Das Rezept auf Seite 32: Granatapfel-Joghurt Verrines

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Es ist wieder der 2. Donnerstag eines Monats, Zeit nach einer Rezeptvorlage auf der Seite 32 (m)eines Kochbuchs zu kochen und einige Menschen machen bereits mit:

Wie es dazu kam, könnt ihr unter diesem Tag nachlesen, alle bisher erschienen Beiträge findet ihr hier. Gekocht werden kleine Überraschungen, Gerichte, die ich so noch nie zubereitete, obwohl ich das Kochbuch bereits schon Jahrzehnte besitze oder Neuvorstellungen. Dabei treffe ich auf Speisen, die ich selber anders zubereite, die ich schon immer einmal kochen wollte oder die ich bisher noch gar nicht kannte. Das ist spannend, inspirierend bis lehrreich. Herausfordernd ist dabei für mich nach Anweisung zu kochen, wo es doch bei mir immer nach den Sinnen geht. In jedem Fall macht es Spaß und ich freue mich, wenn ihr es auch einmal wagen mögt und ab und zu mitmachen wollt. Ihr könnt Kochbücher, Kochhefte und -zeitschriften, Karteisysteme oder sonstige Printmedien als Vorlage nehmen. Der nächste Termin ist der 13. April 2017. Schreibt mir einfach kurz, wenn ihr mitmachen werdet und ich verlinke eure Beiträge, damit wir sie hier alle zusammen haben.

Manchmal wird auf der Seite 32 kein Rezept beschrieben, dann blättere ich gleich 100 oder 200 Seiten weiter, vielleicht auch erst einmal nur zweiunddreißig bis auf Seite 64, 96, etc. In dem Kochbuch, das ich heute wählte, sehe ich auf Seite 32 die eine Hälfte einer doppelseitigen Fotografie. Dargestellt sind einige ältere Männer, versammelt zu einem kleinen, geselligen Palaver unter dem Schatten eines Baumes neben dem Brunnen am kleinen Platz… Eine Kühlschale, in der mehrere Flaschen Wein oder Orangenlikör unter dem fließenden Brunnenwasser kühlen, verrät mit seiner Aufschrift, dass wir uns in Aix en Provence befinden. Diese Szene ist so typisch für den Mittelmeerraum und könnte auch auf Korsika, Sizilien, Italien, Griechenland, Zypern, Spanien, der Türkei… aufgenommen worden sein. Sie gibt dieses besondere Lebensgefühl der Menschen Rund um das Mittelmeer wieder.

Genau das ist das Besondere, welches das vierte Kochbuch von Gintare Marcel ausmacht. Sehr stimmungsvolle, ästhetische, fast schon lyrische Aufnahmen aus der Provence. Wer jemals in Südfrankreich war, empfängt sogleich ein Sehnsuchtsflimmern und möchte ins Auto steigen, um dorthin zurück zu fahren. Frau Marcel spielt mit den Lichtern und Schatten der Region und fängt eine Atmosphäre ein, die einlädt ein wenig zu Verweilen, durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Sich anzulehnen oder niederzulassen und dieses Buch langsam durchzublättern ist bereits Urlaub über Augen für die Seele eines jeden gehetzten Großstadtmenschens.

Hinzu kommen die köstlich wirkenden Aufnahmen der vielen Gerichte, die in diesem Buch vorgestellt werden. Alles vorwiegend sehr einfach nachzukochende, von Frau Marcel entwickelte Rezepturen, die schnell und unkompliziert fertig gestellt sind. Denn mit Zeit und Muse soll in schöner und geselliger Atmosphäre genossen werden können. “ L’art de la Table ist eine Ode an ein entschleunigtes Leben, indem man sich sammeln kann und sich an der Lebensweise meiner Lieblingsregion erfreut“, sagt Gintare Marcel. Die warmherzigen Texte, die durchweg leckeren Rezepte und die schönen Fotografien sind fein aufeinander abgestimmt. Frau Marcel hat hier im wahren Wortsinn ein schönes Kochbuch erschaffen.

BusseSeewald Verlag, 288 Seiten. ISBN: 9783772474392

„L’Art de la Table. Mediteran kochen und genießen“ gibt es nun endlich in deutscher Übersetzung, erschienen Januar 2017 im BusseSeewald Verlag, der mir freundlicher Weise ein Rezensionsexemplars zukommen ließ. In den sieben Kapiteln Morgenstimmung, Apero, Das leichte Lunch am Mittag, Ein Hauch von Italien, Alltag und Feste, Fantastische Desserts und Grundrezepte verbergen sich mehr als 100 Rezepte. Nach ihren eigenen Angaben wollte Frau Marcel mit diesem Buch die Küche des gesamten Mittelmeerraumes erfassen und pflegt dabei eine besondere Vorliebe für die franösische Küche. Gelungen ist ihr eine schöne Mischung aus Süß und Herzhaft. Auch der Anteil an vegetarischen Rezepten gegenüber Fisch-, Fleisch- und Geflügelgerichten ist sehr ausgewogen und überrascht mit Aromen des Orients, Litauens und Britaniens. In einem vorangestellten Kapitel, aber auch zu den einzelnen Rezepten, gibt sie einige persönliche Küchengeheimnisse und Tipps preis. Auch fehlt es nicht an einer kleinen Auswahl von Menüzusammenstellungen. Manchmal ist die Idee einer Zutatenzusammenstellung überraschend und genial, das Rezept an sich dann fast schon banal. Machmal begeistert die Leichtigkeit der Zubereitung. In jedem Fall ermöglicht dieses Buch jeden bisherigen Küchenmuffel, der behauptet er habe nur linke Hände beim Kochen, ein überzeugendes Mahl zu präsentieren. Ein schönes Beispiel für diese geniale Schlichtheit ist das Rezept auf der Seite 232/233:

Granatapfel-Joghurt Verrines

Zutaten für 2 Personen:

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  • 1 Granatapfel
  • 250 g griechischer Joghurt oder Labneh
  • 2 EL Orangensaft
  • 1/2 TL abgeriebene Schale einer Orange
  • 1-2 TL Honig
  • einige El (gehackte) Pistazien

Zubereitung

Vom Granatapfel die Unter- und Oberseite abschneiden und die Schale zwei oder dreimal leicht einschneiden. Die Frucht in einer größeren Schüssel mit kaltem Wasser auseinanderziehen und die Kerne herauslösen. Diese auf Küchenpapier abtropfen lassen (die Prozedur mit der Wasserschüssel habe ich mir erspart, sie soll vor roten Saftspritzern schützen). Joghurt oder Labneh (ich wählte Labneh) mit Orangensaft, Orangenschale und Honig verrühren. Joghurt oder Labneh und Granatapfelkerne in Dessertgläsern schichten. Zum Schluss mit Pistazienkernen bestreuen und direkt servieren.

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Ein schönes erfrischendes Dessert, das man eigentlich doch immer und recht spontan zubereiten kann. Dabei ist Labneh ( abgetropfter Joghurt, es findet sich eine Anleitung im Kaptiel „Grundrezepte“) cremiger als Joghurt und hält die Schichtung besser in Form.

Auch das Blumenkohlcouscous mit Karotten, getrockneten Aprikosen, Granatapfel und frischen Kräutern, das als leichter Lunch zu Mittag empfohlen wird, habe ich ausprobiert. Seine Aromen entführten mich nach Sizilien und weiter in den Orient. Ein schönes schmackhaftes und leichtes Gericht, das warm und kalt genossen werden kann. Frau Marcel serviert es mit pochierten Eiern. Ich kann mir auch Fisch oder gegrilltes Fleisch sehr gut dazu vorstellen.

Als nächstes möchte ich ihre Lavendel-Rosmarin-Scones, Hähnchen in (Rauch)Tee- Marinade mit Trauben und den gegrillten Wolfsbarsch mit Mandeln und brauner Buttersauce ausprobieren.

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Mhm … Granatapfel-Joghurt-Dessert. In der Tat schlicht und überzeugend, das Rezept. Die Aufmachung des Kochbuchs scheint auch sehr schick zu sein, wenn ich mir den Couscous anschaue. Texte, Bilder und Rezepte macht Laune. Und bei Lavendel-Rosmarin-Scones wäre ich auch dabei. *g*

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  2. Ira Moritz sagt:

    Das klingt spannend, ich freue mich auf mehr!

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    1. Wili sagt:

      ich bin auch gespannt, wie die weiteren Rezepte schmecken werden, bin aber sehr zuversichtlich, dass es gut wird.
      Gintare Marcel führt übrigens ein sehr schönes Blog, mit ihren schönen Rezepten. Liebe Grüße, Wili

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  3. Haben wollen 😊 bekomme ich das Rezept für das Blumenkohl-Couscous? Bitttöööö 😊

    Gefällt 2 Personen

    1. Wili sagt:

      ich habe es dir per E-Mail geschickt.

      Gefällt 1 Person

  4. Wie immer bei dir, sieht es auch wunderschön aus. Und auch die anderen Rezepte müssen ein Knaller sein!

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    1. Wili sagt:

      Das freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt und du mir so ein schönes Kompliment machst 🙂 Danke dir.

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  5. Rina sagt:

    Lecker – Ich liebe Granatapfel und Joghurt ist auch nie verkehrt 😌.
    xxx, Rina
    https://darlingrina.com/2017/02/18/green-smoothies-drei-rezepte/

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    1. Wili sagt:

      Da haben wir etwas gemeinsam 😀

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  6. Liebe Wili, toller Beitrag & spannendes Projekt! Morgen (am 13. April) werde ich auch dabeisein! LG Daniela von http://www.linzersmileys.com

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    1. Wili sagt:

      Das freut mich sehr 😊

      Gefällt 1 Person

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