Joghurt mit Roter Bete (Boorani choghondar) – بورانی چغندر

am

Es wird erzählt, dass weit weit weit vor unserer Zeit einst ein mächtiger König über das persische Großreich der Sassaniden herrschte.  Als er viel zu früh zu Tode kam, begannen unruhige Zeiten mit blutigen Machtkämpfen um den Thron. Da geschah  erstmalig das bis dahin unvorstellbare. Seine Tochter Poorandokht wurde als erste Frau Persiens gekrönt. Sie herrschte für den kaum wahrnehmbaren Moment eines Augenaufschlages und doch beeinflusste gerade sie die iranische Küche unvergänglich. Denn Poorandokht machte sich nichts aus Fleisch. Sie liebte Gemüse und Joghurt. Das forderte die königlichen Palastköche heraus, sich ständig neue vegeatrische Speisen auf Joghurtbasis auszudenken, die Gaumen, Augen und Nase der Königin schmeichelten. Sie variierten das Thema „Gemüse mit Joghurt“ immer wieder aufs Neue und erfanden damit ein neues Genre auf dem persischen Sofreh (persischer „Esstisch“), das zu Ehren der Königin Poorandokht poorani genannt wurde. Im Laufe der Jahrtausende wandelte sich dann das Wort Poorani in Boorani (oder auch Bourani oder Borani).

Zudem ist Joghurt sehr gesund und hat nach der traditionellen persischen Gesundheitslehre eine angenehm kühlende, ausgleichende Wirkung, die vielen fülligen Gerichten der iranischen Küche die Schwere nimmt. Joghurt wird zu jeder Mahlzeit gereicht, pur, mit Honig und Früchten oder mit Gemüse. Mal als Mezze, mal als Beilage, mal als Hauptgericht zu Reis oder Brot und ebenso als erfrischendes Getränk.

Auch der erdige warme Geschmack der Roten Bete mit seiner dezenten Süße passt ausgezeichnet zu der kühlen cremigen Textur des Joghurts. Das leuchtende Magnetarot erfreut die Augen. Es braucht nicht viel mehr. Vielleicht ein wenig Reis oder Brot und ich bin vollkommen glücklich.

Zutaten für 2-4 Portionen

(je nachdem, ob als Dip, Beilage oder Vorspeise)

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  • 200 g Joghurt
  • 1 kleine rote Bete
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 TL getrocknete Nanaminze
  • Salz und Pfeffer
  • 2-3 Walnüsse (optional)
  • 1 TL gehackte Pistazien (optional)

Zubereitung

Traditionell wird die Rote Bete gekocht. Doch ihr könnt sie auch backen, wie ich es tat, oder sie roh verwenden, ganz wie ihr es am liebsten mögt.

Die Rote Bete schälen, in kleine Würfelchen schneiden und bis auf 1 EL davon in eine Schüssel geben. Die Knblauchzehe schälen und darüber auspressen. Joghurt, Minze, Salz und Pfeffer  hinzugeben und alles verrühren.

Die Walnusskerne grob zerstoßen und kurz ohne Fett rösten. Diese dann zusammen mit den Pistazienkrümmeln und den zurückgehaltenen Rote Bete – würfelchen über den Joghurt geben. Das Boorani schmeckt besser, wenn es einige Zeit hat durchzuziehen und läßt sich somit auch sehr gut vorbereiten.

 

 

 

 

 

 

 

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Die Formulierung der Geschichte ist einfach wundervoll! Ich hätte bisher nie an diese Kombination gedacht! Danke fürs Teilen!

    Gefällt 2 Personen

    1. Wili sagt:

      Sorry, dass ich deinen Kommentar erst jetzt aus dem Spam befreit habe. Ich kenne Rote Bete mit Dickmilch oder auch Kefir und Dill von meiner ostpreussischen Oma, was mir verdeutlicht, dass die Küchen der Welt sich wohl schon immer austauschten und vermischten.

      Gefällt 1 Person

  2. Ira Moritz sagt:

    Liebe Wili,

    jetzt geht es mir so wie Dir, die Geschichte zum Rezept ist wirklich sehr schön und gefällt mir ebenso wie Dein schönes Rezept. Definitiv ein Keeper-Rezept, danke dafür!

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Danke für das schöne Kompliment liebe Ira. ich mag ja alle Joghurt-Gemüse-Speisen sehr gerne. Optisch ist einfach Joghurt mit Rote Bete unschlagbar 😉 Und die Legende um die Namensgebung mag ich auch sehr gerne. Liebe Grüße, wili

      Gefällt mir

  3. Zeilenende sagt:

    Mhm … Ganz intuitiv habe ich vor einiger Zeit beide Zutaten auch zusammen gebracht und mich in den Geschmack verliebt. Aber beim nächsten Mal denke ich dabei an deine Geschichte dazu … Das wird die Sache noch schöner machen. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      schlummert da ein Orientale in dir? Es ist jedenfalls eine köstliche Kombination und es ist einfach toll, wenn man selber auf soche Genialitäten kommt. Kompliment!

      Gefällt 1 Person

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