Liebestorte – persisch-sizilianische Art

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Ehrlich gesagt inspirierten mich schnöde Zahlen die märchenhaft verführerischen Shirinis aus 1001 Nacht zu einer frischen, zarten, modernen Torte zu kombinieren. Vor noch gar nicht all zu langer Zeit stellte ich euch einen persischen Liebeskuchen von Yasmin Khan vor. Ein wirklich köstlicher Kuchen zur Tee- oder Kaffeezeit, der hier im www – ebenso wie mein kleines Orangenküchlein und  mein Pomeranzen-Quark-Kuchen – sehr nachgefragt ist.  Es scheint ein größeres Interesse an orientalischen Kuchen- und Tortenrezepten zu geben.

Also bin ich ein wenig in mich gegangen. Ein wundervolles traditionelles Biskuit-Rezept meiner lieben Schwiegermama بَتُوْل (Batool), die es von ihrer مامان  (Mama) übernahm, hatte ich bereits zur Hand. Sehr luftig und leicht zeigt sich ihr Kuchen, dezent parfümiert mit Mandeln und Pomeranzen. Je eine Prise von Kardamon, Nelken und Zimt runden seine zarten Aromen ab. Dieser Biskuit schmeckt pur einfach schon fantastisch und zeigt auf angenehmste Art, dass Kardamon, Nelken und Zimt nicht nur zu Weihnachten, sondern auch im Frühling, Sommer und Herbst charmante Kuchenbegleiter sein können.

Meine Herausforderung bestand nun darin eine Füllung zu entwickeln, die weniger die schwere, narkotisierende Süße und mehr die liebliche Leichtigkeit persischer Süßspeisen einfängt, die Stimmung aufhellt und Herzen öffnet. Und hier ist mein Ergebnis. Einfach himmlisch, wie ich finde, köstlich statt kitschig:

Zutaten

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Biskuit

  • 5 Eier und 3 Eigelb
  • 200 g Rohrohrzucker
  • je eine gute Prise Nelken-, Kardamon- und Zimtpulver
  • abgeriebene Schale einer Viertel Zitrone
  • 30 g Pomeranzenschale (ersatzweise Orangenschalen)
  • 30 g Pistazienkerne
  • 30 g echtes Zitronat
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 150 g feines Weizenmehl
  • Fett und Semmelbrösel

Tortenfüllung

  • 600 g Ricotta ( am besten „Carezza di latte“ oder „Ricotta fresca“)
  • 200 g Puderzucker
  • Mark einer Vanilleschote
  • 200 ml Sahne
  • 1 kleiner Granatapfel
  • 300 ml Granatapfelsaft (frisch gepresst)
  • 1 TL Agar Agar

Baiser

  • 3 Eiweiß
  • 3 EL Granatapfelsaft
  • 100 g Rohrohrzucker
  • Mandelblättchen und Pistazienstückchen

Zubereitung

Den Ofen auf 160° C vorheizen. Die ganzen Eier und die Eigelb mit dem Zucker gut schaumig aufschlagen (je nach Küchengerät braucht das etwas Zeit).  Nelke, Kardamom, Zimt und abgeriebene Zitronenschale,  Zitronant, Pistazien, Pomeranzenschale und gemahlene Mandeln gründlich, aber behutsam unterheben. Schließlich das Mehl unterrühren. Eine klassische Springform einfetten und mit Semmelbrösel ausstreuen. Anschließend den Teig einfüllen und in 20 – 30 Minuten fertig backen. Den Kuchen vorsichtig aus der noch heißen Backform lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Für das Baiser den Granatapfelsaft mit dem Zucker in einem Topf zu einem zähflüssigen Sirup aufkochen. Den Eischnee sehr steif schlagen und den noch heißen Sirup unter ständigem Schlagen langsam einfließen lassen. Den süßen Eischnee kühl stellen.

Den ausgekühlten Biskuit horizontal in zwei gleichmäßige Teile schneiden. Das Agar Agar in den Granatapfelsaft einrühren und diesen Aufkochen lassen. Das Agar Agar bindet recht schnell, manchmal bereits schon während des Kochvorangs. Den Saft vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Sobald der Saft geliert, wird er über den Biskuitboden gleichmäßig verteilt.

Ist das Granatapfelgelee richtig fest, was im Kühlschrank ca. 2 Stunden dauert, kann die Ricottacreme zubereitet werden. Dazu wird die Ricotta mit dem Puderzucker und dem Vanillemark verquirlt. Die Sahne wird steif geschlagen und unter die Ricotta gehoben. Der Granatapfel wird geschält und die frischen Granatapfelkerne werden ebenfalls unter die Ricottacreme gehoben. Die fertige Creme wird gleichmäßig über das Granatapfelgelee verteilt und abschließend behutsam mit dem Biskuitdeckel abgedeckt. Die Torte kommt wieder für wenigstens 30 Minuten in den Kühlschrank.

Den Backofen auf 240º C aufheizen. Die gut gekühlte Torte mit dem Eischnee bestreichen. Mit Pistazienkernstückchen und Mandelblättchen bestreuen und auf einer der oberen Schienen für 2 – 3 Minuten in den Backofen schieben. Hier müsst ihr dabei bleiben, denn das Baiser karamellisiert schnell und es wäre schade, wenn es euch jetzt zum Abschluss verbrennen würde.

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16 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sabber …… wann machst du den für mich?

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  2. Wili sagt:

    Wenn es sich ergeben wird, gerne 😊

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    1. Rabin sagt:

      Für mich auch? 😉 Meine Nachbackliste wächst und wächst.

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      1. Wili sagt:

        ohweh…. nicht dass du da ins Strudeln kommst. Nimm dir lieber direkt ein Stück vom fertien Kuchen 😉

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      2. Rabin sagt:

        Danke, dass lasse ich mir doch nicht zweimal sagen. 🙂

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  3. Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern klingt auch lecker. (Wie der Liebeskuchen 🙂 )

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    1. Wili sagt:

      Die beiden sind wahre Seelenschmeichler für glückliche und trübe Tage. Aber auch die beiden Orangenküchlein sind einfach eine Wucht ☺️

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      1. Ich merke schon, ich darf nicht immer nur gucken, ich muss auch mal backen! 🙂

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      2. Wili sagt:

        gute Idee 🙂

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  4. Nur schon beim Lesen deiner Beschreibung ist uns das Wasser im Mund zusammen gelaufen. 🙂

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    1. Wili sagt:

      jetzt solltet ihr dringend prüfen, ob meine Worte auch tatsächlich den Geschmack der Torte beschreiben und mir dann ein Feedback geben 😉

      Danke für euer schönes Kompliment 🙂

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      1. Wo du Recht hast… 😉

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  5. Andrea sagt:

    Oh, sieht das lecker aus, Ich kann mich Rabin nur anschließen: Meine Nachbackliste wächst 🙂

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    1. Wili sagt:

      Das mit dieser viel zu schnell wachsenden Nachbackliste kenne ich gut… es wird mich freuen, wenn du über deine Nachbackerfahrungen eine kleine Rückmeldung geben wirst. Dann weiß ich, was ich vielleicht überarbeiten sollte.

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  6. Lecker! Guten Appetit!

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    1. Wili sagt:

      Danke, sie war köstlich 😋

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