Das Rezept auf Seite 32: Persisches Ajil – Müsli

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 Zum vierten Mal präsentiere ich euch heute das Rezept auf Seite 32 und damit verbunden das Kochbuch, dem ich es entnommen habe. Die Idee griff ich bei legypeggy auf. Ein mal pro Monat, jeweils am zweiten Donnerstag, koche ich nach einer Rezeptvorlage auf der Seite 32 eines Kochbuchs. Es sind kleine Überraschungen, Gerichte, die ich noch nie zubereitete, obwohl ich das Buch schon Jahrzehnte besitze. Manchmal treffe ich dabei vielleicht auch auf eine Speise, die ich selber anders zubereite oder die ich schon immer einmal kochen wollte oder die ich bisher noch gar nicht kannte. Das ist spannend, inspirierend bis lehrreich und macht mir großen Spaß. Dabei ist es besonders herausfordernd für mich nach Anweisung zu kochen, wo es doch bei mir immer nach den Sinnen geht. Wenn die Seite 32 einmal kein Rezept beschreibt, dann blättere ich gleich 100 oder 200 Seiten weiter, vielleicht auch erst einmal nur zweiunddreißig bis auf Seite 64, 96, etc.

Heute ist ein besonders schöner Freudentag. Denn Zeilenende hat mitgemacht. Er zeigt das Retept auf Seite 32 aus dem DDR Backbuch.  Das nutze ich gleich, euch herzlich einzuladen auch mitzumachen. Der nächste Termin ist der 10. November 2016. Schreibt mir einfach kurz, wenn ihr mitmachen werdet und ich verlinke dann eure Beiträge, damit wir sie hier alle zusammen haben. Doch nun zu meinem heutigen Überraschungsrezept:

Weiß, gold, ultramarin und himmelblautürkis – in den Farben Persiens kommt das DebütKochbuch der Londonerin Yasmin Khan daher. Klappt man es auf, lächelt einem zunächst persischrot entgegen, ehe es dann wohl strukturiert und schön gestaltet weitergeht.

240 Seiten, 208 Fotografien, gebunden. ISBN 978-3-8310-3156-6

Essen und Trinken mitsamt der Esskultur spiegeln seit Anfang der Menschheitsgeschichte Grundqualitäten einer Zivilisation wieder. So ist es einfach eine gute Idee uns Europäern das Leben der Menschen im heutigen Iran über ein Kochbuch näher zu bringen. Yasmin Khan hat in ihrer Kindheit oft die Ferien bei ihren Großeltern in Gilan verbracht. Ihre Bilder und Erfahrungen passten wenig mit den Darstellungen in den europäischen Medien und den daraus resultierenden Bildern in den Köpfen ihrer Mitmenschen in London zusammen. So startete sie eine Kickstarter-Kampagne, um eine esskulturelle Reise durch die Küchen Irans finanzieren zu können.  Das Ergebnis ist dieses schöne Buch, das liebevoll, voller Esprit die Menschen, das Leben und das Kochen im heutigen Iran vorstellt.  Spannend und lehrreich ermutigt es mich meine bisherigen Ressentiments gegenüber einer Iranreise beiseite zu legen und mich endlich einmal selbst auf den Weg dorthin zu machen.

Als Kochbuch bietet mir dieses Buch viel überraschendes und neues. Sehr authentisch wird die Entwicklung der iranischen Kochkultur in einer globalisierten Welt beschrieben, die Auseinandersetzung und Zusammenführung von Tradition und neuen Einflüssen. Rezepte, die ich bisher noch nicht kannte und Rezepte, die modern und erfrischend jung daher kommen mit einer breiten Palette an vegetarischen Gerichten sowie Listen, welche die laktosefreien und die glutenfreien Rezepte des Buches aufzählen. Die Anleitungen sind klar und gut verständlich, die meisten Rezepte wirklich unkompliziert und einfach nachzukochen. Links neben jedem Rezept gibt es eine schmale Spalte, in der mit kursiver Schrift eine kleine Beschreibung der Speise gegeben wird.

Nachdem Frau Khan in den „Geschmack Persiens“ und in „die persische Speisekammer“ eingeführt hat, gliedert sie ihr Buch in die Kapitel Frühstück, Mezze & Beilagen, Salate, Suppen, Hauptspeisen und Desserts.  Die Rolle und die Bedeutung jeder dieser Speisekategorien für die persische Küche wird zunächst beschrieben, gefolgt von einem Kapitel über eine der fünf Stationen ihrer Reise, ehe sie zu den Rezepten übergeht.  Aussagekräfitge Reisebilder geschickt kombiniert mit ästehtischen Foodfotografien akzentuieren die Texte. Auf Seite 32 geht es dann tatsächlich mit dem ersten Rezept los. Welch ein weiteres Glück für mich!

Persisches Ajil-Müsli

Ajîl-e Moshkel-goshâ ist eine klassische iranische Mischung aus Trockenfrüchten, Nüssen und Samen, die Probleme lösen und Schwierigkeiten vertreiben soll. Deshalb bietet man sie sehr gerne zum persischen Neujahrsfest Freunden und der Familie an. Yasmin Khan ließ sich davon zu einem Knuspermüsli-Rezept inspirieren. Ich finde es wunderbar, denn nichts ist wichtiger als ein guter, gesunder und unbelasteter Start in den Tag!

Zutaten

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  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 150 ml Dattelsirup oder Ahornsirup
  • 2 EL Honig
  • Mark von 1/2 Vanilleschote
  • 350 g kernige Haferflocken
  • 1 kräftige Prise Meersalz
  • 25 g Sonnenblumenkerne
  • 25 g Kürbiskerne
  • 35 g Pistazienkerne grob gehackt
  • 35 g Mandelblättchen
  • 50 g gemischte Trockenfrüchte (Rosinen, Aprikosen, Sauerkirschen, Maulbeeren und Feigen, grob gehackt)

Zubereitung

Den Ofen auf 170º C vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

Sonnenblumenöl, Dattelsirup, Honig und Vanillemark gut miteinander verrühren (ich nahm statt Dattelsirup Ahornsirup und statt Vanillemark 1 TL Rosenblätter).

In einer großen Schüssel Haferflocken, Salz Sonnenblumenkerne, Kürbis- und Pistazienkerne vermischen. Die Sirupmischung dazugeben und alles gut vermengen.

Die Mischung auf den Backblechen verteilen und mit einem Holzlöffel gleichmäßig ausbreiten. Im Ofen 12 Minuten rösten. Denken Sie daran, dass das Müsli auf dem oberen Blech schneller Farbe nimmt, daher regelmäßig ein Auge darauf werfen, damit es nicht verbrennt.

Die Bleche aus dem Ofen nehmen, die Mandelblättchen dazugeben und behutsam untermengen. Wieder in den Ofen geben und weitere 10-15 Minuten rösten, bis das Müsli gleichmäßig goldbraun ist. Gut aufpassen, es kann leicht verbrennen.

Das Müsli herausnehmen und auf den Blechen abkühlen lassen. Danach die Trockenfrüchte untermengen und die Mischung in einem Behälter luftdicht verschlossen bis zu 2 Wochen lagern (was bei mir nicht funktionieren wird. Es ist einfach zu lecker).

Und weil es so köstlich war, habe ich gleich mittags ein weiteres Rezept aus diesem Buch ausprobiert: Hähnchen-Kebabs mit Safran und Zitrone. Anders, als im klassischen Grillrezept hat Yasmin Khan das Fleisch weder enthäutet noch entbeint und schmorte es im Backofen. Ein unkomplizierter und köstlicher Genuss ausserhalb der Grillsaison. Dazu gab es Gurkensalat mit einem schnellen, kaltangerührten Sekanjibeen – Dressing, eine für mich neue Salatkreation, und Joghurt mit Roter Bete (Boorani choghondar) vom Vortag.

Hähnchen

Das war ein wohltuendes Mittagessen, vertraut und doch völlig anders als gewohnt, damit überraschend und neu. Sehr angenehm war die einfache Zubereitung.

* * *

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplares.

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Mhm … Müsli … Ein leckeres Müsli … Wirklich. Und da ich seit einiger Zeit Müsli mit Joghurt zum Mittag esse, ist das gleich mal auf die Inspirationsliste gewandert. Pistazien und Vanille. *schmacht*

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  2. leggypeggy sagt:

    I’m so happy to have inspired you to do page 32 with your own cookbooks. It looks like you are already having a lot of fun. 🙂

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    1. Wili sagt:

      Ja, I Love it!

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  3. geniesserle sagt:

    Klasse! Beides! Das Müsli & Seite 32! das ist echt eine super Idee … ich habe jede Menge Back & Kochbücher im Regal, denen viel zu wenig Beachtung geschenkt wird! Ich melde mich gerne bei Dir, denn ich hab‘ total Lust hier mitzumachen und meine B&K-bücher aus den Dornröschenschlaf zu holen 😉
    Liebe Grüsse Britta

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    1. Wili sagt:

      Herzlich Willkommen liebe Britta, ich freue mich sehr darüber und bin ganz gespannt, welche Kochbücher in deinem Regal so hast ☺️

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      1. geniesserle sagt:

        … da bin ich auch gespannt liebe Willi 😉 … ich geh ma auf Recherche 😋

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      2. Wili sagt:

        Sehr gut 😃

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  4. mumaskitchen sagt:

    Ich liebe die persische Küche! Persisches Müsli habe ich noch nie probiert! Tolles Rezept! Danke!! LG Britta

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    1. Wili sagt:

      Na, dann wird es aber Zeit 🙂
      Dieses Müslimischung ist zu meiner Lieblingsmischung geworden, wobei ich sie sowohl mit Vanille als auch mit Rose gerne mag.

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      1. mumaskitchen sagt:

        Oh, ich kann mir beides sehr gut vorstellen!!

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