Buchweizen-Rote Bete-Pfannküchlein mit Gurken-Lachs-Joghurt

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Manchmal werden überraschende Bezüge und Verbindungen transparent. So auch gestern Abend, als Alex mich auf das Cover der Platte Grand Illusions von Styx aus den frühen 1980er Jahren aufmerksam machte. Ich kannte es nicht. Überhaupt meinte ich die Band Styx nicht zu kennen, sie musste wie so vieles einfach an mir vorbeigelaufen sein.

Aber gehen wir zunächst noch einen kleinen Schritt zurück. Alex zuletzt eingestelltes Squid-Bild  erinnerte mich an „La blanc seing“ von René Magritte. Dieses Bild zeigt eine Reiterin, die einen dicht bestandenen Wald auf ihrem Pferd durchschreitet. Das klassische Raster in dem er die Baumstämme aufgebaut hatte, ließen mich eine klare und gesicherte Darstellung der Raumbeziehung erwarten. Doch Magrittes Wald scheint verwunschen zu sein. Er fängt meine Blicke gnadenlos ein und läßt sie irritiert hin und her irren. Reiterin und Pferd sind mit Hintergrundstreifen überlagert, seien diese Streifen nun Baumstämme oder Zwischenraum. Was ist da nun Vorne und was ist Hintern, die Synapsen meines Gehirns springen zwischen verschiedenen Interpretationen hin und her. ich erliege einer wundersamen Durchmischung von Realität und Illusion.  In Ansätzen ging es mir auch so, als ich Alex leuchtenden Squid erblickte, der sich hinter einem Bretterschlag zu verstecken schien oder doch eher vor diesem her schwamm?  Diese meine Assoziation zu Magritte ließ bei Alex eine Brücke entstehen hin zu den Werken ihm bekannter Musiker und deren Grafiker. So zeigte er mir eben auch dieses Plattencover:

Quelle: https://www.moillusions.com/styx-album-cover-grand-illusion/
Die Verbindung zu René Magrittes Reiterin ist unverkennbar. Doch wer waren Styx?

Ich war wohl 15 oder 16 Jahre alt und eingebunden in einer Clique, die sich regelmäßig in der Teestube traf. Wir planten und realisierten friedenspolitische Aktionen und hatten vor allem eine Menge Spaß. Die Jungs hatten zunächst ihre ersten Mokicks und dann Motorräder, wir Mädels genoßen es als Sozius durch die Gegend gefahren zu werden. So sahen wir Frankreich und Italien, immer ein Zelt mit im Gepäck. Wenn wir uns nicht in der Teestube trafen, saßen wir bei Caroline in ihrem kleinen Dachzimmer, viele Treppen weit entfernt von irgendwelchen Eltern und rauchten genüßlich. Sie hatte so einen Schallplattenspieler der mittels einer kleinen Automatik immer wieder neu auflegte. Wir hörten Tage und Nächte lang im Hintergrund immer wieder ihre einzige Single, während wir unseren Träumen nachhingen, Visionen bauten und dabei auch mancher Illusion erlagen.  „Boat on the river“.  Jetzt, nach so vielen Jahrzehnten weiß ich, dass die Gruppe, die diesen Song sang, Styx hieß und all die Bilder jener Zeit sind aus meinem tiefsten Innern in den Vordergrund aufgetaucht.

Das sind schöne Bilder, die mich Lächeln lassen. Ich mag diese Momente der Erinnerung, auch wenn ich jetzt nicht so genau weiß, wie ich zu meinem Rezept überleiten soll, ein leichtes und sommerliches kleines Menü, das schnell zubereitet ist und einmal mehr aus der Situation entstand, einige „Left overs“ aufbrauchen zu wollen, ehe etwas Neues verwertet wird. Da schlummerte noch eine Rote Bete Knolle im Gemüsefach des Kühlschranks. Sie war ein wenig betagt und ihre Haut bereits etwas hutzelig,. Neben ihr lag eine halbe, knackig grüne Gurke. Eine Tranche Lachs, die keine Sushiqualität hatte, stand mir auch noch zur Verfügung. Und so habe ich diese 3 dann zusammen gebracht:

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Zutaten

  • 150 g Buchweizenmehl
  • 1 Rote Bete (ca. 80 g)
  • 2 EL Schafsmilchjoghurt
  • 100 ml Wasser
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL getrocknete Dillspitzen
  • 1 TL getrockneter Estragon
  • Salz
  • 2 Eier
  • Butterschmalz
  • 150 g Lachs
  • 3 Zitronenscheiben
  • 1 TL getrockneter Dill
  •  Salz
  • 1/2 Salatgurke geraspelt
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 200 ml Schafsmilchjoghurt
  • Salz

Zubereitung

Für die Pfannekuchen das Buchweizenmehl mit den Kräutern, Backpulver, Joghurt und Wasser zu einem recht festen Teig verarbeiten. Die beiden Eier unterrühren und salzen.  Den jetzt zähflüssigen Teig ein wenig ausquellen lassen. Die Rote Bete schälen, fein raspeln und unter den Teig heben.

Die Zitronenscheiben auf einen Dämpfeinsatz legen mit Dill und Salz bestreuen. Die Lachstranche darauf legen, leicgt salzen und ebenfalls mit ein paar Dillspitzen bestreuen. In einem geeigneten Topf über wenig kochender Flüssigkeit 8 Min. zugedeckt dämpfen.  Alternativ könnt ihr aber auch geräucherten Lachs nehmen oder – was ich sehr lecker finde – rohen Lachs in Sushiqualität für den direkten Verzehr verwenden.

Ein wenig Knoblauch mit Salz zu einer Paste verreiben und unter den Joghurt mischen. Die Gurkenraspeln gut ausdrücken und ebenfalls an den Joghurt geben. Der fertig gedämpfte Lachs ist übrigens auch pur eine feine Sache. Doch hier wird er mit der Gabel zerkleinert und ebenfalls, noch warm unter den Joghurt gehoben.

Etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Pfannekuchen darin ausbacken. Der Teig reicht für sechs Pfanneküchlein aus je 1-2 EL Pfannkuchenteig. Drei Stück davon mit dem Joghurt hatten mich angenehm und langanhaltend gesättigt.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Alex sagt:

    Toll, Deine Geschichte! Ich war mir nicht sicher, ob Du Styx kennen würdest, aber sie waren damals enorm aktuell und angesagt. Aber diese Verknüpfung ist echt gut 🙂

    Gefällt 2 Personen

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