Schläft ein Lied in allen Dingen

am

Gestern Abend begann der Kurs „Pastellkreide“. Darauf freute ich mich, dachte ich doch, mir würde etwas erklärt… Aber nein, auch hier ausschließlich learning bei Doing, zumindest gestern. Der Kursleiter skizzierte ein Portrait meiner Freundin, das zum Glück 0 Gemeinsamkeiten mit ihr hatte. Wir sollten die „richtigen“ Farben sehen und mit den Kreiden, die wir hatten, mischen.

Also legte ich wie immer mutig, weil ahnungslos, los und das kam dabei heraus.


Je mehr Farbe ich auftrug, um so „schmieriger“ wurde es. Sauber arbeiten scheint nicht so meins zu sein. Und eine diffuse Farbsuppe wollte ich nicht produzieren. Hilflos versuchte ich Konturen zu modellieren und mit einigen Schraffuren wieder Spannung zu erzeugen. Ehrlich, für ein paar Kniffe und Techniken wäre ich dankbar gewesen, aber da kam leider nichts. Schnell löste ich mich von meiner Vorlage, die so garnichts mit meiner Skizze gemein hatte, außer vielleicht den Rollkragenpullover. Von dem, was ich zu lernen erhoffte, bekam ich gestern nichts. Vielleicht ändert sich das im Verlauf des Kurses. Doch ich lernte etwas anderes, spannendes: Wenn ich glaubte, mein Bild verloren zu haben, gewann ich es doch wieder neu. Irgendwas entwickelt sich immer. So lebt mein kleines Übungswerk auf DinA2 von seiner Asymetrie, die sich in dem mächtigen dunklen Haarschopf fast verliert. Das Blau des Pullovers und das Orange des Hintergrundes bilden einen flirrenden Kontrast, der das Bild doch wieder lebendig werden lässt. Ich habe die Aufgabe verhauen und dennoch was Geschaffen.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Alex sagt:

    …und der Vorteil von Pastellkreiden ist, daß man viel korrigieren kann. Es gibt übrigens einen Stift aus Karton, ein Farbverwischer z.B. von Derwent für €1.64,
    der nennt sich Paper Stump. Er korrigiert zwar nicht die ursprüngliche Zeichnung, erlaubt aber größere Eingriffe, wenn man die Grundlagen nicht zu sehr strapaziert hat. Einen Trost für Dich – Deine Sachen lassen sich anschauen. Andere brauchen Jahre oder lernen es nie 🙂
    LG Alex

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    1. Wili sagt:

      Danke für den guten Tipp und besonders für den lieben Trost, lieber Alex. 😊

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  2. agnes p. sagt:

    Die „richtigen“ Farben gibt es sowieso nicht.
    Vielleicht wirst Du am meisten von den anderen Kursteilnehmern lernen, wenn Du siehst, was und wie die anderen arbeiten. Das kann ein interessanter Austausch werden. Viel Erfolg, vor allen Dingen aber Spaß 😉

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  3. akihart sagt:

    Ich kenne das vom Zeichnen: Nur durch „Fehler“ entsteht etwas originelles und schönes!

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    1. Wili sagt:

      Das stimmt. Doch bisher male ich intuitiv. Ich möchte gerne etwas mehr bewusst und überlegt malen. Auch möchte ich sehen, was denn nun konkret der „Fehler“ ist. 😏

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