Traubenlederrolle mit Feigen-Walnussfüllung

am

Gestern machte ich einen kleinen Spaziergang vom Bahnhof aus über die Lister Meile bis zu mir nach Hause. Das entspannte, schenkte frische Energie und später dann einen wohligen Schlaf. Es war kurz vor Ladenschluss und der Obsthändler hatte sich zum Marktschreier gewandelt, der seine Ware günstig feilbot. Seinen schönen roten Weintrauben konnte ich nicht widerstehen. Auch taten sie mir ein wenig Leid so verscherbelt zu werden. Ich ließ mich von ihrem saftigsüßem Lächeln verführen, zudem ich auch ein wenig hungrig war, und kaufte gleich viel mehr, als ich frisch aufbrauchen konnte. Die Sparfüchsin in mir ließ sich ebenfalls täuschen, als die doppelte Menge nur die Hälfte kosten sollte… Da war es mir dieses Mal nur recht, dass kaum 50 Meter weiter ein Bettler an der Ecke saß mit seinem Pappschild „Ich habe Hunger“.  Eine große Traube Trauben überließ ich ihm gerne.

Gut zu Hause angekommen hatten sich die Träubchen weiterhin ordentlich reduziert und ich war ein wenig zuckergeflasht, aber satt. Da kam mir die Idee, mir für heute und die nächsten Tage Lavāshak oder Frucht-, bzw. Obstleder zu dörren.  Lavāshak (لواشک) ist persisch und bedeutet wörtlich übersetzt kleines Fladenbrot.  Es wird sicher noch viele andere Bezeichnungen für diese feste, dünne und doch geschmeidige Fruchtmasse geben. Denn das Trocknen und Dörren von Früchten ist eine der ältesten Konservierungmethoden der Menschheit. Wohl an fast jedem Fleckchen der Erde, besonders aber in Regionen wo die Sonne kräftig scheint, kann man in den Hinterhöfen, auf Balkonen und auf Dächern riesige Dörrmatten sehen, auf denen ganze und pürierte Früchte trocknen. Da, wo große Mengen an Fruchtleder in Handarbeit hergestellt werden, ist es eine langwierige und mühselige Tätigkeit. Doch in meiner Küche war es unkompliziert und leicht gemacht.  Das fertige Fruchtleder habe ich dann noch lecker gefüllt, aufgerollt und in Scheibchen geschnitten. In Maßen genossen ist dies sicherlich ein gesundes Naschwerk, das obendrein Energie spendet, statt sie zu rauben.

Zutaten

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  • 1000 g Trauben
  • 1 Prise Salz
  • 1 Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • 3 Nelken
  • 100 g Walnusskerne
  • 4 getrocknete Feigen

Zubereitung

Die Trauben von den Rispen lösen und gründlich waschen. Mit dem Pürierstab oder in einer Küchenmaschine (nicht im Entsafter) fein pürieren.

Die Fruchtmasse mit den Gewürzen aufkochen und ca. eine Stunde sanft köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit reduziert und ein dickflüssiger Brei entstanden ist.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Fruchtbrei durch ein Haarsieb gleichmäßig auf das Backblech streichen. Den Backofen für ein schonendes Dörren auf 80° C erhitzen. Die Fruchtmasse evtl .mit einem Mulltuch abdecken (optional) und je nach Menge und Flüssigkeitsanteil 4 – 8 Stunden trocknen. Dabei ist gegen Ende des Dörrprozesses darauf zu achten, dass die Ränder nicht zu trocken werden.

Wenn es schneller gehen soll oder muss, kann man den Prozess beschleunigen, indem man den Backofen auf 280º C hochschaltet. Allerdings verliert das Fruchtleder dadurch eine Menge an wertvollen Nährstoffen.

Ist das Fruchtleder trocken genug, lasst es auskühlen, um es besser vom Backpapier lösen und aufrollen zu können.

In der Zwischenzeit die Feigen mit kochendem Wasser übergießen und für ca. 15 Minuten einweichen. Anschließend die Stile entfernen und die Feigen mit den Walnüssen im Mixer zu einer groben Masse häckseln.

Die Feigenwalnussmasse auf dem Fruchtleder ausstreichen. Das Fruchtleder aufrollen und bis zum Verzehr fest in Frischhaltefolie wickeln.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. akihart sagt:

    Sehr schön ge/beschrieben. Vielen Dank!

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      danke dir auch 🙂

      Gefällt 1 Person

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