Das Rezept auf Seite 32: Gurken- und Tomatensalat mit Walnüssen

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Seit geraumer Zeit stelle ich jeweils am zweiten Donnerstag des Monats ein Kochbuch mit dem Rezept auf Seite 32 vor und ein paar Menschen machen mit:

Vorgestellt werden Kochbücher aus dem eigenen Bücherregal, Neuerscheinungen, Kochzeitschriften, Rezeptesammlungen jeder Art, die auf Papier gedruckt sind. Wer mich auf die Idee brachte und wie es genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. Alle bisher erschienen Beiträge im Rahmen dieser Serie habe ich euch hier zusammengestellt.  Wenn ihr Lust habt, ab und zu oder regelmäßig mit zu machen, nur zu. Teilt es mir einfach mit einem Kommentar mit und verlinkt euren Beitrag mit meinem aktuellen Monatsbeitrag. Ich nehme euch dann mit in die Übersichtsliste auf, so dass alle Beiträge zusemmengefügt und leicht zu finden sind.

Heute stelle ich Euch ein neues Kochbuch vor, auf dessen Erscheinen ich eine Weile freudig aufgeregt wartete. Als es dann endlich Anfang April bei mir eintraf –  ganz herzlichen Dank an den Leopold Stocker Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zukommen ließ – und ich den Buchdeckel aufschlug, da kam mir noch der Duft des Buchbinderleimes entgegen. Wie ich das mag. Dann blätterte ich erst einmal das gesamte Buch durch und was ich sah und fühlte, gefiel mir. Das Papier ist seidenmatt und griffig, sehr angenehm. Auf der rechten Seite ist immer ein großformatiges, das gesamte Blatt ausfüllendes Foto von der Speise, deren Rezept auf der linken Seite in einer anschaulichen Übersicht beschrieben wird. Alles ist sehr klar und pragmatisch angelegt: Eine Legende gibt Auskunft über die Koch-  bzw. Bratzeit, die Portionenzahl und die gesamte Zubereitungszeit. Es folgt eine Zutatenliste, die  durchweg übersichtlich erscheint. Nach einer klaren Schritt für Schritt Kochanleitung endet die Beschreibung mit jeweils ein bis drei/vier Sätzen zu einer Varriation, einem Tipp oder einem Hinweis. Umschreibende Texte, Anekdödchen, kleine Gschichten oder Hintergrundwissen zu den Rezepten und speziellen Zutaten gibt es nicht.  Bild und Rezept sprechen für sich. So sind die 172 Seiten optimal genutzt, einen vielfältigen Einblick in die georgische Küche zu vermitteln.

Leopold Stocker Verlag, 1. Aufl. 2017, gebundene Ausgabe, 176 Seiten, Maße (L/B/H) 287/215/22 mm, ISBN 978-3-7020-1668-5

Die Rezepte wurden von Schota Dwalischwili, einem Chefkoch der in Georgien bekannten Restaurantkette “ Maspindizelo“ zusammengestellt. In Tiflis befindet sich eines der Restaurants in zentraler Lage und umgeben von einigen Touristenattraktionen. So hat sich wohl die Küche ein wenig an den westeuropäischen Gaumen angepasst. Auch die Wahl der Zutaten in diesem Kochbuch zeichnet sich durch eine pragmatische Anpassung an leicht zugängliche Gewürze und Lebensmittel aus, bzw. werden bewährte Alternativen zu georgischen Spezialitäten benannt. Das ist für eine Einsteigerin in die georgische Küche, wie ich es bin, sehr angenehm. Erstens muss ich nicht mühsam suchend und teuer bezahlend spezielle Zutaten und Gewürze kaufen, die ich dann doch nur selten nutze, zweitens kann ich gleich ohne Aufwand loslegen und mich mit Leichtigkeit in die georgische Küche einführen lassen. Doch dann erschöpft es sich auch rasch. Einzelne Unzulänglichkeiten tauchen auf, die bei mir das eine und das andere Fragezeichen zurück ließen. Ich habe so gar keine Ahnung und keine Vorstellung von den Aromen der georgischen Küche. Mir fehlt dann doch eine kleine Einführung in die typischen Zutaten und Gewürze, den Geruch und den Geschmack Georgiens.  Essig zum Beispiel scheint sehr wesentlich zu sein, doch ist der Essig eher scharf oder mild?  Welches ist das Standardöl in der georgischen Küche?  Welche Art von Frischkäse ist als Ersatz für den georgischen Nadugi gemeint? … So könnte ich fortfahren und bin mir bewusst, dass dies ein etwas abgehobenes Grübeln ist. Schmunzeln musste ich, als ich bei den Desserts  und Süßspeisen las, dass die Fruchtmasse für Fruchtleder (Tklapi)  und auch die Früchte für Tschiri (getrocknete Früchte) in der Sonne trocknen sollen. Sofort überlegte ich an welchen Tagen im Jahr mir das hier in Hannover erfolgversprechend möglich sein wird. Die Beschreibung eines wetterunabhängigen Verfahrens hätte mich gefreut.

Von der Übersetzerin Frau Dr. Maia Panjikidze erfährt man in ihrem Vorwort, dass sich die Anordnung der Kapitel des Buches, denen die 90 traditionellen Gerichte untergeordnet wurden, an der Reihenfolge einer georgischen Sopra (Tafel) orientiert. Die dann folgende Einführung in die Geschichte Georgiens ist grob gehalten, darum geht es hier ja auch nicht. Sie stellt keine Verbindung zur georgischen Küche, wohl aber zu den touristischen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen des Landes her.  Grundsätzlich und trotz  kleiner Mängel hat dieses Kochbuch es auch geschafft, mich weiter für die georgische Küche und für das Land Georgien zu begeistern. Weil es alles so einfach (für mich) ist und mir ausgesprochen gut schmeckt, habe ich in den vergangenen vier Wochen bereits 12 Rezepte ausprobiert.  Allesamt waren sie mir gelungen und schmeckten einfach toll. Ich kann das Buch allen empfehlen, die eine klassische Rezeptsammlung mit gut nachkochbaren Kochanleitungen zur georgischen Küche suchen und durchaus kleinere Ungenauigkeiten spielerisch übergehen können. Traditionelle Gerichte, wie sie hier vorgestellt werden, haben so viele verschiedene Zubereitungsweisen, wie es wohl Köchinnen und Köche gibt, das (landes)typische und somit charakteristische der Speisen vermitteln die hier beschriebenen Gerichte in jedem Fall in gut nachkochbaren Rezepten. So auch das Rezept auf Seite 32.

Gurken- und Tomatensalat mit Walnüssen

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Zutaten für 3 Portionen

  • 500 g Gurke
  • 500 g Tomaten
  • 10 g Basilikum
  • 10 g Petersilie
  • 100 g Zwiebeln
  • 200 g Walnüsse
  • Salz
  • 1 TL Essig
  • scharfe grüne Peperoni nach Belieben

Zubereitung

Gurken, Tomaten und Kräuter waschen. Die Gurken schälen und in Scheiben schneiden. Die Tomaten in gleichmäßige Stücke schneiden.

Zwiebeln schälen und halbieren, dann zu Halbkreisen schneiden. Kräuter fein hacken.

Walnüsse durch den Fleischwolf drehen, dann im Standmixer noch feiner häckseln.

Das eschnittene Gemüse und die Kräuter mischen, die Walnüsse dazugeben, mit Salz abschmecken und mit Essig beträufeln.

Peperoni nach Belieben klein schneiden und darüber streuen oder als ganzes Stück als Dekoration dazu geben.

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Wie ihr leicht erkennen könnt, bin ich  von den Vorgaben abgewichen, schnitt Gemüse und Zwiebeln anders, dreht die Walnüsse auch nicht durch den Fleischwolf und fügte statt einer Peperoni etwas frische rote Chili hinzu. Dieser Salat war erfrischend anders. Von der Kombination Walnüsse und Essig bin ich schlichtweg begeistert.

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Hier seht ihr noch einen kleinen Mezze – Teller, der locker 2 Personen sättigt, statt ihnen ausschließlich Appetit zu machen. Die mit Walnuss gefüllten Paprika sind einfach eine köstliche Gaumenfreude. Bei dem Chatschapuri, ein gefülltes Fladenbrot, habe ich ein wenig improvisiert. Das Kochbuch bietet 5 verschiedene Rezepte. Daraus bastelte ich dann das passende für mich, das ich hier zudem in der Pfanne statt im Backofen zubereitete. Der Joghurt mit grünen Bohnen war ebenfalls ein mir bisher unbekanntes Geschmackserlebnis. Die Anleitung dazu fand ich allerdings in einem weiteren deutschsprachigen Rezeptbuch zur georgischen Küche.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Klingt mal wieder sehr lecker und auch das Kochbuch scheint recht interessant. Ich habe es diese Woche leider nicht geschafft (dafür immerhin heute ein Beitrag mit Kochbuch 🙂 ) – ich hoffe, ich bin nächstes Mal wieder mit dabei ….

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    1. Wili sagt:

      Das ist ja keine Pflichtveranstaltung hier 🙂 aber wenn du magst, nehme ich einfach dein Gewürzbuch mit auf.

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      1. Das ist lieb, brauchst du aber nicht – ist ja kein Rezept dabei 😊

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  2. Tolle Buchpräsentation, liebe Wili! Der Salat sieht echt lecker aus und schmeckt sicher herrlich erfrischend – perfekt für die warme Jahreszeit! Liebe Grüße Daniela

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