2. Buchdate

am

Heute gibt es einen ungewöhnlichen Beitrag für diesen Blog, denn es dreht sich nicht um Rezepte. Ich nehme zum ersten Mal an dem Buch-Date teil, zu dem Wortgeflumselkritzelkram und Zeilenende aufriefen und war seit einigen Tagen freudig gespannt, mit wem das Los mich verkuppeln würde.

Die Vorgabe lautet dieses Jahr: Empfehlt solche Bücher, die ihr zu Weihnachten verschenken würdet.

hmmm… was würde ich also einer mir fremden Person zu Weihnachten schenken? Das ist eine Herausforderung. Diese Herausforderung wuchs dann noch an, als ich entdeckte, dass mein Buchdate, weiblich, im Alter meines Sohnes ist und Horror, Thriller sowie Fantasy liebt. Horror und Thriller sind so gar nicht meins. Als ich vor dreißig Jahren „Friedhof der Kuscheltiere“ las, hatte ich danach wochenlang Angst vor meinem eigenen, sehr geliebten Kater. Ich entschied mich damals bereits, nachdem ich noch einen weiteren Stephen King las, der mich nicht mehr einschlafen ließ, mir mit so etwas nicht meinen Seelenfrieden in der Freizeit zu rauben.

Ansonsten aber finde ich es Klasse, dass es luna umbra ist, der ich Buchempfehlungen zu Weihnachten machen darf. Sie ist mir ein nanobisschen vertraut, insbesondere über ihre Rezeptbeiträge. Und unter ihren Lieblingsbüchern und Autoren sind zumindest zwei Nennungen, die ich auch sehr schätze und mag: Michael Ende mit „Die unendlichen Geschichte“ und J. R. R. Tolkien. Als Lesevorlieben gab luna umbra an:

Die letzten drei Bücher waren: Intervwie mit einem Vampir (Anne Rice), Die schwarze Hand des Todes ( Stephen Booth,) und die unendliche Geschichte (Michael Ende). Meine Lieblings-Genre sind noch immer Thriller, Horror, Fantasy, Krimis und Märchen. Lieblingsautoren: Sir Arthur Conan Doyle, Kathy Reichs und J. R. R. Tolkien. Und auf Bücher die Katastrophen und Krieg als Hauptthema haben, sowie reine Romanzen würde ich eher verzichten.

Die Auswahl fiel mir ein wenig schwer.  Ich verwarf alle meine Empfehlungsideen, als ich wusste, wem ich sie machen darf, denn ich möchte luna umbra gerne etwas zum Lesen bieten, das eine Brücke zwischen unseren doch eher konträren Lesevorlieben schlagen kann. Ich möchte ihren Geschmack treffen und ihr doch auch ein wenig von meiner Begeisterung für einzelne Bücher und Autor*innen mitgeben. Dazu muss es doch auch ein wenig Mainstream sein, weil es ja eine Weihnachtsverschenkempfehlung sein soll. Trotzdem wählte ich ein Buch aus, das diese Kriterien eher nicht erfüllt, aber auf seine Art dennoch einfach wundervoll ist.

Hier also meine Empfehlungen:

Louise Doughty: Was du liebst gehört dir nicht

wide__820x461__desktop
Quelle: Zeit online

 

Laura, frisch geschieden, zwei kleine Kinder, erlebt den schlimmsten Alptraum jeder Mutter: Ihre neunjährige Tochter wird von einem Auto überfahren. Ihre spontanen Rachegelüste kann sie zwar überwinden, aber kann sie dem Unfallfahrer je verzeihen, dass er ihr genommen hat, was sie am meisten liebt? Gibt es für sie in der gemeinsamen Trauer vielleicht eine neue Chance auf Versöhnung mit ihrem Exmann, dem Vater ihrer Kinder, der mittlerweile eine neue Familie gegründet hat? Von wem stammen die anonymen Briefe, die sie seit ihrer Scheidung erhält?
In dieser Lebenskrise ist Laura allein auf sich zurückgeworfen. Wie weit wird sie für ihre Rache gehen? Eine fesselnde Geschichte um Schuld und Sühne, Festhalten und Loslassenkönnen, um unsere Bereitschaft, für die Liebe Opfer zu bringen.

„Ein brillanter Roman, der einen lange nicht mehr loslässt“ Observer

Mich hatte diese Geschichte unglaublich gepackt. Der Schreibstil spiegelt immer wieder Lauras Stimmung und Gefühle wieder. Es werden zwei Geschichen erzählt, die zusammengehören und miteinander verwoben sind: Die Vergangenheit bis hin zu dem schlimmen Unfall und die Gegenwart mit Verzweiflung, Schmerz und dem Wissen, dass es da noch den kleinen Sohn gibt, der seine Mutter braucht. Dann sind da noch diese Briefe ohne Absender, die Laura seit ihrer Scheidung bedrohen. Von Seite zu Seite wird der Roman intensiver und sein Ende ist dennoch irgendwie überraschend. Ich brauchte ein paar Tage, bis ich aus dieser Geschichte wieder in mein eigenes Leben eintauchen konnte. Für mich war das schon ein mich fesselnder Thriller.

Minette Walters: Die Bildhauerin

images

Olive Martin sitzt wegen eines grausamen Verbrechens im Gefängnis: Sie hat zugegeben, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester ermordet und dann zerstückelt zu haben. Unter ihren Mitgefangenen ist Olive wegen ihrer Ausbrüche gefürchtet, und ihre Beschäftigung mit Knetpuppen, in die sie Nadeln sticht, hat ihr den Namen ,,Die Bildhauerin“ eingetragen.
Rosalind Leigh ist gewarnt, als sie das Gefängnis betritt, um Olive zu treffen. Die Journalistin soll die Hintergründe des Falles ausleuchten. Schnell erkennt sie, dass es noch eine tiefere Wahrheit gibt als die in Geständnis und Urteil festgeschriebene. Zusammen mit der Bildhauerin tritt Rosalind eine gefährliche Reise an in eine Welt voller versteckter Leidenschaften und offenem Hass, schreiender Ungerechtigkeit und dunkler Geheimnisse…

Den zweiten Kriminalroman von Minette Walters las ich Ende der neunziger Jahre. Heute ist es bereits ein Klassiker und meiner Meinung nach ein „muss man gelesen haben“.  Das Buch wurde mit dem Edgar Ellen Poe Preis ausgezeichnet. Mich faszinieren die Kriminalromane von Minette Walters insbesondere mit ihrer Widersprüchlichkeit und Vielschichtigkeit der Protagonisten, die dadurch sehr lebendig und authenisch erscheinen. Walters widmet sich intensiv den Seelenwelten ihrer Figuren, die tief, leidenschaftlich und zum Teil beunruhigend sind. Dabei gerät der Handlungsstrang, die Recherche, keinesfalls in den Hintergrund. „Die Bildhauerin“ hatte mich nicht nur mit Spannung gefesselt, ich hatte auch tatsächlich Angst. Und wenn luna umbra Psychothriller und Kriminalromane im feinen sprachgewaltigen englischen Stil mag, dann wird es ihr sicherlich auch gut gefallen und Lust machen auf noch mehr Minette Walters.

Marion Zimmer Bradley: Die Nebel von Avalon

zimmer-bradleydie-nebel-von-avalon-roman

Morgaine, die Hohepriesterin des Nebelreichs Avalon und Schwester von Artus, erzählt die wahre Geschichte ihres königlichen Bruders und der Ritter der Tafelrunde. Zum ersten Mal schildert eine Frau diese Geschichte, zeigt die Heldengestalten in einem neuen Licht und erinnert daran, dass einst Frauen die Macht in den Händen hielten: Sie lenken im Verborgenen das Geschick ihrer Zeit und setzen den König der Legenden auf den Thron, geben ihm das heilige Schwert Excalibur.

Dicke Wälzer haben sicherlich immer einmal wieder langatmige Passagen, doch an die erinnere ich mich nicht mehr. Deshalb entschied ich mich für einen weiteren Klassiker. Ich war 17 oder 18 Jahre alt, als ich die Avalonsaga entdeckte und verschlang. Da hatte ich bereits Michael Endes „Unendliche Geschichte“ und J. R. R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ voller Begeisterung gelesen. Avalon, die Insel der Apfelbäume und die alte Welt der Naturreligion zog mich regelrecht in ihren Bann. Die Artus-Mythologie liebte ich sowieso. Doch jetzt erzählt aus der Perspektive einer Frau, erschien sie mir noch sehr viel faszinierender. Die vertrauten Helden wurden zu Söhnen, Brüdern, Ehemännern, Vätern und damit menschlicher. Es geht weniger um den Kampf gegen eine dunkle Welt des Bösen als vielmehr um die Auseinandersetzung zwischen der keltischen Urreligion mit dem aufkommenden Christentum. Ein Buch zum träumen und abtauchen in eine somit doch nicht ganz untergegangene Welt. Ideal für lange Winterabende in einer warmen Decke auf dem Sofa eingekuschelt.

 

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nr 1 wandert auf meine Liste. Und Nr 3 ist einer der Fantasy-Klassiker schlechthin – meiner Meinung nach. Großartiges Buch. Tolle Empfehlungen.

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Stimmt, die Nebel von Avalon ist ein echter Fantaysklassiker, der als ich ihn las, etwas ganz neues war 🙂 Und ich bin gespannt, was du über „Was du liebst gehört dir nicht“ sagen wirst. Ich will jetzt erst einmal nichts weiter dazu schreiben 😉

      Gefällt 1 Person

  2. LunaUmbra sagt:

    Liebe Wili, danke für die Empfehlung, klingt alles interessant ^^ Nummer drei hab ich sogar schon gelesen, hatte mich durchaus gefesselt.

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Das habe ich ein wenig befürchtet, weil es, wie wortgeflumselkritzelkram schreibt, ein absoluter Klassiker ist. Aber eigentlich macht das ja nichts. Vielleicht würdest du es heute anders lesen 😉

      Gefällt 1 Person

      1. LunaUmbra sagt:

        Vielleicht, außerdem hast du definitiv meinen Geschmack getroffen damit^^

        Gefällt 1 Person

  3. frauholle52 sagt:

    Die „Nebel von Avalon“……jaaaa, das Buch muss ich mal wieder lesen!

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s