gegrillte Forelle, Grillkartoffeln und Joghurt mit karamelisierten Zwiebeln

am

An einem Tag wie gestern, 40 Tage nach seiner Kreuzigung, soll der Leichnam Jesu vor den Augen seiner Jünger von einer Wolke aufgehoben und in den Himmel, dem Reich Gottes, gefahren sein.  So steht es zumindest im Neuen Testament geschrieben.  Als Kind fand ich diese Vorstellung wundervoll und wünschte mir oft, ein Wölkchen würde angeschwebt kommen, mich aufheben und durch die Lüfte tragen. Ich stellte mir so ein Wolkenteppichauto flauschig weich vor und mochte gar nicht glauben, dass nasskalter grauer Nebel nichts anderes sei, als eine mich umhüllende Wolke.  Heute noch, wenn ich in einem, über der Wolkendecke fliegenden Flugzeug sitze und auf die weißen Flauschlandschaften schaue, würde ich gerne aussteigen und meine Füsse in ihr sinken lassen…. würde sie mich nur tragen, statt mich durch sie hindurch stürzen zu lassen.

Gestern war aber auch Herrentag und Horden von Männergruppen mit Bollerwagen und jeder Menge Alkohol versammelten sich immer wieder unter meinem Balkon. Es war wohl ein beliebter Treffpunkt von dem aus sie dann loszogen ihren Eherentag bei herrlichstem Sonnenschein ein wenig zu ersaufen. Sicherlich wollten einige von ihnen zum traditionellen Himmelfahrtsjazz am Trammplatz oder zum Gildeschwoff auf dem Schützenplatz. Ich hingegen entschied mich  meinen kleinen Stadtbalkongrill anzufeuern, Kartoffeln und eine Forelle zu grillen und in aller Ruhe diesen schönen Feiertag zuhause zu genießen. In Anlehnung an Mast-o-musir, einem köstlich erfrischenden persischen Schalottenjoghurt, rührte ich mir zu meinem Grillgut einen Dip aus Joghurt und karamelisierten Zwiebeln an. Dazu trank ich einen gut gekühlten Hibiskustee.

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Und so habe ich es gemacht:

Eine küchenfertige Forelle füllte ich mit in Olivenöl eingelegten Salzzitronenscheiben und einem Thymianzweig. – Die Salzzitronen hatte ich im Februar oder Anfang März mit Thymian und Lorbeer eingelegt und sie sind jetzt wundervoll aromatisch. – Von aussen bestrich ich den Fisch mit diesem Zitronen-Olivenöl und würzte gut mit Salz und schwarzem Pfeffer.  Die Kartoffeln – ich wählte mehlig kochende Kartoffeln, weil sie so schön cremig-weich werden – wusch ich gründlich ab, löcherte sie mit einer Gabel und wickelte sie in Alufolie. Dann zündete ich die Holzkohle an und gab direkt die Kartoffeln dazu. Nach 40 Minuten, als die Holzkohle gut und gleichmäßig glühte, gab ich die Forelle auf den Grill und ließ sie von beiden Seiten ca. 6-8 Minuten brutzeln. Ob sie durchgegart ist könnt ihr testen, indem ihr sie behutsam einschneidet. Eleganter geht es aber, indem ihr prüft, ob sich die Rückenflosse leicht lösen läßt. Ist das der Fall, ist eure Forelle gut.

In der Zeit während die Grillkohle anbrannte, hatte ich eine Gemüsezwiebel gehäutet und grob zerkleinert. In einer Pfanne erhitze ich ein wenig Butterschmalz. Darin schwitzte ich die Zwiebelwürfel glasig, gab etwas Kurkuma dazu und ließ sie schön golden und weich werden. Dann nahm ich die Pfanne vom Herd, mischte ca 300 g Joghurt und 1 EL kleingewogene Petersilie dazu und ließ alles abkühlen. Abschließend schmeckte ich den Joghurt mit Salz und Pfeffer ab.

Zum Anrichten löste ich die Kartoffeln aus der Alufolie, schnitt sie auf und füllte sie mit dem Joghurt. Mit ein paar Patersiliestreifchen, Granatapfelkernen und getrockneten Rosenblättern garnierte ich diesen.  Dann genoß ich ganz ruhig und entspannt diesen – zumindest in „meiner“ Straße – lauten Feiertag.

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13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ira Moritz sagt:

    Wieder ganz bezaubernd, Du kannst nicht nur ziemlich gut mit Aromen umgehen, sondern auch so herrlich schön erzählen. Ich freue mich da jedes Mal auf Deine Beiträge!

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    1. Wili sagt:

      Danke liebe Ira, deine freundliche Rückmeldungen sind jedes Mal ein kleines schönes Geschenk für mich und Ansporn, weiter zu machen. Nur manchmal sprudeln die Ideen nicht so, wie ich es mir wünsche. Ich bewundere Blogger und professionelle Schreiber, denen tagtäglich die passenden Worte in den Sinn kommen.

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  2. solera1847 sagt:

    Sieht wieder einmal äußerst lecker aus, da könnte man sich ja glatt reinsetzen.

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    1. Wili sagt:

      oh nein, bitte nicht…. dann wird ja alles platt 😀
      Aber du darfst was abhaben 🙂

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      1. solera1847 sagt:

        Hmmm, ich sollte meine Ausdrucksfähigkeit noch etwas verfeinern, denn selbstverständlich setze ich mich nie auf etwas zum Essen… Aber mich metaphorisch hineinzusetzen ist schon fast der Gipfel des möglichen Lobes.

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      2. Wili sagt:

        deine Ausdrucksweise ist sehr fein und ich hatte dich sehr gut verstanden, es immer aber auch wortwörtlich vorgestellt. Sorry.

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  3. Alex sagt:

    Bei Forelle bin ich neidisch, die sieht sehr gut aus. Bei den gefüllten Kartoffeln bin ich neugierig 🙂

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    1. Wili sagt:

      da bin ich gespannt, was du sagst, nachdem du es ausprobiert hast. Ich mag karamelisierte Zwiebeln sehr gerne und somit auch diesen Joghurt 🙂

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  4. Lehrercafe sagt:

    Lecker, lecker, einfach nur lecker.😋

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    1. Wili sagt:

      Danke dir 🙂

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