Rambutan, Granatapfel & Orangenblüte

mhh mama kocht…

3 moderne Klassiker oder so

wortgeflumselkritzelkram und Zeilenende haben zum 4. Buchdate ausgerufen und die aktuelle „Dating-Schlange“ ist ausgelost. Ich darf mich auf drei Buchempfehlungen von Aequitas et Veritas freuen und wortgeflumselkritzelkram mit meinen Buchempfehlungen beglücken, Dazu gab sie mir ein paar Hinweise, was ihr denn so gefallen könnte, an die ich mich aber wohl kaum gehalten habe:

Meine drei letzten Bücher, die ich gelesen habe (und nicht abgebrochen):
– Mary E. Pearson „Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen Band 1“
– Trevor Noah „Farbenblind“
– Cynthia D´Abrix Sweeney „Das Nest“ (Verriss)
Mein Lieblingsgenre ist immer noch Fantasy und Thriller, aber nun auch vor allem – hm – nennt man das Gegenwartsliteratur? Also gute Belletristik  Das ist ja breit gefächert …
Meine Lieblingsautoren: Nina George, Terry Pratchett, Sebastian Fitzek …
Was gar nicht geht: Nora Roberts, Irving oder Sachen wie „Shades of Grey“ ….
Mein Verhältnis zu Klassikern: Bei den ollen Schinken sage ich mal „Zwiegespalten“ und bei den Modernen „Offen und in freudiger Erwartung“

Denn das Thema lautet dieses Mal „moderne Klassiker“, was ja irgendwie ein Paradoxon in sich ist, stehen die beiden Begriffe doch quasi in zeitlicher Opposition zueinander. Klassiker, das sind überragende Meisterwerke. T.S. Eliot, selbst schon ein moderner Klassiker, arbeitete in einem seiner Essays fünf Merkmale heraus, die einen literarischen Klassiker beschreiben: Fülle, Weite, Einheit, Universalität und Weisheit. Er nannte lediglich drei Dichter, die seiner Meinung nach diese Kriterien erfüllten: Dante, Shakespeare und Goethe. Drei, die sicher jeder sofort als Klassiker benennen würde. Und irgendwie sind ihre Texte ja auch heute modern. Vielleicht ist es das, was einen Klassiker ausmacht. Text, Form und Inhalt bleiben spannend, interessant und lesenswert über die Zeit, ja Epoche hinaus?

Für mich sind beispielsweise Rilke, Kafka und Brecht moderne Klassiker. Mir kommen Autoren um die Zeit des 1. Weltkriegs und der Nachkriegszeit in den Sinn. Doch welcher Autor oder welches Werk der Gegenwart hat das Zeug zum Klassiker. Rainald Goetz meint ja, ein Klassiker sei ein Hit, doch dem kann ich nicht folgen. Ich würde einen Bestseller mit einem Hit gleichsetzen und selbst nicht jeder Evergreen wird für mich zum Klassiker. Also nach langem Vorgeplänkel mit wenig Klarheit habe ich mich für ein Werk und zwei Künstler entschieden, die auf ihre Art modern sind und für mich in jedem Fall das Zeug zum Klassiker haben, falls sie es nicht schon sind. Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass sie wortgeflumselkritzelkram Lesevergnügen schenken können:

Claudia Ott: Tausendundeine Nacht. Das glückliche Ende

Klappentext

Nach der Handschrift der Rasit-Efendi-Bibliothek Kayseri erstmals ins Deutsche übertragen von Claudia Ott. Mit Kalligrafien von Mustafa Emary. In einer kleinen Bibliothek in Zentralanatolien, die vor 250 Jahren ein Sammler alter Handschriften erbaute, liegt – versteckt in einem falsch beschrifteten Schuber – ein uraltes Manuskript des Endes von „Tausendundeine Nacht“. Diese sensationelle Entdeckung macht Claudia Ott mit ihrer Übersetzung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Über das Ende der Rahmenerzählung von der klugen Schahrasad, die durch ihre Geschichten König Schahriyar davon abhält, sie zu töten, war bisher so gut wie nichts bekannt. Die vollständigen arabischen Manuskripte, die erst im 19. Jahrhundert unter europäischem Einfluss entstanden sind, blenden die Rahmenerzählung fast völlig aus. Erstmals werden nun die letzten 125 Nächte des Zyklus sowie der ausführliche Schluss in einer arabischen Fassung zugänglich, die viele Jahrhunderte älter ist.
Eigentlich ist das ja ein richtig betagter Klassiker, den ich dennoch auswählte, weil bisher der Abschluss von 1001 Nacht verschollen und somit unbekannt war. Damit ist es fast auch ein neues Werk, zumal in dieser deutschen Übersetzung. Erst vor ca. 2 Jahren entdeckte Claudia Ott, Arabistin, Übersetzerin, Musikerin und eine der führenden Kennerinnen von Tausendundeiner Nacht dieses besondere Manusskript in einer kleinen Bibliothek in Zentralanatolien. Neben für uns neuen Geschichten von Gauklern, Gaunern, Dieben und Halunken, sinnlich-erotischen und emanzipierten Erzählungen erfahren wir auch endlich den glücklichen, ja verblüffende Ausgang der Rahmenhandlung. Es ist teilweise ein wenig mühsam zu lesen und alles andere als ein Kinderbuch. Claudia Ott verzichtet auf europäische Übermalungen und Ausschmückungen. Lange verschachtelte Sätze, viele Wiederholungen sowie eingestreute Verse oder Koranzitate machen ein sich einlesen und sich einlassen notwendig. Doch wer diese Mühe nicht scheut birgt meiner Meinung nach einen großen Schatz.

Robert Gernhardt: Wörtersee

Klappentext:

Von den Gedichten und Bildergeschichten, die Robert Gernhardt 1981 unter dem Titel ›Wörtersee‹ zusammengefaßt hat und die seitdem mehrere Auflagen erlebten, sind viele zu Legenden geworden: »Bilden Sie mal einen Satz mit pervers – Ja, meine Reime sind recht teuer: per Vers bekomm ich tausend Eier.« Immer wieder zitiert, sind sie eingegangen in den deutschen Sprachschatz wie manche Cartoons von Loriot. Loriot und Robert Gernhardt – wie früher Wilhelm Busch haben sie Text und Bild in ein unzertrennbares, Auge und Ohr gleichermaßen betörendes Ganzes verwandelt. Die Komik der Gernhardtschen Texte und Zeichnungen beruht auf einer Gratwanderung zwischen Sinn und Unsinn, Feinem und Derbem, Ernst und Spaß. Daß sich die Gedichte auf Vorbilder beziehen, auf Autoren genauso wie auf literarische Formen, ist ein Indiz unter vielen dafür, daß sie kunstvoller sind, als sie zunächst scheinen. Der Reiz dieser berühmt gewordenen Gedichte und Bildergeschichten des neugierigen Sprach- und Zeichenkünstlers Robert Gernhardt liegt in ihrer klugen, kritischen Geistesgegenwart bei gleichzeitig höchstem Unterhaltungswert: »Bilden Sie mal noch einen Satz mit Garant – Der Hase trug den Kopfverband, seitdem er an die Wand garant.«
Robert Gernhardt, Redakteur des Satiremagazins „Pardon“ und Mitbegründer der Satirezeitschrift „Titanic“ , kritischer Beobachter, Dichter und Karikaturist der deutschen Zustände des 20. jahrhunderts, genialer Buchstabenakrobat und wundervoller Wortverdreher. Wörtersee enthält eine feine Auswahl seiner Gedichte, Verse und Zeichnungen. Ein Büchlein für immer wieder Zwischendurch.

Irmgard Keun: Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften

Klappentext:

Sommer 1918: Mit den Augen eines zehnjährigen Mädchens erleben wir, wie der Krieg zu Ende geht. Wie in „Kind aller Länder“ geht es in Irmgard Keuns erstem Exilroman, der 1936 erschien, um ein junges Mädchen mit eigenem Kopf, verrückten Ideen und einer Menge Problemen. Das größte davon ist Frau Meiser, die Nachbarin der phantasievollen Drittklässlerin. Frau Meiser findet ihre Streiche gar nicht lustig, erteilt einen Tadel nach dem anderen und, als das alles nicht hilft, ein generelles Umgangsverbot. Fortan muss das Mädchen auf ihre Freunde verzichten. Zum Glück erweist sich ihr Vater Victor, ein recht erfolgloser Geschäftsmann, als begnadeter Spielgefährte. Mit seiner selbst konstruierten Wasserbombe vom Balkon aus Fräulein Löwenichs Haupt zu treffen, ist aber keine gute Idee und verschärft die Lage eher noch. Und das Leben im Krieg ist beschwerlich genug.

Ein köstliches Buch, das sich auch ganz wunderbar zum Vorlesen eignet. Irmgard Keun war in der ausgehenden Weimarer Republik eine renomierte Erfolgsautroin, deren Werke im Dritten Reich von den Nationalsozialisten verboten wurde. Bis in die späten 70er Jahren hinein blieb sie in Deutschland vergessen. Seither wird sie langsam wieder neu entdeckt, zurecht wie ich finde.

5 Kommentare zu “3 moderne Klassiker oder so

  1. Liebe Wili – danke dir für deine wundervollen Empfehlungen. Eins fällt raus und die anderen zwei kaufe ich wahrscheinlich beide 🙂 Und welches ich dann bespreche, siehst du am 1.5.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2017-03-20 von in Allgemein und getaggt mit .

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