persische Dattelkekse (Kolompeh) – کلمپه

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Weiß man’s, wie viele sie waren, woher sie genau kamen und wie sie geheißen haben? Weise sollen sie gewesen sein, befreundete Sternenforscher vielleicht, wohlhabende Magier, Könige gar und wenigstens drei. Larvandad, Hormisdas und Gushnasaph nennen sie die einen. Awnison, Libtar und Kasäd oder auch Caspar, Melchior und Balthasar die anderen. Sie waren wohl keine Juden, wie die Hirten, die ebenfalls einem neuen Stern am Firmament gefolgt waren, sondern Heiden aus dem fernen Morgenland. Sie brachten kostbare Gaben als Geburtsgeschenk für einen kleinen Knaben, der neben Ochs und Esel im Stroh von einer Jungfrau Maria entbunden worden war. Das Kindlein musste gut versteckt und behütet werden, bis es zu einem jungen Mann herangewachsen war. Sein zartes Leben wurde von einem bösen tyrannischen Herrscher bedroht, der um seine Macht fürchten musste. Denn das zarte Kind sollte mit all jenen Fähigkeiten und Gaben ausgestattet sein, welche die Menschheit auf Erden vor allem Bösen erretten könne…

Ich sitze vor meinem Adventsgedeck, das vierte Lichtlein brennt und denke: Ja, die Adventszeit und Weihnachten sind märchenhafte, verträumte und schöne Tage. Ich mag den Zauber, der vom Lichterglanz und Tannenduft ausgeht, die Illusion von einem liebevollen und friedlichen Leben, die Momente der Freude und des Glücks. Weihnachten, das ist wie ein Zirkusbesuch oder das Eintauchen in eine Fantasygeschichte, atemberaubend, schön und immer wieder überraschend.

Dabei knabbere ich genüsslich an einem Gebäcktaler, dessen feine Kombination aus Nüssen, Datteln, Zimt und Cardamon mich an die „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ von Giotto di Bodone erinnert. Die Ursprünge der Rezeptur zu den einzigen Weihnachtsplätzchen, die ich dieses Jahr buk, stammen wie diese Könige aus dem fernen Morgenland, genau genommen aus Kerman, Iran. akihart beschreibt wie dort in Mahbubes Backstube statt gewöhnlicher Dattelkekse ästhetische Schönheiten entstehen. Wie gesagt, ich sitze hier und träume, genieße, lasse die Gedanken vorüberziehen… Sind meine Kolompeh auch grob und eher plump, so passen sie auf ihre Art ganz wunderbar neben Gold, Weihrauch und Myrreh zum vierten Advent.

Zutaten

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  • 500 g Vollkornmehl
  • 250 g Butterschmalz
  • 180 g Joghurt
  • 2 Eigelb
  • 2/3 TL Backpulver
  • 1/2 TL Safranwasser
  • 150 g entkernter Datteln
  • 60 g Walnüsse
  • 1/2 TL Kardamom Pulver
  • 1/2 TL gemahlener Zimt

Zubereitung

Aus Mehl, Butterschmalz Joghurt, Backpulver und Safranwasser rasch einen geschmeidigen Teig kneten und diesen wenigstens 30 Minuten im Kühlschrank Ruhen lassen. Dazu formt ihr den fertigen Teig zu einer Kugel und wickelt diese in Küchenfolie ein.

Safranwasser stellt ihr her, indem ihr ein paar Safranfäden mit etwas Zucker im Mörser fein zerreibt. Dieses Pulver wird mit etwas heißem Wasser aufgegossen und eine Weile ziehen gelassen. So können sich Farbe und Aroma voll entfallten.

Aus den Datteln und Wallnüssen stellt ihr am besten unter Zuhilfenahme einer Küchenmaschine eine Paste her unter die ihr die Gewürze mengt.

Den Backofen auf 160 ° C fvorheizen. Den Teig zu kleinen Kügelchen aufteilen (ich habe 25 Stück erhalten). Diese drückt ihr mit der Hand zu flachen Talern aus, gebt 1 TL Dattel-Walnusspaste in die Mitter und verschließt die Teigränder wieder zu einer kleinen Kugel. Diese legt ihr auf ein Backblech, das mit Backpapier ausgelet ist. Mit einem Keksstempel drückt ihr eure Teigkugel behutsam flach. Haltet beim Befüllen des Backbleches genug Abstand zwischen den Plätzchen, denn diese dehnen sich während des Backvorgangs noch etas aus. Das gefüllte Backblech kommt für 15 bis 20 Minuten in den Backofen.

Die ausekühlten Plätzchen könnt ihr mit Puderzucker und Pistazien verziehren.

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Rabin sagt:

    Hmmm.. außer Datteln hätte ich alles da. 😉

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    1. Wili sagt:

      Dann probiere es doch mit einer anderen Füllung 😉

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      1. Rabin sagt:

        Gute Idee. Nur fehlt mir gerade die zündende Idee, was gut harmonieren würde. Hast du einen Gedanken?

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      2. Wili sagt:

        Getrocknete Aprikosen, Feigen, oder so. Makronencreme oder Maronencreme, Honig mit Nüssen, eingekochtes Obst…. Schokolade…. Marzipan….

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  2. Zeilenende sagt:

    Also ich finde, sie sehen wunderschön und köstlich aus. Und darauf kommt es doch an. Und sie sind nicht so alltäglich, wenn ich meinen Plätzchenteller zum Vergleich heranziehe. 🙂

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  3. Andrea sagt:

    Jammi, sieht schon wieder so gut aus. Und dann noch mit Datteln. Ich glaub, ich muss deinem Blog mal schnell folgen 🙂

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    1. Wili sagt:

      herzlich wilkommen 🙂

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