnen für die Deko beiseite nehmen. Die übrigen Bohnen an die Zwiebeln geben und alles knapp 5 Minuten schmoren lassen.

Zusammen mit dem Zitronensaft, Golpar und Joghurt im Mixer oder mit dem Küchenstab pürieren. Mit Salz abschmecken. Zum Anrichten habe ich das Püree in einem Spritzbeutel umgefüllt, das ist aber absolut kein Muss, eher Spielerei.

Alles in allem braucht die Zubereitung dieser leichten aber doch sättigenden Mahlzeit keine 30 Minuten.

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tring sagt:

    Klingt spannend und wird nachgekocht, sobald ich aus dem Umzugsstress raus bin und wieder eine Küche habe. Irgendwo in Berlin, wird sich diese ominöse Gewürz wohl auftreiben lassen 🙂 Und der Teller ist wunderschön angerichtet!

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    1. Wili sagt:

      Das freut mich besonders, dass es dir gefällt und du es sogar ausprobieren möchtest. In Berlin bekommst du bestimmt Golpar. Nimm dann aber nur eine kleine Menge. Dieses Gewürz verliert recht rasch sein typisches Aroma und kann somit nicht lange gelagert werden.

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  2. luiselupini sagt:

    Von Golpar hab ich noch nie gehört. Muss wieder mal beim Perser vorbeischauen. Es klingt und sieht köstlich aus.

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    1. Wili sagt:

      Ja, es gibt noch sooooo vieles, das wir noch nicht geschmeckt haben.

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      1. luiselupini sagt:

        ja, und ich weiß nicht, ob ich lang genug lebe, um alles zu sehen und auszuprobieren. Es braucht wohl mehr als ein Leben.

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      2. Wili sagt:

        Schade nur, dass man solche Erlebnisse nicht vererben kann. Aber wir hier haben in jedem Fall sehr viele Möglichkeiten. Ich bin sehr dankbar dafür.

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  3. Es Marinsche kocht sagt:

    Golpar tönt sehr interessant….. 🙂

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