Kartoffel-Knoblauch-Püree (Skordalia) und gebratene Zucchinischeiben

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Mein erstes Auto war ein A112 Abarth 70 HP. Gott, wie liebte ich diesen kleinen, wendigen Miniflitzer auf vier staksigen Räderchen. Er war weiß mit je einem schmalen roten und schwarzen Seitenstreifen, die an einer Stelle von einem Schmetterling durchbrochen wurden. An die Farbe der Sitze erinnere ich mich nicht mehr, wohl aber an das Rot der Sicherheitsgurte. Ein gebrauchtes Schnäppchen damals, das mich die Freude am Autofahren lehrte. Fünf oder sechs Jahre machten wir die Straßen Kölns gemeinsam unsicher, bewegten uns durch Deutschland, Holland Frankreich und Italien.

Lange, sehr sehr lange stritten die Liebe zu diesem Auto mit Pragmatik, Vernunft und neuer Notwendigkeit in mir. Als mein zweites Kind in mein Leben trat, da konnte der Abarth den Familienbedarf an ein Auto einfach nicht mehr decken.  Viele Kaufinteressenten vergraulte ich einfach wieder, indem ich mehr die Mängel als die Qualitäten dieses Autos pries, bis mich dann eines Tages eine tiefe italienische Stimme durch die Telefonleitung direkt im Herzen berührte. Die Verkaufsverhandlungen zogen sich über Wochen hin, der Kaufinteressent und ich mussten viele gemeinsame Vertragsvorbereitungen gemeinsam treffen, oftmals bei einem Espresso an der Bar oder bei einer leckeren Pasta. Irgendwann dann wurden wir ein Paar und der kleine A112 Abarth 70 HP blieb in meiner unmittelbaren Nähe. Gelegentlich durfte ich ihn auch noch selber fahren. Ich war gücklich.

Wenige Jahre später wurde der Wagen leider verschrottet und wunderbarer Weise mein drittes Kind geboren. Mit meinem dritten Kugelbauch stellte sich auch wieder das Phänomen ein, dass um mich herum alle Frauen schwanger oder frischgebackene glückliche Mamas waren. Mit dem A112 Abarth 70 HP war das nicht so. Er war ein sehr individuelles und in Köln fast einzigartiges Autochen. Als ich mir dann aber später einen Saab zulegte, begegnete ich plötzlich überall weiteren Saabfahrer*innen. Tja und die vergangenen zwei/drei Tage hatte ich den Eindruck, dass es in den aktuellen Foodblogs gerade nur so wimmelt vor griechischen Rezepten.

Kartoffel-Knoblauch-Püree (Skordalia) und gebratene Zucchinischeiben

Dieses leckere, kalte Kartoffelpüree, dass ich gerne im Sommer für ein Picknick oder zum Grillen zubereite wird in Griechenland eher als Sauce angesehen, ähnlich dem Tsazziki, die zu gebratenen Zucchini oder Auberginen gereicht wird.

Zutaten für 4 Portionen

  • 4 mittelgroße Pellkartoffeln aus mehligkochenden Kartoffeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 50 g gemahlene Mandeln oder Walnüsse (ich hatte Walnüsse)
  • 100 ml Olivenöl
  • 1-2 TL Weinessig (oder Zitronensaft, was auch sehr lecker ist)
  • Pfeffer und Salz

  • 2 – 3 Zucchini
  • Salz
  • Mehl
  • Olivenöl

Zubereitung

Die Zucchini gründlich waschen und in Scheiben schneiden. Die Scheiben salzen und beiseite stellen. Das Salz entzieht den Zucchinischeiben Wasser und das Braten in reichlich Olivenöl wird sehr viel spritzfreier.

Die Kartoffeln reiben oder durch die Kartoffelpresse drücken und die Kartoffelschalen wegnehmen. Die Knoblauchzehen abziehen und am besten durch die Knofipresse über die Kartoffeln pressen. Alternativ könnt ihr die Knoblauchzehen mit etwas Salz im Mörser zu einer grobe Paste zerreiben. Die übrigen Zutaten hinzugeben und alles sehr gut miteinander vermengen.

Die Zucchinischeiben mit Küchenpapier sehr gut trocken tupfen. Etwas Mehl auf einen Teller geben. Reichlich Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Zucchinischeiben im Mehl wenden, anschließend gut abklopfen und dann von beiden Seiten in dem heißen Olivenöl goldbraun braten. Die gebratenen Zucchinischeiben auf Küchenpapier entfetten.

So schnell und einfach geht das und es ist soooooooooo megalecker. Probiert es aus.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. kormoranflug sagt:

    Da kehre ich gerne ein.

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    1. Wili sagt:

      Schade eigentlich, dass hier die griechischen Restaurants eher Fleischgerichte feilbieten als die köstliche griechische Gempseküche.

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  2. Ira Moritz sagt:

    Ich habe mich verliebt zuerst in deine bezaubernde Geschichte zum Rezept und dann in das Rezept!

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    1. Wili sagt:

      Liebe strömt durch die Luft…. Dabei wollte ich nur erzählen, dass ich gerade überall griechische Speisen sehe, da ich nach sehr langer Zeit einmal wieder griechisches kochte. Dabei erinnerte ich mich an die vielen Saabs im Straßenverkehr, als ich Saabfahrerin wurde und dann fiel mir die Geschichte mit meinem ersten Auto wieder ein 😏

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