persischer Quitteneintopf (Khoresht_e Beh) aus dem Crocky – خورش به

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Goldene und rote Äpfel gehören für mich wie Tannenbaum, Honigkuchen und Krippenspiel zu Weihnachten. Als Eva aber damals ihrem Adam den roten Apfel vom Baum der Erkenntnis reichte und er beherzt hinein biß, da ahnten die beiden weder, dass sie damit die Sünde auf die Erde holten, noch war es ihnen bewusst, dass sie uns heute damit den Tannenbaum geschmückt mit bunten Kugeln bescherten. Doch das hängt alles miteinander zusammen: Weihnachten ist das Fest des neuen Testaments. Wir feiern Jesus Geburt, der nach der christlichen Mhytologie die Menschheit wieder von der Sünde befreite. Heute noch wird das Krippenspiel oft und gerne in Kirchen, Schulen oder Wohnheimen aufgeführt, während das Fernsehn den kleinen Lord, drei Nüsse für Aschenputtel und die Schneekönigin ausstrahlt. Das Paradiesspiel hingegen ist ein wenig in Vergessenheit geraten. Traditionell ging es dem Krippenspiel voraus und wurde unter einem immergrünen Baum aufgeführt, der mit roten Äpfeln, den Früchten der Erkenntnis, geschmückt war.

Der goldene, kydonische Apfel, die Quitte also, wurde schon viele hundert Jahre vor Beginn der christlichen Mhytologie als Symbol für Liebe, Glück  Klugheit, Schönheit und Fruchtbarkeit oder Unsterblichkeit verehrt. Während die alten Griechen ihn der Aphrodite weihten, war es weit weit nördlich der Alpen Idun, die Göttin der Jugend und Unsterblichkeit, die sie in ihrer Truhe aufbewahrte. Wer nicht altern wollte, musste öfter mal in einen ihrer goldenen Äpfel beißen…

… „Die Quitte bezaubert die Menschen mit ihren Wonnen, und unter den Früchten ist sie durch ihre Köstlichkeit berühmt. Sie schmeckt nach Wein, wie Moschus ist ihr Duft, ihre Schale erinnert an Goldstaub, und ihre Form ist rund wie der Vollmond,“ las ich im hazar-o-jek shab (1001 Nacht). Tja, da war es mir klar, weshalb ich geschmorte Quitte mit Lamm und Reis als Weihnachtsessen 2016 auswählte. Zumal man sie jetzt im Dezember frisch ernten kann. Leider werden Quitten in unserer schnelllebigen Zeit oft verkannt und rasch beiseite gestellt. Wer sie einfach pflückt, um beherzt in sie hinein zu beißen, wird enttäuscht bis entsetzt sein: hart, bitter, herb, säuerlich, ja pelzig trotzt sie demjenigen! Wer ihr hingegen Besonnenheit, Zeit und Ruhe widmet, wird eintauchen dürfen in eine ihrer atemberaubenden Mhyten, Sagen und Legenden.

Zutaten für 4 Personen

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1 kg Lammfleisch in kleine Stücke geschnitten
4 mittelgroße Quitte, gewaschen, entkernt und in Scheiben geschnitten
1 Tasse Lapeh
1 große Zwiebel, geschält und gewürfelt
2 -3 Esslöffel Tomatenmark
1/4 Teelöffel Kurkuma
1/2 Teelöffel Safranwasser
Salz und Pfeffer nach Geschmack
2-3 getrocknete Zitronen (Limoo omani)
2 Esslöffel Zucker
1 Prise Zimt
2 Tassen Wasser
2 Esslöffel Pflanzenöl
1 Esslöffel Butter

Zubereitung

In einer Pfanne Öl erhitzen und die Zwiebeln darin mit Kurkuma goldbraun anschwitzen. Das Fleisch hinzugeben und ebenfalls gut anbraten. Alles in den Crockpott umfüllen. Erbsen, Gewürze und Wasser hinzugeben. Vier bis sechs Stunden auf der Stufe „High“ köcheln lassen.

In einer Antihaftbratpfanne Butter schmelzen und die geschnittene Quittenspalte auf beiden Seiten für 10 Minuten sautieren. Etwas Zucker hinzugeben und karamelisieren lassen. Anschließend die Quitten mit in den Crockpott geben und alles weitere 60 Minuten köcheln lassen.

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