Einmal kochend um die Welt: Georgien – Pcháli mit Spinat

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Meine kulinarische Weltreise führt heute auf den östlichen Balkon Europas mit Blick auf Asien, in die Haute cuisine des ehemaligen Sowjetreichs, nach Georgien. Das kleine Land zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer, zwischen dem Kaukasischen Hochgebirge und dem „Kleinen Kaukasus“ schöpft aus einer Vielfalt an Obstsorten, Kräutern und Gemüsen. Wilder Thymian, rotes Basilikum, Estragon, Dill und Petersilie würzen die Speisen. Der frische georgische Koriander,  der sich allerdings von dem asiatischen Koriander sehr unterscheidet, fehlt in keinem Gericht. Hinzu kommen Pfeffer und Paprikas, Walnüsse, Knoblauch sowie viele frisch gemörserte Gewürze.  Die Speisen sind sehr würzig, salzig, pikant und pfeffrig. Wein wird seit über 5000 Jahren in Georgien hergestellt und soll genauso wie das Brot für Georgier eine besondere Bedeutung haben. Auf dem Land wird dieses auch heute meist selbst in dafür typisch runden Lehmöfen gebacken, oft sogar aus dem eigenem Getreide. Neben dieser unendlichen Mühe, die seinem Entstehen zugrunde liegt, ist es wohl auch der Bezug zum christlichen Abendmahl, der dem Brot und auch dem Wein diese große Bedeutung verleiht. Brot bildet das Grundelement der georgischen Esskultur und fehlt auf keinem gedeckten Tisch.

Somit hätte ich eigentlich versuchen sollen ein typisches georgisches Brot zu backen oder ein Chatschapuri, ein mit mildem Frischkäse gefülltes Brot.  Ich entschied mich aber für ein Pcháli (ფხალი). Das ist eine klassische Vorspeise, die auf Basis von gekochtem Gemüse (Spinat oder Rote Bete, grüne Bohnen, Lauch), Koriandergrün, Walnüssen, Knoblauch und Weissweinessig  zubereitet wird. Verfeinert wird es je nach Familientradition mit weiteren Kräutern und Gewürzen. Für mich sind Pcháli  eine megaköstliche Neuentdeckung, die ich euch sehr gerne weiter gebe:

Pcháli mit Spinat

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Zutaten

  • 1 kg Spinat
  • 200 g Walnusskerne
  • 1 Bund Koriander
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 1 TL frisch gemahlener Koriander
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 TL gemahlener Bockshornklee
  • 1 TL Chiliflocken
  • Salz nach Geschmack
  • 1 -2 TL Weissweinessig
  • ein paar Granatapfelkerne zum Garnieren

Zubereitung

Den Spinat putzen und anschließend kurz blanchieren.

Die frischen Kräuter putzen und grob zerkleinern. Die Knoblauchzehen häuten. Alle Zutaten in eine Küchenmaschine geben, zerkleinern und gut miteinander vermengen. Mit Salz abschmecken.

Aus der Masse kleine Kügelchen, Röllchen oder Taler formen. Diese mit Granatapfelkernen dekorieren und solo, mit frischen Kräutern oder weiteren Pcháli anrichten.

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Ich finde diese delikate Vorspeise mit ihren Granatapfelkernen hübsch anzusehen. Selbst auf unserer kleinen Mischmasch-Tafel mit Linsen-Pfannkuchen, gegrillten Saubohnen, Geflügelsalat und Labneh-Kugeln machten sie richtig was her.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lehrercafe sagt:

    Eine gelungene Kochreise nach Georgien, würde ich sagen. Wir schaffen es leider nicht, mitzureisen🤔, die Zeit fehlt. Aber wir haben ja deinen Blog, Gott sei Dank…LG Ela

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    1. Wili sagt:

      Schade, denn so alleine reisen ist manchmal auch einsam.

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      1. Lehrercafe sagt:

        Och Mensch, wir hätten gedacht, es machen mehr mit.

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      2. Wili sagt:

        Ich auch. Vielleicht wird es ja noch was mit der Zeit

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