Lubia Polo (لوبیا پلو ) – Reis mit grünen Bohnen

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Nachdem ich wochenlang keinen Reis gegessen habe, scheint gerade ein rechter Heißunger auf Reis, genau genommen eine „Polomania“ bei mir ausgebrochen zu sein. Erst gab es vor wenigen Tagen ein Garnelenpolo, dann ein Spargelpolo und jetzt ein fast traditionell zubereitetes grüne Bohnen Polo. Ja, so ergeht es mir oft. Immer einmal wieder durchlaufe ich Phasen eines bestimmten Appetits, da favorisiere ich bestimmte Zutaten oder bestimmte Küchentechniken. Manche Gelüste sind beeinflusst von dem, was ich mir so in Kochbüchern und -blogs anschaue, manches vom Angebot auf dem Wochenmarkt oder von Reisen und Begegnungen. Vieles ist Wetter- und Jahreszeitenabhängig. Dabei folge ich meistens meinen inneren physiologischen und psychologischen Bedarfen. Und im Moment sind es halt diese aromatisch sehr nuancierten persischen Wölckcchenreisgerichte, für die ich mich begeistern kann. Dabei bin ich mir sicher, wäre der Frühling bereits sonniger, hätte ich mehr Lust auf eine erfrischendere Kost. Doch bei diesem usseligem Wetter bevorzuge ich wärmende Speisen.

Das Lubia Polo habe ich fast klassisch zubereitet. Fast, denn erhlich gesagt bin ich ein klein wenig aufwendiger vorgegangen, indem ich das Fleisch – ich nahm eine Rinderbeinscheibe – im Crocky mit den Gewürzen in einer Tomatensauce vorgarte, statt es direkt mit den Bohnen anzubraten und zu garen. Das hatte den Gewinn, dass die Aromen viel komplexere Verbindungen eingingen. Ich kann euch diesen kleinen Umweg bei der Zubereitung sehr empfehlen.

Wer auf Fleisch verzichten möchte oder muss, der kann es einfach weg lassen. Wunderbar lecker und komplex wird dieses Polo aber auch, wenn das Fleisch durch Süßkartoffel- oder Butternusskürbiswürfel ausgetauscht wird. Probiert es einfach aus.

Zutaten für 2-3 Portionen

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  • 1 Becher Basmatireis
  • 250 – 300 g Rindfleisch (ich hatte diesmal eine Beinscheibe)
  • 300 g grüne Bohnen
  • einige Scheiben Süßkartoffel (geschält)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stange Zimt
  • 1 kleine Dose Tomaten
  • 2 TL Bohnenkraut
  • 1/2 TL Curcuma
  • Salz und Pfeffer
  • 40 g Butter
  • etwas neutrales Öl zum anbraten

Zubereitung

Idealerweise schon am Vorabend die überschüssige Stärke vom Reis wegwaschen und den Reis über Nacht in Salzwasser quellen lassen.  Die Rinderbeinscheibe mit einer grob gewürfelten Zwiebel, der Zimtstange, Knoblauch und Pfeffer sowie den Dosentomaten oder 300 g frischen gehäuteten und grob zerstampften Tomaten bei Niedrigtemperatur (im Crocky) so lange schmoren lassen, bis sich das Fleisch vom Knochen gelöst hat. Dann erst mit Salz abschmecken und alles abkühlen lassen.

Die grünen Bohnen putzen, entfädeln und halbieren oder dritteln. Die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden. Das Rindfleisch in mundgerechte Stücke schneiden.

Den Reis in einem Sieb abgießen. 3-4 Liter Wasser sprudelnd aufkochen. Salz nach Geschmack und den Reis hinzugeben und ca 8-10 Minuten kochen lassen.  Bei einer Probe sollen die Reiskörner aussen weich sein und innen noch einen kleinen festen Kern haben. Wenn es soweit ist, den Reis über einem großen Sieb abschütten und kalt abspülen.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelstreifen mit Curcuma hinzugeben und goldbraun sautieren. Die grünen Bohnen und Bohnenkraut zufügen und gut anbraten, aber nicht braun werden lassen. Fleisch und Tomatensauce hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und so lange köcheln lassen, bis die Flüssigkeit vollständig eingekocht ist.

Einen großen Topf erhitzen und mit etwas Wasser und 20 g Butter den Topfboden bedecken. Wenn die Flüssigkeit kocht, den Topfboden mit Süßkartoffelscheiben auslegen. Darüber die Hälfte des Reis‘ verteilen. Darüber das Bohnengemüse verteilen. und dieses mit dem restlichen Reis bedecken. Die restliche Butter in Flöckchen darauf verteilen. Die Temperatur der Kochstelle auf die niedrigste Stufe herunterschalten. Ein sauberes Küchentuch um den Topfdeckel wickeln, damit den Topf abdecken und alles 30 Minuten dämpfen lassen. Den Topfdeckel gegen einen Servierteller austauschen und den Reis auf den Teller stürzen.

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Dazu gab es einen Karottenjohgurt, hier allerdings ohne Estragon und Walnüssen, dafür mit karamelisierten Zwiebeln abgerundet.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sehr schön angerichtet . Da bekommt man sofort Hunter 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      so soll es sein 😉

      Gefällt mir

  2. sbkurz sagt:

    Hat dies auf Persophonie: Kultur-Geschichte rebloggt und kommentierte:
    Derzeit arbeite ich an einem weiteren Mogul-Beitrag für diesen Blog. Dieses Mal soll es zur Abwechslung darum gehen, wie einer der mächtigsten Mogulherrscher von seinem eigenen Sohn abgesetzt und für den Rest seines Lebens eingesperrt wurde – eine richtig reizende Familiengeschichte. Doch damit Sie nicht in den Moguln ertrinken möchte ich heute erst einmal etwas anderes dazwischenschieben:

    Ich glaube, als ich das entschieden habe, war ich gerade hungrig. 😉 Und da ich selbst erheblich lieber esse als koche, habe ich ein Rezept für ein leckeres persisches Gericht von einem anderen Blog für Sie ausgesucht. Guten Appetit!

    Gefällt 1 Person

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