indonesischer Klebreis mit Rindfleisch in Kokosnussmilch, gebratenen Möhren und Auberginen, Tahu in chinesischem Rauchtee mariniert und zweierlei Tempeh – Nasi ketan, Rendang, oseng-oseng wortel, goreng terong, Tahu Lapsang Souchong, Tempeh kemul

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Jetzt löschte ich den Text meines Vorgeplänkels. Spielt es eine Rolle wie sich in meinem Kopf das eine zu dem anderen ergab und ich plötzlich eine kleine Reistafel zum Essen zusammengestellt hatte? Geplant hatte ich schon, das Tahu aufzubrauchen und Rendang zu kochen. Das andere ergab sich dann nach und nach.  Zunächst erinnerte ich mich, dass Klebreis sehr viel besser als Basmatireis zu diesem sehr aromatischen aber trockenen Fleisch schmeckt, dann fehlte mir Gemüse und der Blick in das Gemüsefach fiel auf die Möhren und die Aubergine und, ach ja, das Tempeh hatte ich ja auch bereits Samstag gekauft… ich mag es einfach am liebsten knusprig im Ausbackteig fritiert… So oder so ähnlich ging es mir halt durch den Kopf, während ich in der Küche mein Essen zubereitete:

Tahu in chinesischem Rauchtee mariniert 

Die Idee dazu kam mir, als ich das Hähnchen in Rauchtee zubereitete. Und mir gefällt diese Idee ausgesprochen gut. Selbst nachdem das Tahu nun mehrere Tage in dem Rauchtee im Kühschrank badete, entwickelte es eine elegante und absolut nicht aufdringliche Rauchnote. Den Marinadetee aus Lapsang Souchong hatte ich mit einer kleinen Zimtstange und einem Stück Sternanis gewürzt und zusammen mit den in Würfel geschnittenem Tahu in einen verschließbaren Gefrierbeutel gegeben.

Jetzt musste ich die Tahuwürfel nur über einem Sieb abschütten, mit Küchenkrepp trocknen und goldbraun frittieren. Das tat ich allerdings zum Schluss, nachdem alles andere bereits fertig war.

Rendang

Zuerst schnitt ich ca. 200 g Rindfleisch in mundgerechte Stücke. Zwei Knoblauchzehen und ein kleines Stückchen Ingwer presste ich durch die Knoblauchpresse über einen Bräter. Eine Schalotte würfelte ich fein und gab sie dazu, um dann den Bräter zu erhitzen. Ich gab ca 250 ml Kokosnussmilch und 1 EL Sambal Olek sowie 2 Kafirlimettenblätter dazu. Als die Kokosmilch kochte fügte ich das Fleisch dazu, schaltete den Herd auf die niedrigste Stufe und ließ alles ca 1 1/2 Stunden leise vor sich hin simmern. Immer einmal wieder rührte ich alles um und gab auch ab und zu ein wenig Wasser nach. Erst, als das Fleisch gar war, ließ ich die Flüssigkeit völlig verkochen.

Tempeh kemul

Aus Wasser, 1 TL Sambal Olek, 1 TL Curcuma, 1 TL Salz, 1 TL Palmzucker und 3 Knoblauchzehen  rührte ich eine Marinade an, in die ich das in Scheiben geschnittene Tempeh gab. Wenigstens eine Stunde sollten die Tempehscheiben in der Marinade baden.

Gut 100 ml Kokosnussmilch vermengte ich mit 2 EL Zitronensaft , 2 sehr fein geschnittenen Knoblauchzehen, 1 TL Koriander, 1 TL Kurkuma und 1 EL in kleine Röllchen geschnittenen Schnittlauch zu einem zähflüssigen Teig.

Als Reis, Fleisch und Gemüse fertig waren, trocknete ich eine Hälfte der Tempehscheiben sehr gut mit Küchenpapier und fritierte diese direkt. Die übrigen Tempehscheiben zog ich erst durch den Ausbackteig, ehe ich sie goldbraun fritierte (anschließend fritierte ich das Tahu).

nasi kentang

Der Klebreis braucht ca 40 – 50 Minuten bis er fertig ist. Dazu ließ ich einen Teil Klebreis mit zwei Teilen Kokosnussmilch aufkochen. Ein kleines Stück Zimtstange und 1 Lorbeerblatt gab ich dazu. Als der Reis die Kokosnussmilch aufgesogen hat und die Flüssigkeit verkocht war, nahm ich den Topf vom Herd, deckte ihn ab und ließ den Reis ca 15-20 Minuten ausquellen. Vor dem Servieren entfernte ich Lorbeerblatt und Zimtstück.

oseng-oseng wortel

Ich putzte 2-3 Karotten, drittelte diese längs und schnitt sie dann in Streifen. Eine Schalotte schnitt ich ebenfalls in Streifen und eine Knoblauchzehe würfelte ich sehr klein. Dann erhitzte ich etwas Öl in einer Pfanne. Darin briet ich Knoblauch und Zwiebeln an, gab. 1 TL Sambal Olek und 1 TL Palmzucker hinzu. Unter Rühren folgten die Karottenstifte.  2-3 Minuten später löschte ich das scharfe Pfannenbrutzeln mit 1 EL Reiswein und 1 EL Austernsauce, ließ die Flüssigkeit einkochen und nahm die Pfanne vom Herd.

goreng terong

Auch die Aubergine schnitt ich in mundgerechte kurze Scheiben, die ich rasch goldbraun fritierte und auf Küchenpapier gut entfettete.

In einem kleinen Pfännchen briet ich eine in Scheiben geschnittene Schalotte goldbraun und würzte sie mit Chilipulver, Paprikapulver und Palmzucker. Abschließend vermehgte ich die Schalotten- mit den Auberginenscheiben.

Und als dann alles nach knapp 2 Stunden fertig war, ließ ich die Gabel rechts liegen und aß mit der Hand.

Ich hatte übrigens genug von allem für 3-4 Portionen.

 

 

 

 

 

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Und man sieht einmal mehr, was ich in der Küche am meisten liebe: Die große Auswahl, aus der sich jede*r bedienen kann und sich an den zahllosen Geschmacksnuancen erfreut. Die einzige Angst, die man haben muss, ist sich zu überfressen. Wunderbar. 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Wili sagt:

      Stimmt, ich dachte auch, dass ich da aus den Vollen schöpfte. Das war aber auch ein wenig Zufall, da gestern das Fleisch für die kommenden Wochen und Monate geliefert wurde, das ich portionieren und einfrieren dürfte.

      Andererseits: andere Lände, andere Esskulturen: in Indonesien ist es üblich, dass es 5,6,7 Beilagen zum Reis gibt. Man isst von dem was man mag ein bisschen.

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      1. Zeilenende sagt:

        Was ich einen schönen Brauch finde. Obwohl ich – wie zuletzt sehr zur Belustigung einiger Freunde am Chin-Buffet – dazu neige, nur die „Beilagen“ zu essen, weil ich kein so großer Freund von Reis (außer in der süßen Variante) bin. *g*

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      2. Wili sagt:

        Cdas kenne ich gut. Es ist ein typischer kultureller Unterschied. In Asien isst man vorwiegend Reis und nur wenig von den Beilagen. Hier isst man hauptsächlich die Beilagen mit einem Klecks Reis 😂

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      3. Wili sagt:

        Hast du schon einmal in Kokosnussmilch gekochten Reis gegessen? Der entwickelt eine leicht süßliche Note.

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      4. Zeilenende sagt:

        Ich überlege, es einmal auszuprobieren. Wenn ich mal wieder bei meinen Eltern bin, damit hier dann nicht monatelang Reis in der Bude rumfliegt. *g*

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